Blick in den großen Ballettsaal der John-Cranko-Schule in Stuttgart Foto: Brigida González

Endlich wieder Nike-Ehren für Stuttgart und seine Architektenschaft? Die John-Cranko-Schule und zwei Bauten von Stuttgarter Architekturbüros sind auf der Shortlist des BDA-Architekturpreises Nike 2022 vertreten.

Der Neubau der John-Cranko-Schule in Stuttgart hat Aussichten, den bedeutenden BDA-Architekturpreis Nike zu gewinnen. Das vom Münchner Büro Burger Rudacs Architekten entworfene Gebäude steht auf der Shortlist, die der Bund Deutscher Architektinnen und Architekten in Berlin jetzt veröffentlicht hat. Zwei Architekturbüros aus Stuttgart sind ebenfalls in der engeren, 22 Bauten umfassenden Auswahl vertreten: Bez + Kock Architekten mit dem Museums- und Kulturforum Südwestfalen in Arnsberg und Steimle Architekten mit der Bücherei in Kressbronn. Damit hat Stuttgart und sein Architektenstand wieder die Chance, bei einem der wichtigsten Architekturpreise Deutschlands zum Zug zu kommen. Beim letzten Nike-Architekturpreis 2019 konnten weder Stuttgart noch das Land Baden-Württemberg eine Auszeichnung ergattern.

 

Auszeichnungen in sechs Kategorien

Der BDA vergibt seinen höchsten Architekturpreis Nike, benannt nach der antiken griechischen Siegesgöttin, alle drei Jahre und würdigt Architekten und Bauherren für herausragende Beiträge zu Architektur und Städtebau. Nominiert werden hierfür Bauten, die zuvor in Preisverfahren der BDA-Landesverbände erfolgreich waren, weshalb die Nike von ihren Auslobern auch gern als „Preis der Sieger“ oder „Architektur-Oscar“ apostrophiert wird. Vergeben werden Niken in den Kategorien Symbolik, Atmosphäre, Fügung, Komposition, soziales Engagement und Neuerung. Die Große Nike als Hauptpreis ehrt einen Bau, der allen Preiskategorien besonders gerecht wird. Mit der Klassik-Nike wird zudem ein Gebäude aus der Zeit nach 1945 gekürt, das sich in der Nutzung bewährt hat. Den Jury-Vorsitz beim diesjährigen Auszeichnungsverfahren hatte die Architektin Marika Schmidt.

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Die John-Cranko-Schule gehört zu den zehn Siegerbauten des Hugo-Häring-Landespreises 2021 des BDA Baden-Württemberg und ist Teil der Nike-Shortlist in der Kategorie Atmosphäre. Konkurrenz erwächst dem Stuttgarter Kulturbau durch den Neubau der „tageszeitung“ in Berlin von E2A Piet Eckert und Wim Eckert Architekten, Zürich, und das Hotel Wilmina in Berlin – Grüntuch Ernst Architekten, Berlin, verwandelten ein ehemaliges Gefängnis in einen Hotelbau.

Steimle Architekten mit Kressbronner Bücherei auf der Shortlist

Die Bücherei in Kressbronn am Bodensee ist, wie auch die Betonskulptur der John-Cranko-Schule , bereits 2021 im baden-württembergischen Auszeichnungsverfahren des BDA mit „Großen Hugo“-Ehren bedacht worden. Der viel beachtete Bibliotheksbau von Steimle Architekten muss sich nun nun in der Kategorie Symbolik mit der Kapelle St. Joseph in Löcknitz von Bernd Bess Architekt, Berlin, und dem Verwaltungsgebäude mit Gewächshaus in Oberhausen vom Büro Kuehn Malvezzi, Berlin, einem aufsehenerregenden Hybrid-Bau, messen.

Das Sauerlandmuseum von Bez + Kock

Bez + Kock Architekten wiederum haben in der Kategorie Komposition die Finalrunde erreicht. Ihr bereits vielfach ausgezeichnetes Sauerlandmuseum im nordrhein-westfälischen Arnsberg teilt sich den Shortlist-Platz mit dem Neuen Kesselhaus auf dem Nordstern-Campus in Gelsenkirchen vom Büro JSWD, Köln, dem Jüdischen Museum Frankfurt am Main von Staab Architekten, Berlin, und dem DBFZ-Technikum Deutsches Biomasse Forschungszentrum in Leipzig von Schulz und Schulz Architekten, Leipzig. 2019 waren Bez + Kock ebenfalls auf der Nike-Shortlist in der Kategorie Komposition vertreten, eine Trophäe konnte ihr Anneliese Brost Musikforum Ruhr in Bochum damals dann aber doch nicht erringen. Vor drei Jahren war die Große Nike an das Kirchenzentrum Seliger Pater Rupert Mayer in Poing von Meck Architekten gegangen.

Die Nike 2022 wird am 21. Mai beim 17. BDA-Tag „Mehr Umbau wagen“ in Nürnberg verliehen.