Vinzenz Geiger (li.) hat in dieser Saison gut lachen – und auch schon den Topmann aus Norwegen geschlagen. Foto: dpa/Espa Photo Agency

Jahrelang dominierten Johannes Rydzek und Eric Frenzel die Weltspitze in der Nordischen Kombination. In dieser Saison ist ein anderer der bislang auffälligste Deutsche. Wir haben ihn uns genauer angeschaut – und sind auf einen prominenten Namensvetter gestoßen.

Oberstdorf - Zwei Typen aus Oberstdorf sorgen momentan bei den deutschen Wintersportlern für die Schlagzeilen. Karl Geiger bei den Skispringern und der Kombinierer Vinzenz Geiger. Natürlich ist es naheliegend, dass ihnen immer wieder die gleiche Frage gestellt wird. „Seid ihr miteinander verwandt?“ Karl Geiger erklärt: „Direkt verwandt sind wir nicht, schon über ein paar Ecken. Das ist schon ein bisschen verwässert.“ Vinzenz Geiger antwortet konkreter: „Wir haben denselben Ururgroßvater.“ Dann fügt er an: „Es reicht zu sagen: entfernt verwandt.“

Karl Geiger, Vinzenz Geiger, dazu noch die Slalomfahrerin Christina Geiger. Die trägt mittlerweile den Nachnamen Ackermann. Gefühlt hört halb Oberstdorf auf den Nachnamen Geiger. Weit gefehlt. Die Nachfrage beim Einwohnermeldeamt ergibt, dass 97 Personen mit dem Namen Geiger gemeldet sind. Bei etwa 9700 Einwohnern. Aber zumindest sind die Geigers sportlich. „Man trifft sich halt, wir sind ja beide aus Oberstdorf. Deshalb kennen wir uns natürlich gut“, sagt Vinzenz Geiger zu den gemeinsamen Lebenslinien. Zumindest im Winter üben sie immer an unterschiedlichen Orten ihren Sport aus.

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Über Karl Geiger ist in den vergangenen Wochen sehr viel in den Medien berichtet worden, seit er bei der Vierschanzentournee groß aufgetrumpft hat und gerade die Gesamtwertung im Weltcup anführt. Vinzenz Geiger ist dadurch aufgefallen, dass er der einzige Athlet ist, der Jarl Magnus Riiber, den überragenden Kombinierer in dieser Saison, schlagen konnte. Zweimal in zehn Wettkämpfen.

Inspiration durch Großereignisse vor Ort

Inspiriert wurden beide Sportler durch Großereignisse in ihrer Heimat. Beim 26 Jahre alten Skispringer Karl Geiger war es das Auftaktspringen der Vierschanzentournee. „Ich kann mich noch bestens an die Siege von Martin Schmitt erinnern, der zwischen 1998 und 2000 dreimal hintereinander gewonnen hat. Das war schon ziemlich cool damals“, berichtete er über seine Anfänge. Der 22-jährige Vinzenz Geiger kann sich indes noch gut an die nordischen Weltmeisterschaften 2005 erinnern. „Ich war recht oft an der Schanze und im Langlaufstadion“, erzählt er. Dort habe er den Spirit aufgenommen. Begeistert hat ihn Ronny Ackermann, der Weltmeister im Einzel und im Sprint wurde. Heute ist das damalige Idol der Trainer von Vinzenz Geiger.

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Auch wenn die gemeinsamen Wurzeln schon weit auseinander liegen, in einigen Punkten sind sich Karl und Vinzenz Geiger ähnlich. Die Heimat und die Berge sind ihnen wichtig, gerne spielen sie Schafkopf. Und beide drängt es nicht mit aller Macht ins Rampenlicht. „In Oberstdorf lag die Aufmerksamkeit auf Johannes Rydzek, was auch vollkommen okay war“, sagt der 1,80 Meter große Sportler Vinzenz Geiger. Immerhin ist Rydzek sechsfacher Weltmeister. Gemeinsam wurden sie aber auch Olympiasieger im Team. Geiger sah in seinem Schattendasein vor allem praktische Vorzüge. „Für die Entwicklung ist es schöner, wenn man sein Zeug machen kann“, sagt er. Den Satz hätte auch Karl Geiger sagen können.

In Seefeld geht es wieder um Siege und Weltcuppunkte

Sein Ding will Vinzenz Geiger an diesem Wochenende in Seefeld machen. Das Seefeld-Triple ist für die Kombinierer das, was die Vierschanzentournee für die Skispringer ist. Natürlich ist der Norweger Riiber, der mit 960 von 1000 möglichen Punkten die Weltcupwertung anführt, der große Favorit. Doch Geiger will sich „ranziehen“, ihm mehr als nur Paroli bieten. Den Überflieger am liebsten wie in Ramsau und in Val di Fiemme hinter sich lassen. Leicht wird das nicht, weiß er. „Jarl ist im Moment in einer so guten Form, er bringt die Sportart noch einmal auf ein anderes Level“, erläutert er. Der Schlüssel zum Erfolg liegt beim Springen. „Auf der Schanze muss man schon extrem viel richtig machen“, sagt er, „wenn man nah genug an ihm dran ist, dann kann man ihn als guter Läufer schlagen.“ Gut laufen – das kann Vinzenz Geiger.

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Ausgerechnet am vergangenen Wochenende sind ihm auf seiner Heimschanze keine guten Sprünge gelungen. Ein Jahr vor der nächsten nordischen Weltmeisterschaft in Oberstdorf hat er den richtigen Absprung nicht erwischt. Vielleicht trifft er sich aber mal mit Karl Geiger zu einem gemeinsamen Training. „Geiger und Geiger auf der Schanze“ – das wäre doch eine Schlagzeile.

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