Nordflügel Erste Vorbereitungen zum Abriss

Von ddp-bwb 

 Foto: Kraufmann
Foto: Kraufmann

Erste Vorbereitungen für den Abriss des Nordflügels - Poller auf dem Vorplatz entfernt.

Stuttgart - Vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof haben am Dienstag erste Vorbereitungen für den Abriss des Nordflügels begonnen. Am Morgen wurden die Poller auf dem Vorplatz entfernt, wie ein Polizeisprecher sagte. In der Nacht zuvor wurde vor dem Südausgang des Bahnhofs ein weiterer Bauzaun rund um das Areal des ehemaligen Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) errichtet.

Laut einer Sprecherin des Bahnprojektes hängt dies nicht unmittelbar mit dem Abriss des Südflügels zusammen. Auf dem Areal sollten Arbeiten zum Grundwassermanagement durchgeführt werden. Dort würden unter anderem Maschinen und Material untergebracht. Der Zeitpunkt des Abrisses des Südflügels stehe weiterhin noch nicht fest. Er solle aber erst nach dem erfolgten Abriss des Nordflügels folgen.

Die „Stuttgart 21“-Gegner haben angekündigt, aufgrund des Abrisses nun täglich am Abend mit einem lautstarken „Schwabenstreich“ gegen die umstrittenen Baupläne zu protestieren.

Seit der Errichtung des ersten Bauzaunes am Freitag verschärfen sich die Proteste gegen das Bahnprojekt. Am Montagabend demonstrierten rund 3500 Menschen vor dem Gebäude. Veranstalter sprachen von 6000. Unter den Protestrednern war unter anderem der Grünen-Bundesvorsitzende Cem Özdemir, der betonte, auch er sei der Meinung, das Projekt könne noch verhindert werden.

Laut Polizei zogen nach mehreren Reden etwa 3000 Menschen lärmend durch die Straßen und behinderten den Verkehr. Nach rund einer Stunde kehrten die Demonstranten zum Bahnhof zurück. Einige Menschen waren am Bahnhof zurückgeblieben.

Die Gegner von „Stuttgart 21“ bezweifeln unter anderem den verkehrspolitischen Nutzen der Verlegung des bislang oberirdischen Kopfbahnhofs unter die Erde. Angesichts der Rekordverschuldung der öffentlichen Kassen sei das Prestigeprojekt unverhältnismäßig. Sie fordern, den Kopfbahnhof zu sanieren. Darüber hinaus kritisieren sie, dass für das Milliardenprojekt mehr als 280 alte Bäume gefällt werden.

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