Neymar-Transfer Wüste Sache

Von Gunter Barner 

Nie mehr abgeben müssen für Messi: Neymar Foto: AFP
Nie mehr abgeben müssen für Messi: Neymar Foto: AFP

Die Wüstensöhne von Paris St. Germain krallen sich den brasilianischen Superstar Neymar. Kostet alles in allem wohl rund 300 Millionen Euro. „Trotzdem kein Grund, um vor Neid zu platzen“, schreibt StN-Autor Gunter Barner mit einem Augenzwinkern.

Stuttgart - Der Scheich ist reich. Er baut auf Sand und schwimmt im Öl. Und manchmal amüsiert er sich bei Kamelrennen. Aber Randsportarten werden auf Sky nicht übertragen. Deshalb reitet der Scheich in Frankreich vor und kauft sich einen Fußballverein, der zwar einen großen Namen hat, aber nur kleine Erfolge. Sagen wir mal: Paris St. Germain.

Sky überträgt jetzt live und Qatar Sport Investments, die Firma vom reichen Scheich, besorgt noch ein paar Spieler. Zum Beispiel Neymar. Der Brasilianer kostet zwar ein bisschen viel, mit Ablösesumme, Handgeldern und Provisionen mindestens 300 Millionen Euro, aber er bringt halt auch mehr als, sagen wir mal, Julian Draxler. Neymar fand es blöd, dass er beim FC Barcelona den Ball vor dem Tor immer noch abgeben musste. Für Messi. Jetzt werden die Pariser den Verkehr regeln – ganz in seinem Sinne.

Es könnte Ärger mit der Uefa geben

So kommt PSG vielleicht sogar mal bis ins Endspiel in der Champions League. Und der Scheich muss sich nicht wieder ärgern, dass er nach dem Achtelfinale gegen den FC Barcelona, dem Club von Messi und Neymar, heim nach Katar muss. Möglich aber auch, dass die Pariser und ihr Scheich noch in die Bredouille kommen. Vielleicht haben die Wettbewerbshüter von der Europäischen Fußball-Union das Financial Fair Play ja doch nicht nur zum Spaß erfunden. Es verlangt, Pi mal Daumen, dass ein Club nicht mehr Geld für Spieler ausgibt, als er mit seinen Geschäften erwirtschaftet. An das hält sich aber kein Verein so richtig, wohl auch nicht Paris St. Germain. Es ist halt wie im Spiel: Man muss nur die richtigen Tricks beherrschen, um die Gegenspieler ins Leere laufen zu lassen.

Vor Neid platzen muss aber niemand. Die Erfahrung lehrt, dass sich Erfolg im Fußball nicht einfach kaufen lässt. Und Neymar wäre nicht der erste, der unter dem Druck der Erwartungen seine Leichtfüßigkeit einbüßt. Mon dieu, man stelle sich nur vor: Der große Neymar, wie gelähmt und so langsam wie eine Wanderdüne. Wüste Sache.

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