Fassungslosigkeit: Nicolas Gonzalez trifft nicht das leere Schalker Tor, sondern den Pfosten. Foto: Getty

Der agile Offensivmann Nicolas Gonzalez vom VfB Stuttgart wurde bei der 1:3-Heimniederlage gegen den FC Schalke 04 spät mit seinem ersten Tor in der Fußball-Bundesliga belohnt. Das war jedoch nur ein schwacher Trost – zuvor hatte er bei der Riesenchance zum 1:1 den Ball nicht im leeren Tor untergebracht.

Stuttgart - Er köpfte den Ball ein, holte ihn im gleichen Atemzug aus dem Netz und rannte mit ihm zum Mittelkreis. Nicolas Gonzalez hatte es eilig – er hatte noch etwas aufzuholen. Doch kurz nach seinem Anschlusstreffer in der 76. Minute setzte es für den VfB Stuttgart am Samstag im Heimspiel gegen den FC Schalke 04 das Gegentor zum 1:3, womit die Aufholjagd gleich wieder beendet war.

Der Knackpunkt kurz nach der Pause

Dabei hätte es gar nicht so weit kommen müssen. Wenn nur, ja wenn nur Nicolas Gonzalez bei seiner Riesenchance kurz nach der Pause beim Stand von 0:1 die Nerven behalten hätte. „Der Knackpunkt war definitiv die 48. Minute“, sagte der VfB-Trainer Markus Weinzierl nach der elften Saisonniederlage zu der Szene mit dem Fehlschuss von Nicolas Gonzalez, der in den einen oder anderen Bundesliga-Jahresrückblick eingehen wird.

Der verunsicherte Schalker Torwart Ralf Fährmann servierte dem jungen Argentinier sein erstes Bundesliga-Tor quasi auf dem Silbertablett. Ein Fehlpass direkt vor die Füße des VfB-Offensivmanns, 17 Meter vor dem Tor. Doch anstatt den Ball schlicht und einfach ins leere Gehäuse einzuschieben, begann im Kopf von Nicolas Gonzalez ein Denkprozess. Wahrscheinlich wurden Erinnerungen wach an die vielen Möglichkeiten, die er in dieser Saison bereits vergeben hatte. Jetzt bloß nicht versagen, sagte er sich sicher – und tat genau das. Er zögerte und zauderte und traf nur den rechten Pfosten.

Michael Reschke hat Mitleid mit Nicolas Gonzalez

„Man hat es in der Szene ja gesehen: Er ist verunsichert in Abschlussaktionen“, sagte der VfB-Sportvorstand Michael Reschke. „Für den Jungen tut es mir wirklich leid, weil er aufopferungsvoll gekämpft hat die ganze Hinrunde, weil er sogar etwas mehr spielen musste als wir das ursprünglich geplant hatten aufgrund der Kaderproblematik mit den vielen Verletzungen.“ Von der Chefetage bis zum einfachen Mitarbeiter sind im Club trotz der etwas unglücklichen ersten Halbserie von Nicolas Gonzalez in Stuttgart dennoch weiterhin alle davon überzeugt, dass der 20-Jährige noch groß rauskommen wird.

Vielleicht ist der Knoten ja sogar am Samstag geplatzt, denn das lange Warten auf das erste Bundesliga-Tor des Südamerikaners hatte später ja doch noch ein Ende. Per Kopf erzielte er es nach Flanke von Chadrac Akolo in der 76. Minute – es war jedoch nur ein schwacher Trost. „Dass er dann noch ein Tor gemacht hat, vielleicht gibt ihm das ein bisschen Rückenwind für die Rückrunde“, sagte VfB-Sportvorstand Michael Reschke.

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