Aus Sorge vor Ausschreitungen hat der Gewerbeverein Gruibingen dem NPD-Kreisvorsitzenden Michael Österle aus Gruibingen den Zutritt zu einer Podiumsdiskussion mit Landtagskandidaten in dem Ort verwehrt. Foto: Pascal Thiel

Der Gewerbeverein Gruibingen hat einen örtlichen NDP-Funktionär vom Besuch einer Podiumsdiskussion ausgeschlossen.

Gruibingen - Aufregung hat es im Vorfeld der Podiumsdiskussion zur Landtagswahl gegeben, zu der der Gruibinger Gewerbeverein eingeladen hatte. Dessen Vorsitzender Thomas Straub hatte gegen den in Gruibingen ansässigen NPD-Kreisvorsitzenden Michael Österle ein Hausverbot für das Gasthaus Krone verhängt. Straub begründete dies mit der Sorge vor Ausschreitungen durch NPD-Mitglieder.

Verbaler Schlagabtausch auf Facebook

Dem Verbot war ein verbaler Schlagabtausch Österles mit dem Kandidaten der Grünen im Wahlkreis Geislingen, Eckhart Klein, auf dessen Facebookseite vorausgegangen. In dieser Debatte über die deutsche Flüchtlingspolitik sah Österle seine Fragen von Klein nicht erschöpfend beantwortet. Österle kündigte an, Klein bei der Podiumsdiskussion erneut zu befragen: „Dann müssen Sie Rede und Antwort stehen“. Nachdem Klein den Veranstalter über den Sachverhalt informiert hatte, verhängte Straub das Verbot.

Der Abend sollte nicht aus dem Ruder laufen

„Wir verbieten niemanden seine Meinung, aber wo die NPD auftaucht geht es nicht immer sachlich zu“, erklärte Thomas Straub sein Vorgehen. Er habe Ausschreitungen bei der Podiumsdiskussion befürchtet und verhindern wollen, dass der Abend aus dem Ruder laufe. Österle kandidiert in den Wahlkreisen Geislingen und Göppingen für den Landtag, wurde aber nicht auf das Podium geladen – wie alle anderen Kandidaten kleinerer Parteien. Ausgenommen waren auch hier allerdings Die Linke und die AFD.

Auf Facebook hatte Österle an Klein geschrieben: „Angenommen, wir lassen bei uns 80 000 000 Fremde rein, weil es die Genfer Flüchtlingskonvention sagt, dann gibt es hier Mord und Totschlag am deutschen Volk“. Laut Österle gehören Asylbetrüger, kriminelle Flüchtlinge sowie Ausländer heimgeschickt. Weiter schrieb er: „Wie sehen Sie das, bin ich jetzt ein böser Nazi? Aber ich kann Sie beruhigen, das bin ich nicht, meine Frau ist Ausländerin und meine besten Freunde auch.“ Klein entgegnete: „Aber natürlich sind Sie ein Rechtsextremer und Vertreter einer volksverhetzenden Partei und Schande für mein geliebtes deutsches Volk. Sie wollen also Ausländer heimschicken? Ihre Frau auch? Teilweise wohnen sie aber schon in dritter oder vierter Generation hier und sind als Ausländer trotzdem hier daheim“.

„Hoffentlich wird Ihre Partei bald verboten“

Kleins Entgegnung gipfelt in der Aussage, Meinungsfreiheit bedeute, sehr viel Mist verzapfen zu dürfen. „Aber es gibt Grenzen. Hoffentlich wird Ihre Partei bald verboten.“

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: