Ludwigsburger Hoteliers und Gastronomen sprechen sich in einem offenen Brief an den Oberbürgermeister für den Erhalt der Veranstaltungsstätte aus.
Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) wendet sich besorgt an den Ludwigsburger Oberbürgermeister Matthias Knecht – und fordert in einem offenen Brief den Erhalt des Forums. Geschäftsführer Marcos Angas befürchtet einen Lostplace mitten in der Stadt – und stellt ein Gesprächsangebot. Grundsätzlich ist man sich im Gemeinderat einig, das Forum beizubehalten, doch die Bereitschaft, für eine Generalsanierung massiv zu investieren, war in den vergangenen Monaten sehr unterschiedlich ausgeprägt.
„Die Wertigkeit des Forums als kultureller und wirtschaftlicher Faktor ist unbestritten“, schreibt Angas. Es brauche einen Ort für Kultur und Begegnung. „Aus ökonomischer Sicht ist die Nutzung als Spielstätte für wertige, hochkarätige Konzerte und Opernformate oder Musicals und Veranstaltungen für ein breites Publikum“ von Bedeutung, heißt es weiter. Hierfür sei der Konzertsaal sicher bestens geeignet. Der Bürgersaal sei für Kongresse und Tagungen wunderbar aufgestellt. Für die Bevölkerung seien Abibälle oder Vereinsfeiern der Anziehungspunkt schlechthin.
Hohe Folgekosten bei Nichtnutzung
„Wir sind überzeugt, dass eine ganzheitliche konsequente Nutzung des Forums für alle Vorteile hat“, so Angas. Eine Schließung des Forums und die Schaffung eines „Lost Place“ mitten in der Stadt wäre in vielerlei Hinsicht eine Katastrophe. Nicht nur würde die Attraktivität der Stadt im Ganzen Schaden nehmen, die Sicherheit in diesem Quartier problematisch werden, schreibt er, sondern auch „die Existenz vieler Betriebe unserer Branche gefährden. Ganz zu schweigen, welche sinnlosen Folgekosten eine Nichtnutzung generieren würde.“
Natürlich wisse er um die enormen Kosten der Sanierung und die Haushaltslage. Umso wichtiger sei es, Lösungen für die Nutzung zu finden, die die Belastung auf das Erträglichste zu reduzieren. „Mit einer starken Auslastung des Objekts, mit Veranstaltungen aller Art wird dies gelingen“, sagt Angas. Er sei bereit einen runden Tisch anzubieten, um gemeinsame Ideen und Nutzungsformate zu besprechen.
Für eine Sanierung des Forums würden nach aktuellen Berechnungen 134 Millionen Euro anfallen. Aber auch bei einer dauerhaften Schließung würden auf die Stadt ohne Nutzung jährliche Instandhaltungskosten im sechsstelligen Bereich zukommen. Der Gemeinderat berät am kommenden Mittwoch über die Zukunft des Forums. Die Stadtverwaltung schlägt vor, die Generalsanierung weiter voranzutreiben. Stimmt der Gemeinderat zu, schließt das Forum Ende Juli und soll zum 100. Geburtstag der Schlossfestspiele 2032 wieder öffnen.
Das Forum ist derzeit in einem Duldungsbetrieb – wird die Sanierung abgelehnt, müsste die Veranstaltungsstätte sofort schließen, „da die baulichen Mängel (Brandschutz, Haustechnik) nicht mehr im laufenden Betrieb behoben werden können, die Versicherungs- und Haftungsrisiken für die Stadt unzumutbar wären und die Betriebssicherheit ohne genehmigte Planungsfortführung nicht gewährleistet werden kann“, heißt es in der Beschlussvorlage.