Neun der 19 wegen Norovirus isolierten Patienten in Bietigheim sind entlassen worden. Foto: factum/Bach

Es ist Besserung in Sicht für die bislang 19 Patienten, die auf Station 1B im Krankenhaus von Bietigheim wegen des Norovirus isoliert wurden. Einige können nach Hause, der Aufnahmestopp könnte bald enden.

Bietigheim-Bissingen - Die Situation der Patienten auf Station 1B des Bietigheimer Krankenhauses hat sich verbessert. Wie berichtet waren am Wochenende 19 Patienten isoliert worden, weil der Norovirus ausgebrochen ist. Inzwischen durften neun Patienten die Station verlassen, die restlichen zehn Kranken müssen dort noch bleiben, wie der Kliniksprecher Alexander Tsongas erklärt. Davon würden fünf noch Symptome der Durchfallerkrankung zeigen, andere seien nur noch auf der Station, um ihre vorherigen Erkrankungen zu behandeln. Ein Patient sei symptomfrei und könne bald entlassen werden. „Vielleicht können schon am Mittwoch weitere fünf Patienten die Station verlassen, das wird von Tag zu Tag entschieden“, so Tsongas. Das gilt auch für den Aufnahmestopp auf der Station, der noch bestehen bleibt.

Landesweit gibt es weniger Norovirus-Fälle

Tsongas betont, dass das Krankenhaus mit seinen 416 Betten sonst völlig problemlos funktioniere: „Es handelt sich nur um wenige, einzeln isolierte Patienten.“ Wie das Sozialministerium mitteilt, ist die Zahl der Norovirus-Infektionen in diesem Winter niedriger als noch 2016/17. „Bislang wurden im Januar in Baden-Württemberg 1122 Fälle gemeldet“, erklärt der Sprecher Nikolai Worms. Elf Mal sei die Krankheit in öffentlichen Einrichtungen ausgebrochen, sechs Mal in Krankenhäusern.“

Das Norovirus war vor allem im Winter 2016/17 verbreitet. So meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin, das in einer einzelnen Woche 5300 Erkrankungen gemeldet wurden. „Wir kennen das Phänomen, dass die Werte alle paar Jahre erhöht sind“, erklärt Susanne Glasmacher, die Sprecherin des RKI. Da es sich um eine meldepflichtige Krankheit handelt, hat das Institut eine bundesweite Übersicht über die Lage. In der Saison 2009/2010 seien sogar fast 150 000 Erkrankungen gemeldet worden, derzeit sind es knapp 30 000.

Neuer Virenstamm sorgt für mehr Infektionen

Seit dem vergangenen Jahr infizieren sich laut RKI immer mehr Menschen, weil eine neue Virusvariante umgeht. „Das bedeutet jedoch nicht, dass das Virus gefährlicher ist oder die Krankheit schwerer verläuft als sonst“, sagt Glasmacher. Es könne sich nur besser vor dem Immunsystem verbergen, sodass mehr Leute erkranken, lautet die Erklärung der Experten. Im Bereich des Regierungspräsidiums Stuttgart wurden bislang 600 Fälle gezählt.

Im Kreis Konstanz fiel im Dezember eine Welle von Erkrankungen in sechs Einrichtungen auf, darunter Kindergärten und Altenpflegeheime. Das ist nicht untypisch, wie der RKH-Sprecher Tsongas bestätigt: „In öffentlichen Einrichtungen mit vielen Menschen verbreitet sich der Erreger schneller.“ Im Kreis Esslingen gab es 2014 einen ähnlichen Fall wie in Bietigheim: Damals wurde in der Paracelsus-Klinik in Ruit ebenfalls eine Station abgesperrt, um zwölf Patienten mit Norovirus zu isolieren.

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