Das Ziel der Angreifer war unter anderem die Masjid Al Noor Moschee. Foto: SNPA

Mindestens 49 Menschen sterben bei einem Angriff auf zwei Moscheen in Christchurch in Neuseeland. Die Polizei nimmt vier Tatverdächtige fest. Alle Entwicklungen zu dem Vorfall gibt es in unserem Newsblog.

Christchurch - Bei einem mutmaßlichen Terror-Angriff auf zwei Moscheen in der neuseeländischen Stadt Christchurch sind am Freitag mindestens 49 Menschen getötet worden. Dies bestätigte Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern. Zudem wurden durch Schüsse in den beiden Gotteshäusern mehrere Dutzend muslimische Gläubige verletzt. Ardern sprach von einem „terroristischen Angriff“. Die Polizei nahm vier Verdächtige fest, darunter auch einen Australier. Alle Entwicklungen zu dem Anschlag gibt es in unserem Newsblog.

+ Mindestens 49 Menschen werden bei dem Anschlag getötet

+ Neuseeländische Premierministerin spricht von einem „terroristischen Angriff“

+ Vier Tatverdächtige wurden festgenommen. Ein Mann soll aus Australien stammen

12.58 Uhr: Frankreich erhöht Sicherheit

Nach dem Anschlag auf zwei Moscheen in Neuseeland mit mindestens 49 Toten hat Frankreich seine Sicherheitsvorkehrungen vor den Freitagsgebeten erhöht: Innenminister Christophe Castaner rief alle Präfekten am Freitag auf, die Überwachung der religiösen Stätten im Land zu erhöhen. Er kündigte verstärkte Patrouillen von Sicherheitskräften vor Moscheen und anderen Gotteshäusern an. Präsident Emmanuel Macron verurteilte „die schändlichen Taten“ in Christchurch. Vertreter des Islam in Frankreich äußerten sich schockiert über den Anschlag und riefen die Gläubigen zur Wachsamkeit auf. Ein Vertreter des Islamrats CFCM, Abdallah Zekri, sprach von einem „beispiellosen Verbrechen“ gegen Muslime

12.37 Uhr: Attentäter hörte Lied über Karadzic

Der Attentäter von Christchurch hat dem bosnischen Botschafter in Neuseeland zufolge auf dem Weg zum Tatort ein serbisch-nationalistisches Lied gehört. Während der Fahrt habe der Täter einen Song über den früheren Serbenführer Radovan Karadzic gehört, sagte der Botschafter Mirza Hajric dem Sender N1 TV. Das gehe aus einem Video der Tat hervor. Das nationalistische Kampflied „Karadzic, führe deine Serben“ kursiert im Internet seit einigen Jahren im Zusammenhang mit einem anti-muslimischen Meme. Als Memes werden Bilder und Videos bezeichnet, die im Internet vielfach verbreitet werden.

Karadzic gilt als einer der Kriegstreiber des Balkans in den 1990er Jahren und als politisch Hauptschuldiger für den Völkermord von Srebrenica. Das UN-Kriegsverbrechertribunal hatte ihn 2016 zu 40 Jahren Haft verurteilt - derzeit läuft ein Berufungsprozess.

11.51 Uhr: Steinmeier kondoliert der Generalgouverneurin von Neuseeland

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach der Generalgouverneurin von Neuseeland seine Anteilnahme aus. „Meine Gedanken sind bei den Familien und Freunden der Opfer, den Verletzten und den mutigen Helfern“, schrieb Steinmeier am Freitag an Dame Patricia Lee Reddy. Besonders verachtenswert sei, „dass Menschen Opfer dieser feigen Anschläge wurden, die friedlich ihrem Glauben nachgingen“, stellte er nach Angaben des Bundespräsidialamtes in dem Kondolenzschreiben heraus. „Deutschland trauert mit Ihnen. Wir wünschen Ihrem Land die Kraft, sich in dieser schweren Stunde seine Offenheit und Zuversicht zu bewahren“, heißt es in der Kondolenz des Bundespräsidenten.

11.47 Uhr: Polizei in Neuseeland evakuiert Wohngebiet in Stadt Dunedin

Bei den Ermittlung zu den Anschlägen auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch hat die Polizei ein Wohngebiet in der 350 Kilometer entfernt gelegenen Stadt Dunedin evakuiert. Anwohner in der Nähe eines Hauses seien vorsichtshalber in Sicherheit gebracht worden, erklärte die Polizei am Freitag. Das Haus sei im Zusammenhang mit den Ermittlungen „von Interesse“, hieß es. Nähere Einzelheiten wurden nicht genannt.

11.38 Uhr: Video von Angriff auf Moschee ist offenbar echt

Der aus Australien stammende Angreifer auf die Masjid-al-Noor-Moschee im Stadtzentrum von Neuseelands Hauptstadt Christchurch hat seine Tat selbst gefilmt und live ins Internet gestellt. Kurz zuvor veröffentlichte er im Internet ein 73-seitiges Hass-Manifest, aus dem deutlich wird, dass der Angriff Muslimen galt. Nach einer Analyse der Nachrichtenagentur AFP sind das Live-Video des Angriffs und das rassistische Manifest echt.

Das auf Facebook veröffentlichte Live-Video zeigt einen kurzhaarigen weißen Mann, der zur Masjid-al-Noor-Moschee fährt und dann das Feuer eröffnet, während er das Gotteshaus betritt. Die Aufnahmen davon, wie er aus nächster Nähe seine Opfer erschießt, sind extrem brutal. Die Polizei rief alle Internetnutzer auf, das Video nicht weiterzuverbreiten. Die Aufnahmen wurden von den Websites entfernt, das Twitter-Konto mit dem Manifest wurde gesperrt.

11.16 Uhr: Erdogan wirft Westen Untätigkeit gegen Rassismus vor

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat den Anschlag auf zwei Moscheen in Neuseeland scharf verurteilt und dem Westen vorgeworfen, nichts gegen wachsende Islamfeindlichkeit zu unternehmen. „Mit diesem Anschlag hat die Islamfeindlichkeit, die die Welt untätig zugelassen und sogar gefördert hat, die Grenzen der individuellen Schikane überschritten, um die Ebene des Massenmords zu erreichen“, sagte Erdogan am Freitag.

Die Weltsicht des Mörders breite sich im Westen „wie ein Krebsgeschwür“ aus, kritisierte der türkische Präsident. Wenn der Westen nicht rasch Maßnahmen ergreife, würden „weitere Katastrophen“ folgen, warnte er. Er hatte zuvor auf Twitter geschrieben, der Anschlag auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch sei „ein neues Beispiel für die Zunahme des Rassismus und der Islamfeindlichkeit“.

10.38 Uhr: Paris und London erhöhen Sicherheitsvorkehrungen

Frankreich und Großbritannien erhöhen nach der Attacke auf Moscheen im neuseeländischen Christchurch die Sicherheitsvorkehrungen. Der französische Innenminister Christophe Castaner kündigte Kontrollen rund um religiösen Einrichtungen an. Der Chef der britischen Terror-Abwehr, Neil Basu, erklärte, es werde im ganzen Land verstärkt Polizeistreifen im Umkreis von Moscheen geben. Zudem würden sämtlichen Glaubensrichtungen darauf hingewiesen, wie sie ihre Mitglieder und Einrichtungen schützen könnten.

10.21 Uhr: Polizei geht gegen Video im Netz vor

Die neuseeländische Polizei arbeitet nach eigenen Angaben daran, die Verbreitung eines Videos vom mutmaßlichen Terror-Angriff in Christchurch zu verhindern. Ermittler forderten die Öffentlichkeit am Freitag auf, Links zu dem Video nicht im Internet zu teilen.

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern unterstützte den Aufruf der Behörden. Diesem „Akt der Gewalt“ dürfe kein Raum geboten werden. Das 17-minütige Video, wohl vom mutmaßlichen Attentäter selbst gefilmt, soll den Angriff auf die erste Moschee zeigen.

Facebook teilte mit, nach einem Hinweis der neuseeländischen Polizei das Profil des mutmaßlichen Attentäters sowohl auf Facebook als auch auf Instagram entfernt zu haben. Auch der Livestream sei entfernt worden.

10.14 Uhr: Merkel trauert mit den Menschen in Christchurch

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihre Trauer über einen mutmaßlichen Terrorangriff in Neuseeland ausgedrückt. „Tief erschüttert verfolge ich die Nachrichten aus #Christchurch“, teilte ihr Sprecher Steffen Seibert in ihrem Namen am Freitag auf Twitter mit. „Ich trauere mit den Neuseeländern um ihre Mitbürger, die friedlich betend in ihren Moscheen überfallen + aus rassistischem Hass ermordet wurden“, hieß es weiter.

Auch der Bundesrat gedachte zu Beginn seiner Sitzung der Opfer mit einem kurzen Schweigen. „Wir verurteilen die sinnlose Gewalt auf das Äußerste“, sagte Präsident Daniel Günther. Die Gedanken seien bei den Verletzten, den Angehörigen der Toten und der gesamten Nation.

9.46 Uhr: Britische Premierministerin kondoliert

Die britische Premierministerin Theresa May am Freitag hat den Menschen in Neuseeland kondoliert. „Meine Gedanken sind bei allen, die von diesem abscheulichen Gewaltakt betroffen sind“, schrieb die Regierungschefin im Kurznachrichtendienst Twitter. Bei den Attacken auf Moscheen in Christchurch waren mindestens 49 Menschen getötet worden.

9.03 Uhr: 48 Menschen mit Schusswunden in Klinik

Nach dem mutmaßlichen Terror-Angriff mit mindestens 40 Toten in Neuseeland werden zudem noch 48 Menschen mit Schusswunden in verschiedenen Krankenhäusern behandelt. Dies teilten die Gesundheitsbehörden der Stadt Christchurch am Freitag mit. Nach jüngsten Angaben der Polizei wurden drei Verdächtige festgenommen. Zunächst hatten die Ermittler von vier Festnahmen gesprochen

8.22 Uhr:Kricket-Nationalmannschaft von Bangladesch entkommt Angriff

Die Kricket-Nationalmannschaft von Bangladesch ist dem bewaffneten Angriff auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch wohl nur knapp entkommen. Laut Angaben der Nachrichtenagentur AFP hatten Spieler des Teams am Freitagsgebet teilgenommen. Ein geplantes Testspiel wurde abgesagt. „Das gesamte Team ist vor den Attentätern gerettet worden“, schrieb der Spieler Tamim Iqbal Khan bei Twitter und berichtete von einer „beängstigenden Erfahrung“. Bei den Anschlägen waren laut offiziellen Angaben vom Freitagmorgen 40 Menschen getötet worden, 20 weitere wurden schwer verletzt. Die Polizei nahm vier Verdächtige fest.

8.17 Uhr: Erdogan verurteilt Angriffe scharf

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die mutmaßlichen Terror-Angriffe auf zwei Moscheen in der neuseeländischen Stadt Christchurch scharf verurteilt. Sie seien „das jüngste Beispiel des wachsenden Rassismus und der Islam-Phobie“, schrieb Erdogan auf Twitter am Freitagmorgen.

8.14 Uhr: Maas spricht von „brutalem Verbrechen“

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat die bewaffneten Angriffe auf zwei Moscheen in Neuseeland als „brutales Verbrechen“ verurteilt. „Wir sind tief erschüttert von dem brutalen Verbrechen in Christchurch“, schrieb Maas am Freitag bei Twitter. „In diesen schweren Stunden stehen wir fest an der Seite unserer neuseeländischen Freunde.“ Maas sprach den Familien und Freunden der Opfer sein Mitgefühl aus.

8.09 Uhr: Regierung spricht von „Terroranschlag“

Die Angriffe seien als „Terroranschlag“ zu werten, der offenbar „gut vorbereitet“ gewesen sei. Die mutmaßlichen Angreifer seien aber nicht auf Terrorlisten gewesen. An Autos seien zwei Sprengsätze gefunden worden, sagte Ardern. Diese seien entschärft worden. Die Angriffe waren in der Masjid-al-Noor-Moschee im Stadtzentrum von Christchurch und in einer Moschee im Vorort Linwood verübt worden. Sie ereigneten sich während des Freitagsgebets. Die Polizei nahm vier Verdächtige fest, darunter eine Frau. Der Angriff auf die Masjid-al-Noor-Moschee wurde nach Angaben von Australiens Premier Scott Morrison von einem rechtsextremen Australier verübt. Er sprach den Neuseeländern sein Mitgefühl aus.

7.57 Uhr: 40 Tote bei Angriff auf zwei Moscheen

Bei einem mutmaßlichen Terror-Angriff auf zwei Moscheen in der neuseeländischen Stadt Christchurch sind am Freitag mindestens 40 Menschen getötet worden. Dies bestätigte Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern. Zudem wurden durch Schüsse in den beiden Gotteshäusern mehrere Dutzend muslimische Gläubige verletzt. Ardern sprach von einem „terroristischen Angriff“. Die Polizei nahm vier Verdächtige fest, darunter auch einen Australier.

Der genaue Ablauf der Attacke war auch nach Stunden noch unklar. Für den Pazifikstaat ist es eine der schlimmsten Gewalttaten der jüngeren Geschichte. Aus Sorge vor weiteren Angriffen riegelte die Polizei Schulen und andere öffentliche Gebäude stundenlang ab. An die Bevölkerung - insbesondere an Muslime - appellierte sie, zuhause zu bleiben: „Unter keinen Umständen sollte irgendjemand im Land jetzt zu einer Moschee gehen.“

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