Warn-Apps wie Nina, Katwarn und Warnwetter informieren per Smartphone. Foto: dpa//Jens Kalaene

Unwetterwarnungen kommen häufig über das Smartphone. Neben den Unterschieden zwischen Wetterapps und Rundum-Warnapps wie NINA und Katwarn gibt es auch immer wieder Kritik.

Offenbach/Bonn - Warnungen vor drohendem Starkregen oder Hochwasser bekommen viele Menschen heutzutage auch über ihr Smartphone mitgeteilt – so auch während der Hochwasserkatastrophe in der Eifel. Diese offiziellen Unwetterwarnungen verschickt in Deutschland der Deutsche Wetterdienst (DWD). Die Meldungen erscheinen dann zusätzlich in verschiedenen Wetterapps, denn viele kommerzielle Anbieter übernehmen die DWD-Warnungen direkt, wie eine Sprecherin des Online-Dienstes „wetter.com“ auf Anfrage bestätigt. Der DWD setzt außerdem auf die hauseigene Warnwetterapp für Gefahrenmeldungen.

 

Erste Warnung am Montagabend

Erste Warnungen vor starkem Dauerregen gab der DWD für die besonders gefährdeten Gebiete in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz in der vergangenen Woche bereits am Montagabend heraus, wie Pressesprecher Uwe Kirsche erklärt. In den großflächigen Warnungen war dabei jedoch nur allgemein von möglichem „Hochwasser an Bächen und kleineren Flüssen sowie Überflutungen von Straßen“ die Rede.

Offizielle Katastrophenwarnapps wie Nina vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) und Katwarn von Fraunhofer Fokus, dem Fraunhofer Institut für offene Kommunikationssysteme, sind dagegen für eine größere Bandbreite an Gefahren gedacht. Auch sie erhalten automatisch die Unwetterwarnungen des DWD, sind zugleich jedoch an ein bundesweites satellitengestütztes Warnsystem angeschlossen. Darüber informieren im akuten Krisenfall die Landkreise und Feuerwehrleitstellen – nicht nur bei Hochwasser, sondern etwa auch bei Großbränden. Neben der automatischen Standorterkennung des Smartphones lassen sich manuell Informationen für einzelne Orte und Gegenden abonnieren. Die Warnungen landen dann per Push-Benachrichtigung auf dem Smartphone. Die Nina-App wird vom baden-württembergischen Innenministerium empfohlen und von rund neun Millionen Menschen genutzt.

Kritik an den Warnapps

Doch die Warnapps stehen auch immer wieder in der Kritik. So funktionieren sie nur, solange das Mobilfunknetz steht – und Mobilfunkmasten können bei Hochwasser leicht zerstört werden. Auch haben längst nicht alle Menschen ein Smartphone und sind auf andere Warnmittel wie Radio, Fernsehen, Lautsprecherwagen und Sirenen angewiesen.

Dazu kommt, dass die Apps ihre Mitteilungen teilweise sehr spät verschicken. Nach Informationen der Deutschen Presseagentur bekamen die Menschen in Erftstadt über die Nina-App erst am Donnerstag einen Aufruf zur Evakuierung von der Leitstelle des Rhein-Erft-Kreises. Für Bad Neuenahr-Ahrweiler meldete die Katwarn-App am Mittwochabend, dass die Menschen in einigen schwer betroffenen Stadtteilen ihre Wohnungen verlassen sollten.

Einige Tage nach der Flutkatastrophe mehren sich die Stimmen, die ein Versagen des Katastrophenschutzes in Deutschland feststellen. BBK-Chef Armin Schuster erklärte dagegen, die Warninfrastruktur habe funktioniert: „Wir haben 150 Warnmeldungen über unsere Apps, über die Medien ausgesendet.“