Die Polizei war mit einem Sondereinsatzkommando vor Ort. Foto: dpa

Ein bewaffneter Mann hat in Pfaffenhofen an der Ilm eine Mitarbeiterin eines Jugendamtes bedroht und sie als Geisel genommen. Über Stunden war die Frau in der Gewalt des Mannes. Nun hat die Polizei die Geiselnahme beendet. Alle Entwicklungen lesen Sie in unserem Newsblog.

Pfaffenhofen - Im Jugendamt des Landkreises Pfaffenhofen an der Ilm gibt es eine Geiselnahme. Eine Angestellte wurde seit Montagmorgen in der Behörde mit einer Waffe bedroht. Am Mittag wurde die Mitarbeiterin des Jugendamts befreit und der Täter überwältigt. Der Bereich um das Jugendamt, das sich in der Nähe des Landratsamtes befindet, war von der Polizei großräumig abgesperrt worden.

* Geiselnahme in Jugendamt des Landkreises Pfaffenhofen an der Ilm beendet

* 31-jährige Geisel ist Mitarbeiterin der Behörde

* Täter ist laut Polizei 28 Jahre alt

Montag, 6. November, 14.16 Uhr

Die Polizei hat die Geiselnahme im Jugendamt des Landkreises Pfaffenhofen an der Ilm beendet. Ein 28-jähriger Mann, der eine Sachbearbeiterin über Stunden in seiner Gewalt hatte, sei festgenommen worden, sagte ein Sprecher am Montag.

Die Beamten nutzten demnach die Gelegenheit zum Zugriff aus, als der Täter die Versorgung der Frau zugelassen hatte. Der Polizeisprecherin zufolge blieb die Jugendamtsmitarbeiterin augenscheinlich weitgehend unverletzt. Sie scheine eine Schürfwunde erlitten zu haben, weitere Verletzungen seien zunächst nicht erkennbar gewesen. Ein Notarzt versorge die Frau vor Ort. Als Motiv geht die Polizei von einem Sorgerechtsstreit aus.

Montag, 6. November, 14.04 Uhr

Die Polizei twittert, dass die Geisel befreit wurde und der Täter überwältigt wurde. Über den Zustand von Opfer und Täter ist bislang nichts bekannt.

Nahezu alle Verkehrssperrungen rund um das Landratsamt seien nun aufgehoben, heißt es weiter auf Twitter.

Montag, 6. November, 13.06 Uhr:

Frust, Geldmangel oder Stalking – in extremen Fällen sind Behördenmitarbeiter schon früher als Geiseln genommen geworden. Drei Fälle:

– Ingolstadt, August 2013: Nach stundenlangem Nervenkrieg beenden Polizisten eine Geiselnahme im Rathaus. Ein mit Messer und Spielzeugpistole bewaffneter 24-Jähriger hielt dort vier Menschen fest. Einer der Geiseln hatte er jahrelang nachgestellt.

– Gerolstein, Februar 2011: Um die kaputte Heizung in seiner Sozialwohnung repariert zu bekommen, nimmt ein mit einer Machete bewaffneter 54-Jähriger im Rathaus einen Verwaltungsbeamten als Geisel. Die Polizei kann ihn nach wenigen Minuten festnehmen.

– Aachen, September 2007: Mit einer defekten Luftpistole bewaffnet hält eine 46-Jährige einen Mitarbeiter der Arbeitsagentur fest und fordert Sozialhilfe oder Essensmarken. Die Behörde hatte die Zahlungen kurz zuvor gestoppt. Nach zwei Stunden gibt die Frau auf.

Montag, 6. November, 12.40 Uhr:

Es werden weitere Details zum Tathergang öffentlich: Demnach verbarrikadierte sich der Mann am Montagmorgen in einem Büro im dritten Stock des Gebäudes und ließ den Rollladen des Fensters herunter. Die Polizei nahm telefonischen Kontakt zu dem 28 Jahre alten Mann auf und versucht, ihn zur unblutigen Aufgabe der Geiselnahme zu bewegen.

Sprecher Hans-Peter Kammerer sagte, Opfer und mutmaßlicher Täter hätten vor der Geiselnahme wohl „berufsmäßigen Kontakt“ zueinander gehabt. Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei ist vor Ort. Der mutmaßliche Täter ist den Angaben nach mindestens mit einem Messer bewaffnet. Ob er weitere Waffen bei sich hat, war zunächst unklar.

Montag, 6. November, 12.33 Uhr:

Die Sachbearbeiterin des Jugendamtes ist laut Polizei leicht verletzt. Beamte haben das in unmittelbarer Nähe des Landratsamtes in Pfaffenhofen gelegene Gebäude weiträumig abgesperrt. Es war bereits kurz nach Beginn der Geiselnahme geräumt worden. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort. Auch mehrere Krankenwagen und Ärzte sowie Sanitäter wurden zum Tatort geschickt.

Zum möglichen Motiv des Mannes wollte sich die Polizei aus einsatztaktischen Gründen vorerst nicht äußern, auch nicht zu Berichten, wonach Hintergrund der Geiselnahme ein Sorgerechtsstreit des 28-Jährigen sein könnte. Es bestehe lediglich „ein gewisser Verdacht“.

Montag, 6. November, 11.11 Uhr:

Die Polizei hat Kontakt zu dem Geiselnehmer, der im Jugendamt der oberbayerischen Stadt Pfaffenhofen eine Sachbearbeiterin in seine Gewalt gebracht hat. Eine Verhandlungsgruppe versuche, den 28-Jährigen Mann zum Aufgeben zu bewegen, sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord am Montag. Es sei bisher noch nicht zu einer Gewalttat des Manns gekommen. Die Einsatzkräfte hofften, dass sich die Lage friedlich beruhigen lasse.

Der Mann hatte die 31 Jahre alte Mitarbeiterin des Jugendamts am Montag in seine Gewalt gebracht. Er soll über ein Messer als Waffe verfügen. Medienberichten zufolge soll dem Angreifer das Sorgerecht für sein Kind entzogen worden sein - die Polizei konnte dies zunächst nicht bestätigen.

Montag, 6. November, 11.05 Uhr:

Im Fall der Geiselnahme im Jugendamt des Landkreises Pfaffenhofen an der Ilm hat das Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei Kontakt zu dem mutmaßlichen Täter. Die Beamten seien im Gespräch mit dem 28-Jährigen, teilte die Polizei mit. Ziel sei, den Mann zur unblutigen Aufgabe der Geiselnahme zu bewegen.

Montag, 6. November, 10.39 Uhr:

Bei dem Geiselnehmer im Jugendamt des Landkreises Pfaffenhofen an der Ilm handelt es sich mutmaßlich um einen 28 Jahre alten Mann. Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei sei dabei, mit dem Mann Kontakt aufzunehmen, sagte eine Polizeisprecherin.

Montag, 6. November, 10.16 Uhr:

Am Ort der Geiselnahme in Pfaffenhofen an der Ilm ist ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei eingetroffen. Der Bereich um das Jugendamt wurde von der Polizei großräumig abgesperrt.

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