Ernüchterung bei den VfB-Spielern nach dem schwachen Heimspiel gegen den FC Augsburg. Foto: Getty

Der VfB Stuttgart blieb gegen den FC Augsburg weit hinter seinen Erwartungen zurück. In einer schwachen Partie lagen die Roten bereits nach 36 Minuten mit 0:3 hinten. Der Endstand von 0:4 war nach der gezeigten Leistung folgerichtig.

Stuttgart - Der VfB Stuttgart blieb gegen den FC Augsburg weit hinter seinen Erwartungen zurück. In einer schwachen Partie lagen die Roten bereits nach 36 Minuten mit 0:3 hinten. Der Endstand von 0:4 war nach der gezeigten Leistung folgerichtig. Die Mannschaft um Trainer Alexander Zorniger steht weiterhin auf dem Relegationsplatz, Hoffenheim kann aber am Sonntag noch vorbeiziehen.

Das Kellerduell zwischen dem Tabellensechzehnten VfB Stuttgart und Schlusslicht FC Augsburg wurde mit 15-minütiger Verspätung angepfiffen. Grund dafür waren die Verkehrslage um das Stadion und erhöhten Sicherheitskontrollen an den Eingängen der Mercedes-Benz-Arena. Personell gab es bis auf die Torhühterposition beim VfB Stuttgart keine Überraschungen. Stammkeeper Przemyslaw Tyton stand aufgrund eines grippalen Infekts nicht zur Verfügung, er wurde von Odisseas Vlachodimos vertreten.

Die vergangenen fünf Begegnungen zwischen den beiden Mannschaften konnte der FC Augsburg für sich entscheiden – Grund und Ansporn genug für den VfB, diese Serie endlich zu beenden: In der vierten Spielminute hatte VfB-Stürmer Daniel Didavi per Kopf die erste Tormöglichkeit des Spiels, FCA-Schlussmann Marvin Hitz konnte aber problemlos parieren. Die Roten griffen danach weiter an, konnten aber keine wirkliche Torchance herausspielen.

Mit seinem ersten Abschluss erzielte der FC Augsburg nach knapp elf Minuten das 1:0. Nach einem hervorragenden Pass von Raul Bobadilla traf Alexander Esswein mit einem gezielten Schuss von der Strafraumgrenze flach in die linke Torecke hinter Odisseas Vlachodimos, der genauso wenig Schuld an diesem Gegentor hatte wie am 2:0 in der 17. Minute. Wieder war es Esswein, der aufs Tor schoss, diesmal aus etwa 20 Metern. Daniel Didavi und Timo Baumgartl fälschten den Ball so unglücklich ab, dass er hinter der Torlinie landete.

Emiliano Insua hatte im Gegenzug ebenfalls die Möglichkeit, mit einem Fernschuss einzunetzen, Marvin Hitz war aber auch diesmal zur Stelle. In der VfB-Verteidigung taten sich jedoch wie schon beim ersten Gegentor immer wieder Lücken auf. Die Mannschaft machte einen verunsicherten Eindruck. Trainer Alexander Zorniger reagierte deshalb bereits nach 27. Minuten mit der ersten Auswechslung auf den 0:2-Rückstand. Der 22-jährige Offensivakteur Jan Kliment ersetzte Innenverteidiger Toni Sunjic, dessen Position Daniel Schwaab einnahm.

Der Wechsel brachte allerdings nicht die erhoffte Wende – im Gegenteil! In der 36. Minute köpfte Jan-Ingwer Callsen-Bracker nach einer Ecke mit voller Wucht zum 3:0 ein. Spätestens jetzt war abzusehen, dass es kein schöner Nachmittag mehr für die Roten werden würde, die sich für die Partie so viel vorgenommen hatten: Nicht nur schönen, sondern auch erfolgreichen Fußball wollten sie zeigen – beides gelang ihnen nicht.

Nur gelegentlich hatte der VfB Stuttgart nun Offensivaktionen. Nach einem missglückten Freistoß von Daniel Didavi mit dem Pausenpfiff fingen auch die Fans in der fast ausverkauften Arena an, zu pfeifen.

In der 54. Minuten griffen die Augsburger einmal mehr schnell an. Nach einem perfekt getimten Zuspiel von Raul Bobadilla auf Ja-Cheol Koo hatte dieser freie Schussbahn, die er nutze, um zum 4:0 einzuschieben. Kurz darauf holte sich Serey Dié seine fünfte Gelbe Karte in dieser Saison ab. Er fehlt dem VfB damit beim kommenden Auswärtsspiel in Dortmund. VfB-Coach Alexander Zorniger scheint’s verschmerzen zu können – er wechselte wenige Minuten später Lukas Rupp für den Ivorer ein.

Der FC Augsburg schien mit den vier erzielten Treffern zufrieden und überließ der Heimmannschaft aus Stuttgart öfter den Ball als er es wohl zu Beginn des Spiels getan hätte. Viel nutzte das den Roten allerdings nicht. Offensiv taten sie zu wenig, um die Schützlinge von Trainer Markus Weinzierl noch einmal ernsthaft in Bedrängnis zu bringen.

Die VfB-Fans, die das Stadion fünf Minuten vor Spielende noch nicht verlassen hatten, quittierten die schwache Leistung der Roten mit verhöhnenden „Oh-wie-ist-das-schön“-Gesängen und einer La Ola durch das ganze Rund. Der 4:0-Sieg des FC Augsburg war der höchste seiner Bundesligageschichte.

VfB Stuttgart: Vlachodimos – Insua, Baumgartl, Sunjic (Kliment, 27.), Schwaab – Kostic (Heise, 87.), Gentner, Serey Dié (Rupp, 60.), Klein – Didavi – Werner

FC Augsburg: Hitz – Max, Klavan, Callsen-Bracker, Verhaegh – Baier, Kohr (Altintop, 84.) – Caiuby, Koo (Jan Moravek, 74.), Esswein – Bobadilla (Dong-Won Ji, 61.)

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