Die Große Nike 2019 des BDA geht an das Kirchenzentrum Seliger Pater Rupert Mayer in Poing bei München. Foto: Florian Holzherr

Die Große Nike, einer der wichtigsten Architekturpreise Deutschlands, ist vergeben worden – an einen Kirchenneubau in Poing in der oberbayerischen Provinz. Die Sanierung des Stuttgarter Landtags, die es auf die Shortlist geschafft hatte, ging leer aus.

Stuttgart - Der Bund Deutscher Architekten (BDA) hat seinen wichtigsten Architekturpreis vergeben: Die Große Nike, benannt nach der antiken griechischen Siegesgöttin, geht an das Kirchenzentrum Seliger Pater Rupert Mayer in Poing bei München. Der Entwurf des Münchner Büros Meck Architekten setzte sich gegen die Generalsanierung des Landtagsgebäudes in Stuttgart von Staab Architekten durch, die ebenfalls in der Kategorie Nike für Atmosphäre nominiert war. Der Nike-Architekturpreis, der nur alle drei Jahre verliehen wird, würdigt Architekten und Bauherren für vorbildhafte Beiträge zu Architektur und Städtebau.

Der Kirchenneubau schaffe eine neue Mitte des wachsenden Ortes im Münchner Speckgürtel und erzeuge „mit den Mitteln der Architektur eine Art Überzeitlichkeit“, so die Jurybegründung. Die Große Nike geht an ein Bauwerk, das insgesamt sechs Preiskategorien – Symbolik, Atmosphäre, Fügung, Komposition, Soziales Engagement und Neuerung – in besonderer Weise gerecht wird. In diesen Kategorien wurden beim BDA-Tag in Halle/ Saale zudem sechs Niken vergeben, hinzu kommt noch die Klassik-Nike, mit der in diesem Jahr die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin von Egon Eiermann bedacht wurde.

Die Elb-Metropole zieht den Kürzeren

Die Nike für Symbolik erhielt die Hamburger Elbphilharmonie von Herzog & de Meuron aus Basel. Bemerkenswert: Das weltweit gerühmte ikonische Bauwerk in der Elb-Metropole unterlag damit einem Sakralbau aus der oberbayerischen Provinz. Weder Stuttgart noch das Land Baden-Württemberg konnten eine Auszeichnung ergattern. Die Stuttgarter Architekten Bez und Kock, die für das Anneliese Brost Musikforum Ruhr in Bochum in der Kategorie Komposition vorgeschlagen waren, gingen leer aus, ebenso das Architekturbüro Klärle aus Bad Mergentheim, das sich für die Sanierung und Umnutzung des Gebäudeensembles Hof 8 in Weikersheim-Schäftersheim Chancen auf die Nike für soziales Engagement ausgerechnet hatte.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: