Das Angebot in der medizinischen Versorgung sinkt. Foto: dpa/Bernd Weißbrod

In Schorndorf ist die Zahl der ambulant in die Notaufnahme kommenden Menschen um 40 Prozent gestiegen. Für Backnang will die SPD jetzt einen „Notfall-Gipfel“ einberufen.

Ein „Notfall-Gipfel“ im Stuttgarter Landtag soll die drohende Schließung der Notfallpraxis in Backnang doch noch verhindern. Der geplante Austausch zwischen Politik und Medizinexperten kommt auf eine Initiative der SPD zustande und soll am Montag, 17. März, stattfinden. Mit dem Treffen will die Oppositionsfraktion ihre Forderung nach einem Erhalt der insgesamt 18 von einem Aus bedrohten Notfallpraxen in Baden-Württemberg unterstreichen.

 

„Die Schließung der Notfallpraxen gefährdet die Versorgungssicherheit in unserer Region und stellt eine erhebliche Belastung für die Notaufnahmen in den umliegenden Krankenhäusern dar“, sagt die Backnanger Landtagsabgeordnete Simone Kirschbaum. Die SPD-Politikerin sieht in einer Schließung der Notfallpraxen keinerlei Spareffekt, schon jetzt zeige sich, dass die Abschaffung entsprechender Anlaufstellen nur für eine volle Notaufnahme in den Kliniken sorge.

Steigende Zahlen: Schließung der Notfallpraxis wirkt sich in Schorndorf aus

Als Beleg für diesen medizinisch wenig sinnvollen Verdrängungseffekt sieht Simone Kirschbaum die Entwicklung in Schorndorf. Durch die Schließung der Notfallpraxis gab es einen Anstieg von wegen einer ambulanten Behandlung in die Notaufnahme des Krankenhauses kommender Patienten um sage und schreibe 40 Prozent.

Bei den stationär im Klinikum aufgenommenen Menschen beträgt die Zuwachsrate laut der Nachfolgerin von Gernot Gruber stattliche 25 Prozent. Bisher nicht ausreichend betrachtet ist für Kirschbaum außerdem die Frage nach den deutlich verlängerten Wegen der von einem Notfall betroffenen Menschen im Rems-Murr-Kreis. „Die Auswirkungen auf die Fahrzeiten zu den verbleibenden Notfallpraxen und die mögliche Benachteiligung von Menschen ohne Auto ist bisher nicht geprüft“, stellt die SPD-Landtagsabgeordnete zum Bedarf in ihrer Mobilität eingeschränkter Personen fest.

Notfall-Gipfel: Lösungen für die medizinische Versorgung gefragt

Der Dialog beim Notfall-Gipfel soll aus ihrer Sicht regional funktionierende Lösungen für die medizinische Versorgung finden. Geplant ist ein Austausch von betroffenen Bürgern mit Vertretern der Gesundheitsbranche. Auf der Rednerliste stehen unter anderem Doris Reinhardt, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, Martin Löffler, Bürgermeister der Stadt Müllheim, und Professor Andreas Pitz, Wissenschaftler mit dem Schwerpunkt Notfallversorgung.

Stattfinden soll das Treffen am Montag, 17. März, von 17 bis 19 Uhr im Stuttgarter Landtag. Anmeldungen sind bis zum 13. März per E-Mail an veranstaltungen@spd.landtag-bw.de möglich.