Zahlreiche Mitwirkende des Nordamerika-Filmfestivals. Foto: Sascha Maier

Das Nordamerika-Filmfestival will mehr sein als nur ein Filmfestival. Es soll auch die Probleme der indigenen Gesellschaft beleuchten.

S-Mitte - Noch immer denken viele beim Wort Indianer reflexhaft an den Wilden Westen. Doch dass indigene Völker auch aktuell mit Problemen im modernen Nordamerika zu kämpfen haben, ist eine Nachricht, die es irgendwie nicht so recht über den Atlantik schaffen will. Daran soll das Nordamerika-Filmfestival etwas ändern, das vom 18. bis zum 21. Januar seine siebte Auflage feiert. 63 Filme, Musikvideos und Konzerte und Vorträge sind in den Räumen des Treffpunkts Rotebühlplatz und in anderen Stuttgarter Spielstätten zu sehen.

Dabei sind viele der Kulturschaffenden aus Nordamerika selbst vor Ort. Caleen Audrey Sisk etwa, Häuptling des Stammes der Winnemem Wintu. Sie setzt sich stark für das Menschenrecht auf Wasser ein – eines der zentralen Themen des diesjährigen Festivals. Oder Michael Smith, Gründer Indian Film Festivals, das seit 1975 in San Francisco auf die Situation indigener Völker innerhalb der amerikanischen Gesellschaft aufmerksam macht.

Sonja Schierle, Ethnologin und Mitbegründerin der Stuttgarter Nordamerika-Filmfestivals, betont: „Wir wollen mehr als ein Filmfestival sein. Wir verstehen uns als Kultur- und Bildungsfestival. Im Mittelpunkt stehen Begegnung und Austausch.“

Offizelle Eröffnung Donnerstag, 18 Uhr

Dass das Festival diesem Anspruch gerecht werden könnte, zeigt das vielseitige Programm. Den Auftakt macht der Animationsfilm „The Mountain of Sgaana“ am Donnerstag, 18. Januar, der ab 9 Uhr im Robert-Bosch-Saal des Treffpunkts Rotebühlplatz im Rahmen einer Schulveranstaltung gezeigt wird. In der Produktion von Christopher Auchter geht es um einen jungen Mann, der von einem Wal in die Geisterwelt entführt wird.

Die offizielle, feierliche Eröffnung, des Festivals folgt am Donnerstagabend um 18 Uhr. Anja Lange, die auch schon das Internationale Trickfilm-Festival moderierte, führt durch den Abend. Veranstaltungsort ist ebenfalls der Robert-Bosch-Saal.

Um 20 Uhr am selben Abend wird der Dokumentarfilm „Dancing Salmon Home“ von Will Doolittle in englischer Sprache gezeigt. Er handelt von dem Wiedersehen des Winnemem-Wintu-Stammes mit den den Königslachsen, die in ihrem heimischen Fluss Rakaia seit 65 Jahren nicht mehr gesichtet wurden, aber in Neuseeland wieder aufgetaucht sind.

Auch Musik Teil des Programms

Am Freitagmittag, 19. Januar, werden von 14 Uhr an allerlei Kurzfilme vorgeführt. Darunter „The Last Walk“ – ein Werk, das sich in drei Episoden mit der indigenen Gemeinschaft in der Arktis beschäftigt. Im Anschluss daran spielt die junge Musikerin Raye Zaragoza aus Los Angeles ab 20 Uhr im Club Zentral (am Tag zuvor auch im Linden-Museum) an der Hohe Straße Lieder, die Mut machen sollen.

Am Samstag und Sonntag gibt es neben zahlreichen weiteren Filmvorfühungen im Robert-Bosch-Saal noch mehr Rahmenprogramm. So findet am Sonntagvormittag ab 10 Uhr eine 70-minütige Musikmatinee statt, in der 15 Musikvideos gezeigt werden. Am Abend schließt das Festival ab 18 Uhr mit der Preisverleihung.

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