Wegen der Niedrigzinsen nagt die Inflation an den Ersparnissen. Foto: dpa

Die niedrigen Zinsen auf Bankeinlagen können den Wertverlust durch Inflation nicht kompensieren: Die jährliche Sparleistung der Deutschen wird laut einer Banken-Studie um 19 Prozent gemindert. Absolut betrachtet sind die Verluste in Baden-Württemberg besonders hoch.

Frankfurt - Die Inflation zehrt laut Berechnungen der Comdirect-Bank jeden fünften neu zurückgelegten Euro auf. Die jährliche Sparleistung der Deutschen werde im Schnitt um 19 Prozent gemindert, heißt es in der am Donnerstag veröffentlichten Studie. Inflationsbereinigt erhöht sich das Vermögen eines Durchschnittsdeutschen, der laut Comdirect 2200 Euro im Jahr spart, 2017 also nur um knapp 1800 Euro. Hintergrund ist die Annahme, dass die bereits in den Vorjahren angesparten Bankeinlagen wegen der nach Abzug der Inflation negativen Zinsen real an Wert verlieren. Rund 40 Prozent der deutschen Geldvermögen stecken in Bankeinlagen.

Besonders hart trifft es der Studie zufolge Sparer in den neuen Bundesländern: Den Mecklenburg-Vorpommern gehen sogar 28 Prozent ihrer jährlichen Sparsumme von durchschnittlich 1100 Euro verloren. In Baden-Württemberg liegt die Wertminderung bezogen auf die jährliche Sparleistung mit 19 Prozent im Bundesdurchschnitt. In absoluten Zahlen sind die Verluste für hiesige Sparer mit -542 Euro allerdings die bundesweit höchsten nach denen der Hessen; dort werden die Rücklagen dieses Jahres pro Kopf um 552 Euro gemindert. Der durchschnittliche Baden-Württemberger spart laut Comdirect jährlich 2900 Euro. Rechne man den Wertverlust auf die gesamten Bankeinlagen dagegen, schrumpfe das Plus inflationsbereinigt auf weniger als 2400 Euro.

Kaum Unterschiede beim Zinsniveau

Bei der Verzinsung von Tagesgeld, Festgeld oder Sparbüchern gebe es zwischen den Bundesländern keine großen Unterschiede, teilte die Comdirect unter Berufung auf Daten des Analysehauses Barkow Consulting mit. Die den Berechnungen zugrundeliegenden Inflationsraten liegen für Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen allerdings deutlich über dem Bundesdurchschnitt.

Dass die Ostdeutschen von ihren geringeren Rücklagen prozentual gesehen besonders viel verlieren, ist wohl auch auf eine besonders starke Konzentration ihrer Ersparnisse auf zinstragende Produkte wie eben Bankeinlagen zurückzuführen. Konkrete Zahlen dazu liefert die Studie allerdings nicht.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: