Für die Geschädigte, deren Autos zerstört wurden, gibt es kostenlose Monatskarten für die Öffentlichen in Hamburg. Foto: dpa

Ausnahmezustand in Hamburg: Am 7. und 8. Juli trafen sich in der Hansestadt die Vertreter der größten Industrienationen und Schwellenländer zum G20-Gipfel. In unserem News-Blog können Sie die Entwicklungen nachlesen.

Stuttgart - Der G20-Gipfel 2017 fand auf Vorschlag von Bundeskanzlerin Angela Merkel am 7. und 8. Juli 2017 in Hamburg statt.

Alle Entwicklungen zum G20-Gipfel gibt es hier bei uns im News-Blog

* Gespräche über Entschädigung laufen

* Steinmeier vor Ort in Hamburg

* Dritte Krawallnacht in Folge

* Polizei liefert sich mit Jugendlichen Katz- und Mausspiel

9. Juli, 16.21 Uhr +++ Tausende machen bei HamburgRäumtAuf mit

Nach dem G20-Gipfel haben am Sonntag Tausende Hamburger begonnen, das Schanzenviertel im Stadtteil St. Pauli aufzuräumen. Eine Facebook-Gruppe zur Veranstaltung verzeichnete rund 8000 Teilnehmer. Mit Putzeimern und Besen wurde das von den Ausschreitungen besonders betroffene Viertel gereinigt.

9. Juli, 14.54 Uhr +++ Gespräche über Opferentschädigung haben begonnen

Nach dem von schweren Krawallen überschatteten G20-Gipfel loten Hamburg und der Bund rasche Hilfen und Entschädigungen für Opfer der Verwüstungen aus. Die entsprechenden Gespräche haben nach Angaben des Finanzministeriums am Sonntagmorgen begonnen. „Wir werden gemeinsam in den nächsten Tagen eine Lösung erarbeiten, wie den Opfern von Gewalt bei der Beseitigung der Schäden geholfen werden kann“, hieß es auf Anfrage. Art und Umfang der von Kanzlerin Angel Merkel (CDU) und Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) in Aussicht gestellten Hilfen für Vandalismus-Opfer sind noch unklar. Zunächst geht es um eine Bestandsaufnahme. Als schwierig gelten auch Abgrenzungsfragen. Daher ist auch eine Größenordnung der Hilfen derzeit nicht absehbar.

9. Juli, 12.51 Uhr +++ Kostenlose Bahntickets für Opfer der Krawalle

Mit einer besonderen Aktion will der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) Opfern der Krawalle rund um den G20-Gipfel unter die Arme greifen. Für geschädigte Autobesitzer solle es kostenlose Monatskarten für den öffentlichen Nahverkehr geben, teilte der HVV am Sonntag mit. Um die hundert Autos wurden nach Schätzung von Beobachtern während des G20-Gipfels in Brand gesetzt. Allein an der Elbchaussee brannten etwa 15 Autos, im Schanzenviertel und Altona, aber auch in den östlichen Stadtteilen Hamm und Billstedt gingen weitere in Flammen auf.

9. Juli, 12.35 Uhr +++ Bilanz zu verletzten Beamten

Bei den gewaltsamen Protesten rund um den G20-Gipfel in Hamburg sind nach Angaben der Hamburger Polizei bisher 476 Beamte verletzt worden (Stand: Sonntagmittag). Es handele sich dabei um Polizisten aus den Ländern und um Bundespolizisten, hieß es am Sonntag. Seit Beginn des Polizeieinsatzes am 22. Juni wurden insgesamt 186 Menschen fest- und 225 in Gewahrsam genommen.

9. Juli, 11.00 Uhr +++ Bundespräsident Steinmeier in Hamburg

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist am Sonntagmorgen in Hamburg eingetroffen, um sich nach den Ausschreitungen während des G20-Gipfels über die Lage zu informieren. Er will unter anderem mit dem Führungsstab der Polizei sowie mit Polizisten einer Einsatzhundertschaft sprechen. Außerdem trifft er verletzte Beamte sowie Bürger, die von den gewalttätigen Krawallen betroffen sind, teilte das Präsidialamt mit. Bürgermeister Olaf Scholz begleitet ihn bei den Gesprächen.

9. Juli, 10.25 Uhr +++ Bild vom Vorabend begeistert das Netz

Ein Junge verteilt Schokolade an die Polizisten

9. Juli, 7.25 Uhr +++ Feuerwehr holt zwei Menschen von Kran

Am Morgen holte die Feuerwehr demnach zwei Menschen von einem Kran, an dem sie zuvor ein Transparent „mit Bezug“ auf den G20-Gipfel angebracht hatten. Auch nach Ende des Gipfels hatte sich die Polizei die dritte Nacht in Folge Auseinandersetzungen mit gewalttätigen Demonstranten geliefert.

9. Juli, 3.50 Uhr +++ Polizei: Lage beruhigt sich

Nach erneuten Auseinandersetzungen in Hamburg hat die Polizei eine Beruhigung der Lage ausgemacht. Im Schanzenviertel sei es allerdings erforderlich, weiter gegen „Störer“ vorzugehen, schrieb die Hamburger Polizei am frühen Sonntagmorgen bei Twitter. An der Feldstraße/Ecke Budapester Straße kam ein Wasserwerfer zum Einsatz. „Das Werfen mit Steinen und Flaschen wird mit Wasser beantwortet“, hieß es per Durchsage. In den Stadtteilen Billstedt, Hamm und Altona wurden der Polizei zufolge Autos in Brand gesetzt beziehungsweise durch Feuer beschädigt.

9. Juli, 2.53 Uhr +++ Polizei: S-Bahn fährt wieder

Nach erneuten Auseinandersetzungen im Hamburger Schanzenviertel kann eine zentrale Verkehrsader wieder komplett genutzt werden. Die Verbindungsbahn - eine Strecke für S-Bahnen und den Fernverkehr zwischen Altona und Hauptbahnhof - sei wieder freigegeben, teilte die S-Bahn Hamburg am frühen Sonntagmorgen. Die S-Bahnlinie 21 halte wieder an den Stationen Dammtor, Sternschanze und Holstenstraße.

9. Juli, 1.38 Uhr +++ Katz- und Mausspiel mit der Polizei

Das Geschehen im Schanzenviertel glich in der Nacht zum Sonntag oft einem Katz-und-Maus-Spiel. Randalierer warfen Flaschen, Steine oder Böller und rannten vor Polizei weg. Dann liefen Einsatztrupps der Polizei hinterher. Zeitweise wurden auch Wasserwerfer eingesetzt. Allerdings hatten die Leute viele Rückzugsmöglichkeiten und wichen in kleine Gassen zurück. „Dann beginnt wieder alles von vorne“, berichteten Beobachter. Vermummte warfen Flaschen auf Häuser, aus denen ihnen „Haut ab“ entgegengerufen wurde.

8. Juli, 22.08 Uhr +++ Scholz: Haben Sicherheitsversprechen nicht gehalten

Nach den schweren Krawallen am Rande des G20-Gipfels in Hamburg hat Bürgermeister Olaf Scholz eingeräumt, dass er sein Sicherheitsversprechen an die Bürger nicht eingehalten hat. „Das ist sehr bedrückend, dass uns das nicht gelungen ist“, sagte der SPD-Politiker am Samstag in einem ARD-„Brennpunkt“. Für den größten Polizeieinsatz in der Hamburger Nachkriegsgeschichte seien 20 000 Einsatzkräfte mit aller notwendigen Technik aus ganz Deutschland geholt worden. „Trotzdem ist es nicht gelungen zu verhindern, dass sehr brutale Gewalttäter an verschiedenen Stellen der Stadt zum Beispiel Autos anzünden und ähnliche Dinge tun.“

Auf die Frage, ob da der Eindruck entstehe, der Staat sei ohnmächtig, sagte Scholz: „Dass die Frage aufkommt, finde ich völlig berechtigt.“ Aber gerade deshalb sei es ihm wichtig zu sagen, dass die Polizei alles getan habe, was sie konnte. Sie sei auch entsprechend ausgerüstet gewesen. Mit Blick auf das linksautonome Zentrum Rote Flora, deren Vertreter zu der Demonstration „G20 - Welcome to Hell“ am Donnerstag aufgerufen hatten, sagte Scholz: „Wenn wir Straftaten nachweisen können, werden sie verfolgt.“

In derselben Sendung sagte der Rote-Flora-Anwalt Andreas Beuth: „Wir als Autonome und ich als Sprecher der Autonomen haben gewisse Sympathien für solche Aktionen, aber bitte doch nicht im eigenen Viertel, wo wir wohnen. Also warum nicht irgendwie in Pöseldorf oder Blankenese?“

8. Juli, 21.30 Uhr +++ Wendt fordert Scholz zum Rücktritt auf

Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, hat dem Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) den Rücktritt nahegelegt. „Wenn er keinen Plan hat, wie er linke Gewalt künftig verhindern will, muss er seinen Hut nehmen“, sagte Wendt dem Berliner Radiosender 105’5 Spreeradio. Diese Gewalt habe sich in zurückliegenden Jahren etablieren können. „Rot-Grün und Herr Scholz stellen die Schanze als hanseatische Folklore dar, aber das ist sie nicht“, warnte der Gewerkschafter. Dort habe sich seit geraumer Zeit ein „rechtsfreier Raum entwickelt“.

Scholz habe bei vielen Polizisten unfassbaren Zorn ausgelöst. Während draußen „Polizisten aus Hamburg um ihr Leben gekämpft haben, sitzt dieser Bürgermeister in aller Ruhe in der Elbphilharmonie und hört Musik. Das ist ein Skandal“, sagte Wendt. „Er hat uns lächerlich gemacht, als wir vor Krawallen gewarnt haben, und hat das Ganze wie einen Hafengeburtstag hingestellt.“

8. Juli, 20.23 Uhr +++ Scholz: Gefahr nicht unterschätzt

Hamburgs Regierungschef Olaf Scholz (SPD) hat sich nach den Krawallen bei den Protesten gegen den G20-Gipfel vor die Polizei gestellt. „Wir haben die Gefahr nicht unterschätzt“, sagte er am Samstagabend im ZDF. Es sei auch kein Fehler gewesen, den Gipfel in Hamburg auszurichten. „Denn es muss so sein, dass in demokratischen Staaten und weltoffenen Städten wie Hamburg so etwas stattfinden kann“, sagte Scholz. „Es hätte überhaupt nur drei Städte in Deutschland gegeben, wo das gegangen wäre. Und in allen wären diese Probleme der gemeinsam agierenden deutschen Polizei begegnet.“

Es sei aber ganz klar: „Das sind keine guten Bilder. Das hätte sich nicht ereignen sollen. Und wir sind alle sehr bedrückt“, sagte der SPD-Politiker. Jetzt müsse den Geschädigten geholfen werden. Und die Gewalttäter müssten „sehr harte, sehr schwere Strafen“ erhalten.

8. Juli, 19.31 Uhr +++ 23 Haftbefehle beim G20-Gipfel

Die Polizei hat während des G20-Gipfels 23 Haftbefehle erwirkt. Zudem gab es 41 längerfristige Ingewahrsamnahmen, bei denen also Verdächtige festgesetzt wurden, wie ein Sprecher der Polizei am Samstag sagte. In der Krawallnacht zum Samstag wurden zudem 118 mutmaßliche Randalierer kurzfristig in Gewahrsam genommen, es gab 44 Festnahmen. An diesem Sonntag will die Polizei ihre Gipfel-Bilanz ziehen.

8. Juli, 18.39 Uhr +++ Friedliche Party am Millerntor

Auf dem Millerntorplatz drängen sich die Menschen. An vielen Ständen gibt es Essen und Getränke, an verschieden Ecken wird Musik gespielt. Es gibt ein Konzert, die Stimmung ist friedlich (juv)

8. Juli, 18.08 Uhr +++ Olaf Scholz fordert harte Strafen für Randalierer

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) hat sich nach den massiven Krawallen während des G20-Gipfels für eine harte Bestrafung der Gewalttäter stark gemacht. „Meine Hoffnung ist, dass eine der Konsequenzen sein wird, dass die Gewalttäter, die wir gefasst haben (...) - mit sehr hohen Strafen rechnen müssen“, sagte Scholz am Samstag in Hamburg nach einem gemeinsamen Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei Vertretern der Einsatzkräfte. Die Frage, ob er selbst auch Konsequenzen ziehen müsse, beantwortete er nicht.

8. Juli, 18.06 Uhr +++ Steinmeier kommt nach Hamburg

Nach den schweren Ausschreitungen während des G20-Gipfels will sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Sonntag in Hamburg ein Bild von der Lage machen. Er werde die betroffenen Viertel der Hansestadt besuchen und mit Bewohnern sowie mit Sicherheitskräften sprechen, teilte das Bundespräsidialamt am Samstag in Berlin mit.

8. Juli, 17.37 Uhr +++ Merkel trifft Einsatzkräfte

Nach dem von massiven gewalttätigen Ausschreitungen begleiteten G20-Gipfel in Hamburg hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Vertreter der Einsatzkräfte getroffen. An der Begegnung im Anschluss an den Gipfel am Samstag nahm auch Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) teil.

8. Juli, 17.27 Uhr +++ Bürgermeister Scholz bedankt sich

Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) hat sich bei allen Polizei- und Rettungskräften beim G20-Gipfel für ihren „außerordentlichen Einsatz“ bedankt. Der Twitter-Account des Senats veröffentlichte dazu mehrere Bilder von einer Begegnung zwischen Scholz und einer Gruppe Polizisten auf dem Hamburger Messegelände.

8. Juli, 17.12 Uhr +++ Keine Annäherung mit der Türkei

Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht keine Annäherung in den bilateralen Beziehungen zur Türkei. Es habe ein Zweiergespräch zwischen ihr und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gegeben, auf Erdogans Wunsch hin. Das bilaterale Treffen habe „deutlich gemacht, dass wir tiefgreifende Differenzen“ haben, die auch nicht unter den Tisch gekehrt worden seien. Als Beispiele nannte sie die vielen Verhaftungen und die Verweigerung der Besuchserlaubnis für deutsche Abgeordnete auf dem Luftwaffenstützpunt Incirlik.

8. Juli, 16.53 Uhr +++ Bekenntnis zum Freihandel

Nochmal zurück zu G20. Im Abschlussdokument heißt es zum Freihandel: „Wir werden die Märkte offen halten und die Bedeutng des gegenseitigen und einvernehmlich vorteilhaften Handels sowie den Grundsatz der Nichtdiskriminierung anerkennen.“ Klingt selbstverständlich, ist aber alles andere als das. US-Präsident Donald Trump hat mit seiner „America-First“-Forderung die Handelspartner nervös gemacht. Deshalb gilt es schon als Erfolg, dass in dieser Frage Trump vorerst kein Solo spielen will. Wie lange das hält, wird man freilich sehen. „Vor Überraschungen ist man noch immer nicht gefeit“´: So beschreibt ein Spitzendiplomat am Rande des Gipfels die Zuverlässigkeit der Amerikaner. Soll heißen: man fährt transatlantisch weiter auf Sicht. Und noch hat ja Trump seine Interpretation des Gipfel-Ergebnisses gar nicht kundgetan. Man darf gespannt sein. (tm)

8. Juli, 16.51 Uhr +++ Polizei zieht erste Bilanz

Die Polizei zieht eine erste Bilanz: Bis Samstagnachmittag, 15 Uhr, seien 213 Beamte verletzt worden. Einige sind mit Zwillen beschossen worden, wobei wissen muss, dass diese Waffe nichts gemein hat mit einem Kinderspielzeug und mit Stahlkugeln bestückt werden, die schwerste Verletzungen verursachen können. Mehrere Polizisten erlitten Verletzungen, weil sie mit Pflastersteinen beworfen worden seien. Einer sei infolge eines Steinwurfs gesturzt und habe sich das Handgelenk gebrochen. Beklagt wurden außerdem Knieverletzungen und ein Nasenbeinbruch. Die Piloten eines Hubschraubers mussten laut Polizei an den Augen behandelt werden, weil sie mit einem Laserpointer traktiert worden seien. Einem Beamten seien Steine auf den Helm geschleudert worden. Die Folge: Verletzungen im Halsbereich. Noch am Samstag soll ein Randalierer dem Haftrichter vorgeführt werden. Der Vorwurf: versuchte Tötung. (tm)

8. Juli, 16.36 Uhr +++ Polizisten und Vermummte geraten aneinander

Bei der von Linken ausgerichteten Kundgebung „Grenzenlose Solidarität“ sind Polizisten und Vermummte aneinander geraten. Dabei wurden Beamte nach Angaben der Polizei mit Stangen geschlagen. Zuvor habe sowohl die Polizei als auch der Kundgebungs-Versammlungsleiter die Gruppe aufgefordert, ihre Vermummung abzulegen. Dies sei aber nicht befolgt worden.

8. Juli, 16.15 Uhr +++ Merkel sagt Opfern Entschädigung zu

Angela Merkel spricht gerade, kommentiert das Abschlussdokument des G20-Gipfels. Und die Randale der Nacht. Diese „entfesselte Gewalt und ungehemmte Brutalität verurteile ich auf das Schärfste“, sagt sie. Und sagt den Opfern Unterstützung zu. Gemeinsam mit der Hansestadt Hamburg wolle man den Opfern von Gewalt helfen. Das habe sie mit Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz verabredet. Finanzminister Wolfgang Schäuble soll also die Schatulle öffnen. Summen nennt sie nicht. Klar ist, dass auch Merkel unter Druck steht. Denn sie war es, die den Gipfel nach Deutschland holte – gut platziert vor der Bundestagswahl. Eine Terminwahl, die jetzt auch nach hinten losgehen kann. Denn nicht der rote Teppich, sondern der Schwarze Block dominierte die Meldungen.

Merkel wird gefragt, ob sie „für ein paar schöne Bilder im Wahljahr“ mit der Wahl der Hansestadt Hamburg die Gesundheit von Polizisten aufs Spiel gesetzt habe. Sie sieht aber keinen Grund zu grübeln. Die G20 hätten schließlich auch schon in London getagt, „was auch eine kleine Stadt ist“. Auch in Cannes habe man sich schon getroffen. Klar sei gewesen, dass in diesem Jahr Europa bei der Ausrichtung des Gipfels dran war. Vier Länder seien deshalb in Frage gekommen und weil Italien den G7-Gipfel in Sizilien ausgerichtet habe, habe es nahe gelegen, dass sich Deutschland als „starke Industrienation“ bewirbt. Hamburg sei deshalb in Frage gekommen, weil nur eine Großstadt die „Hotelkapazitäten“ aufbieten könne. Nicht nur Bürgermeister Olaf Scholz muss sich also unangenehme Fragen stellen lassen.

Beim Klimaschutz bleiben die USA isoliert. Die 19 anderen hätten sich zum Pariser Klimaschutzabkommen bekannt und würden sich verpflichtet fühlen, dieses auch umzusetzen, sagt Merkel. Dass die USA aussteigen, nehme man lediglich „zur Kenntnis“, kollektives Schulterzucken also. Unsichere Kantonisten wie Russland und Saudi-Arabien sind an Bord geblieben – Merkel verbucht das als Erfolg. (tm)

8. Juli, 15.52 Uhr +++ Hamburgs Polizei dementiert Gerüchte

Die Hamburger Polizei kämpft auf Twitter gegen Gerüchte

8. Juli, 15.36 Uhr +++ G20 einigt sich auf Abschlusserklärung

Die G20-Staaten haben sich auf dem Hamburger Gipfel laut Diplomaten auf eine Abschlusserklärung verständigt. Darin gibt es demnach eine gemeinsame Position zu Handelsfragen und dem Klimaschutz, bei dem die USA allerdings an ihrem Ausstieg aus dem Pariser Abkommen festhalten.

8. Juli, 15.28 Uhr +++ USA sagen 560 Millionen Euro für Krisenhilfe in Afrika zu

Die US-Regierung will umgerechnet 560 Millionen Euro für humanitäre Hilfe in Afrika zur Verfügung stellen. Dazu gehören auch Hilfen für die Menschen in Somalia, Südsudan, Nigeria und Jemen, die von Hungersnöten betroffen sind, teilte David Beasley, der Chef des UN-Welternährungsprogramms(WFP) am Rande des G20-Gipfels in Hamburg mit.

8. Juli, 15.21 Uhr +++ Schul fordert schnelle HIlfe für Randale-Opfer

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat schnelle und unbürokratische Hilfe für die Opfer der Randale gefordert. Die Leidtragenden neben den Polizisten seien „die Bürger, deren Autos angezündet, die Händler, deren Läden geplündert, die Anwohner, deren Fensterscheiben zertrümmert wurden“, so Schulz.

8. Juli, 14.55 Uhr +++ Abschlusskundgebung gegen 16 Uhr

Der Demozug kriecht über die Reeperbahn. Am Millerntor, wo die Abschlusskundgebung sein wird, kommen die Demonstranten grade vorbei. Sie laufen eine Schlaufe und kommen dann zum Millerntor zurück. Die Redner sind nach Angaben der Veranstalter ab etwa 16 Uhr: Salih Muslim (PYD), Jakeline Romero Epiayu u.a. (Klimaaktivist_innen Kolumbien), Samir Amin (Ökonom und Kritiker des Neokolonialismus, Ägypten), Priya Reddy (Black Lives Matter USA), Madeleine Does (Recht auf Stadt Netzwerk Hamburg, für das Bündnis „Grenzenlose Solidarität statt G20“). Anschließend gibt es Livemusik. (jav)

TV-Koch Ole Plogstedt bei der Demo in Hamburg

8. Juli, 14.16 Uhr +++ Schwarzer Block formiert sein bei „G20 – not welcome“ Demo

Die Hamburger Polizei twittert, an der Spitze der Demonstration „G20 - not welcome!“ habe sich ein schwarzer Block gebildet und sich vermummt.

8. Juli, 14.14 Uhr +++ Innensenator verteidigt Polizeistrategie

Innensenator Andy Grote (SPD) hat die Einsatzstrategie der Polizei gerechtfertigt. „Wir wären den Menschen, den Anwohnern am Schulterblatt gern früher zur Hilfe gekommen“, sagte Grote am Samstag vor Journalisten. Das sei aufgrund der Bedrohung der Beamten durch die dort versammelten rund 1500 Autonomen aber nicht möglich gewesen. Erst hätten Dächer durch Spezialkräfte gesichert werden müssen.

8. Juli, 13.15 Uhr +++ De Maiziere verurteilt Krawalle

13.15 Uhr - Bundesinnenminister Thomas de Maiziere reagiert entsetzt auf die Krawalle und Plünderungen in Hamburg. „Die Brutalität, mit der extrem gewalttätige Chaoten gestern und vorgestern in Hamburg vorgegangen sind, ist unfassbar und empörend“, sagt der CDU-Politiker. „Das sind keine Demonstranten, das sind Kriminelle.“ Die Angriffe hätten nichts mit politischen Motiven oder Protest zu tun.

Die Kritik an Bürgermeister Scholz wächst. Lesen Sie hier mehr

8. Juli, 13.12 Uhr +++ „Hamburg zeigt Haltung“ friedlich gestartet

Die Demonstration „Hamburg zeigt Haltung“ ist am Samstag in der Innenstadt in der Nähe der Speicherstadt gestartet. Bürgerliche Parteien und Kirchen hatten zu dem friedlichen Protest in der Hansestadt aufgerufen.

8. Juli, 13.09 Uhr +++ „Grenzenlose Solidarität statt G20“ mit 20.000 Teilnehmern gestartet

Die Demonstration „Grenzenlose Solidarität statt G20“ setzt sich nach Angaben der Polizei mit 20.000 Teilnehmern in Bewegung.

8. Juli, 12.24 Uhr +++ 265 Personen festgesetzt

Bei den Protesten gegen den G20-Gipfel wurden bislang 265 Personen festgesetzt. Die Hamburger Polizei spricht von 143 Festnahmen und 122 Ingewahrsamnahmen. Allein seit Freitagnachmittag wurden 43 Personen festgenommen und 96 in Gewahrsam genommen.

8. Juli, 12.11 Uhr +++ 12.000 Teilnehmer am Deichtorplatz

Zur Demonstration „G20 - not welcome!“ haben sich nach Angaben der Polizei bislang 12.000 Teilnehmer am Deichtorplatz versammelt.

8. Juli, 11.59 Uhr +++ Robin Wood seilen sich vom Dach ab

Aktivisten von Robin Wood, einer Aktionsgemeinschaft für Umwelt und Natur, haben sich vom Dach der Saturn-Filiale am Hauptbahnhof abgeseilt. Sie entfalten ein Banner, auf dem steht: „Don’t sell the climate. End coal now“. In dem Moment, in dem der Spruch lesbar wird, bricht die Menge, die zur Demo unterwegs ist, in Jubel aus. (jav)

8. Juli, 11.52 Uhr +++ 43 Menschen festgenommen

Bei den gewaltsamen Protesten am Abend und in der Nacht zu Samstag sind nach Polizeiangaben 43 Menschen festgenommen und 96 in Gewahrsam genommen worden. Sie seien in die Gefangenensammelstelle in Harburg gebracht worden, teilte die Polizei am Samstagvormittag mit.

8. Juli, 11.50 Uhr +++ Maas spricht für hartes Vorgehen aus

Bundesjustizminister Heiko Maas hat sich für ein hartes Vorgehen gegen die G20-Randalierer von Hamburg ausgesprochen. „Jeder friedliche Protest gegen G20 ist willkommen“, sagte der SPD-Politiker am Samstag der dpa. „Aber: Das Recht zu demonstrieren, ist kein Freibrief für hemmungslose Randale. Diese extremistischen Kriminellen gehören nicht auf die Straße, sondern vor Gericht. Wer Autos anzündet und Polizisten verletzt, hat keine Toleranz verdient.“ Die militante Autonomen-Szene erweise allen friedlichen Demonstrationen einen Bärendienst.

8. Juli, 11.41 Uhr +++ Am Millerntorplatz wird aufgebaut

Am Millerntor wird die Bühne für die große Abschluss-Kundgebung am Nachmittag aufgebaut. Vor dem Stadion des FC St. Pauli endet die Demo „Grenzenlose Solidarität statt G20“. Neben der Bühne werden Stände und Buden aufgestellt. Für die Demo werden bis zu 100.000 Teilnehmer erwartet. Hamburg zeigt sich grade - ganz nach Klischee - grau und wolkig. Bis der Protestzug gegen 16 Uhr am Millerntorplatz angekommt, soll die Sonne laut Wetterbericht wieder herauskommen. (jav)

8. Juli, 11.26 Uhr +++ Polizei klärt über Warnschuss auf

Im Zusammenhang mit dem am Freitag im Schanzenviertel abgegebenen Warnschuss eines Polizeibeamten soll eine autonome Gruppe am Freitagabend Jagd auf einen unbeteiligten Zuschauer gemacht haben, nachdem dieser die Aktivisten fotografiert habe. Der Mann, den dpa am Samstag interviewen konnte, gab an, angegriffen worden zu sein, als er den vermummten Personen zugerufen habe: „Ich möchte nicht, dass ihr meine schöne Stadt in Brand setzt.“

Als die Autonomen ihn eingekreist hätten und er zu Boden gefallen sei, sei ein Zivilpolizist zur Hilfe gekommen und habe einen Warnschuss abgegeben, der die Angreifer schließlich vertrieben habe.

Am Freitag hatte die Polizei mitgeteilt, der Warnschuss habe nichts G20-Protest zu tun gehabt sondern habe Straßenräuber gegolten.

8. Juli, 11.22 Uhr +++ Olaf Scholz zeigt sich sehr besorgt

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz hat sich sehr besorgt über die massiven Ausschreitungen in der Hansestadt geäußert und gewalttätige Demonstranten zum sofortigen Rückzug aufgefordert. „Ich appelliere an die Gewalttäter, mit ihrem Tun aufzuhören und sich zurückzuziehen und die Gewalttaten nicht mehr zu verüben, sondern ein friedliches Miteinander in dieser Stadt weiterhin möglich zu machen. Das hat das weltoffene Hamburg, das hat auch die demokratische Bundesrepublik Deutschland sehr verdient“, sagte der SPD-Politiker in einer Fernseherklärung am Freitagabend.

„Ich bin sehr besorgt über die Zerstörungen, die stattgefunden haben. Ich bin bedrückt über das, was viele zu ertragen haben, die die Gewalt unmittelbar erlebt haben, in dem zum Beispiel ihre Fahrzeuge oder ihr Eigentum zerstört worden ist oder sie eben gesehen haben, mit welcher Brutalität auch gegen Polizistinnen und Polizisten vorgegangen wird“, sagte der SPD-Politiker.

Scholz verteidigte trotz der Ausschreitungen die Wahl des Gipfelortes: Es sei gut, dass die Gespräche in einem demokratischen Land und einer weltoffenen Stadt wie Hamburg stattfänden. „Es gibt eine kritische Weltöffentlichkeit, die zum G20-Gipfel dazugehört. Unvertretbar ist, wenn Gewalt angewandt wird: Gegen Sachen, gegen Personen, wenn blinde Zerstörungswut und Vandalismus dazu beitragen, dass die eigentlich notwendige internationale Kooperation darunter leiden könnte.“

Er bedankte sich ausdrücklich bei den vielen Tausend Polizeikräften: „Das sind wirklich großartige Leute, sie sind in einem heldenhaften Einsatz unterwegs.“

8. Juli, 11.17 Uhr +++ Feuerwehr zieht Bilanz

Die Hamburger Feuerwehr hat eine Bilanz der Einsätze am Freitag und in der Nacht zum Samstag rund um die Proteste während des G20-Gipfels gezogen. Mehr als 200 Mal mussten die Einsatzkräfte der Feuerwehr und anderer Hilfsorganisationen ausrücken, 70 kleinere und größere Feuer wurden gelöscht. Es kam zu 126 Rettungsdiensteinsätzen. Die Zahl der Verletzten konnte die Feuerwehr nicht beziffern. Wegen der unsicheren Lage im Schanzenviertel konnten in der Nacht einige Einsatzorte erst nach Absicherung durch die Polizei erreicht werden.

8. Juli, 11.08 Uhr +++ Demobündnis lehnt eine Distanzierung von Krawallen in der Schanze ab

Die Organisatoren der Demonstration „Grenzenlose Solidarität statt G20“ lehnen eine Distanzierung von den Gewaltexzessen im Hamburger Schanzenviertel ab. „Wenn wir uns distanzieren, nützt das keinem, und wenn wir uns nicht distanzieren nützt das auch keinem“, sagte Werner Rätz vom globalisierungskritischen Netzwerk Attac am Samstag. Zu der Demonstration, die auch von autonomen und linksextremen Gruppen wie der Interventionistischen Linken unterstützt wird, werden am Samstag bis zu 100.000 Menschen erwartet.

Der Sprecher der Aktion „Block G20“, Nico Berg von der Interventionistischen Linken, sagte zu den Ausschreitungen nur, ihre Aktion sei um 18 Uhr beendet gewesen. „Die weiteren Geschehnisse der Nacht waren nicht Block G20.“

Kein vernünftiger Mensch könne auf die Idee kommen, dass „irgendeine organisierte Struktur von uns“ sich eine Nacht vor der seit einem Jahr geplanten und vorbereiteten Großdemonstration „in völlig sinnlosen Scharmützeln mit der Polizei und den Anwohnern“ aufreiben könnte, sagte Rätz. Mit Blick auf die autonomen Gruppen innerhalb des Bündnisses sagte er: „Wir wollen mit dieser Demonstration gemeinsam loslaufen und gemeinsam ankommen. Das ist eine klare, eindeutige Verabredung unter uns. Und wir werden uns so verhalten, dass niemand einen Grund hat uns zu unterstellen, wir hätten irgendetwas anderes vor.“

8. Juli, 10.59 Uhr +++ Stadtreinigung meldet sich zu Wort

Die Stadtreinigung aus Hamburg bedankt sich für die moralische Unterstützung.

8. Juli, 10.39 Uhr +++ Trump dankt Merkel für professionelle Gipfelausrichtung

US-Präsident Donald Trump hat Bundeskanzlerin Angela Merkel für ihre Arbeit bei der Ausrichtung des G20-Gipfels in Hamburg gedankt. „Es ist unglaublich, wie die Dinge hier angegangen wurden“, sagte Trump am Samstag in Hamburg. „Nichts davon war einfach.“ Merkel habe eine hervorragenden Job gemacht, obwohl sie von „einer ganzen Menge Leute“ gestört worden sei, sagte Trump, offenbar mit Blick auf die gewalttätigen Proteste in Hamburg.

Trump und Merkel traten gemeinsam mit weiteren Staats- und Regierungschefs bei einer Veranstaltung der Weltbank auf. Sie stellten gemeinsam einen inzwischen mit 285 Millionen Euro gefüllten Fonds zur Förderung von Frauen in Entwicklungsländern vor. Dabei war auch Trump-Tochter Ivanka. Die USA tragen nach Angaben Trumps mit 44 Millionen Euro zu dem Fonds bei.

8. Juli, 10.35 Uhr +++ Schutt wird aufgeräumt

Die Aufräumarbeiten im Schanzenviertel laufen. Unser Kollege dokumentiert seine Eindrücke auf Twitter:

8. Juli, 10.19 Uhr +++ Rote Flora distanziert sich

Andreas Blechschmidt vom linksautonomen Kulturzentrum „Rote Flora“ hat sich von den Gewaltexzessen während des G20-Gipfels in Hamburg distanziert. „Wir haben den Eindruck gehabt, dass sich hier etwas verselbstständigt hat, dass hier eine Form von Militanz auf die Straße getragen wurde, die sich so ein bisschen an sich selbst berauscht hat - und das finden wir politisch und inhaltlich falsch“, sagte Blechschmidt in der Nacht zu Samstag dem NDR.

Es gehe darum, deutlich zu machen, „die Verantwortlichen in der Messehalle“ als diejenigen zu markieren, die für Krieg und Hunger in der Welt verantwortlich seien. „Aber es geht nicht darum, hier Budnikowsky-Filialen oder Autos von AnwohnerInnen anzuzünden.“

8. Juli, 10.16 Uhr +++ „Tragödie für Hamburg“

Angesichts der Krawalle im Hamburger Schanzenviertel hat der Mitinhaber der völlig zerstörten Drogerie-Filiale von „blankem Entsetzen“ gesprochen. Den Schaden in dem Budnikowsky-Geschäft bezifferte Cord Wöhlke am Samstag auf 300 000 bis 400 000 Euro. Er plädierte nach einer Besichtigung der Verwüstungen dafür, die für Samstagmittag geplante Demonstration „Hamburg zeigt Haltung“ abzusagen. „Unter den Aspekten, was hier abgelaufen ist, kann man nicht demonstrieren.“

Die Initiative „Hamburg zeigt Haltung“ erwartete 20 000 bis 30 000 Demonstranten bei ihrer Veranstaltung. Hinter „Hamburg zeigt Haltung“ steht ein breites Bündnis von Kirchen und Religionsgemeinschaften, Gewerkschaften, SPD, Grünen und Künstlern.

Zu den Ausschreitungen Autonomer sagte Wöhlke: „Das ist auch eine Tragödie für Hamburg.“ Diese Bilder würden am Ende von G20 übrig bleiben und alles andere verdrängen.

8. Juli, 9.45 Uhr +++ „Bürgerkriegsähnliche Zustände“

Der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach hat im Zusammenhang mit den Ausschreitungen von Linksautonomen am Rande des G20-Gipfels in Hamburg von „bürgerkriegsähnlichen Zuständen“ gesprochen. „Verantwortlich sind jene, die viel zu oft verharmlosend „Aktivisten“ genannt werden und die unter dem Vorwand eines politischen Engagements ihrer kriminellen Energie freien Lauf lassen“, sagte der Bundestagsabgeordnete am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. „Gleichzeitig leisten sie dabei den Anliegen der vielen friedlichen Demonstranten einen Bärendienst.“

8. Juli, 9.30 Uhr +++ Überreste der Nacht

Unser Kollege ist in Hamburg vor Ort und dokumentiert die Schäden der vergangen Nacht:

8. Juli, 9.23 Uhr +++ Über 200 verletzte Polizisten

Bei den gewaltsamen Protesten rund um den G20-Gipfel in Hamburg sind nach Angaben der Hamburger Polizei bisher 213 Beamte verletzt worden. Die Zahl der verletzten Polizisten und Bundespolizisten werde aller Voraussicht nach allerdings noch steigen, weil sich manche erfahrungsgemäß erst später meldeten, erklärte ein Polizeisprecher am Samstagmorgen.

Lesen Sie hier den Kommentar unseres Redakteurs zur Hamburger Krawallnacht.

In der Krawallnacht zum Samstag seien 14 Menschen festgenommen und 63 in Gewahrsam genommen worden, hieß es.

8. Juli, 9.18 Uhr +++ Bilder der Zerstörung

Die Ausmaße der Zerstörung aus der vergangenen Nacht zeigen sich am Morgen. Unser Kollege twittert das Bild von einem zerstörten Fahrkartenautomaten.

8. Juli, 8.11 Uhr +++ Hamburg räumt auf

Nach den heftigen Krawallen der Nacht ist seit 6 Uhr die Hamburger Stadtreinigung in der Schanze und St. Pauli mit 60 Mitarbeitern, einem Radlader und Großkehrmaschinen im Einsatz. Dies twitterte sie am frühen Samstagmorgen.

Auch eine Hundertschaft der Polizei räumte umgekippte Straßenschilder und Bierbänke in der verwüsteten Straße Schulterblatt weg. Zahlreiche Geschäfte wurden in dem Szene-Viertel bei den Ausschreitungen zum G20-Gipfel beschädigt und geplündert.

8. Juli, 7.56 Uhr +++ S-Bahnverkehr läuft wieder planmäßig

Nach dem Ende der gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Randalierern und der Polizei in Hamburg hat sich auch die Lage im öffentlichen Nahverkehr wieder entspannt. „Sperrung der Verbindungsbahn ist aufgehoben. Alle S-Bahn-Linien verkehren wieder auf dem Regelweg“, teilte die S-Bahn Hamburg am Samstagmorgen auf Twitter mit.

Die Bundespolizei schrieb dort: „Der S-Bahnverkehr in Hamburg läuft aktuell wieder planmäßig.“ Auch die zeitweilig unterbrochene U-Bahn-Linie U3 nahm den Verkehr wieder auf. „Wir fahren ab sofort auch wieder auf der ganzen Linie. Gute Fahrt!“, twitterte der Hamburger Verkehrsverbund HVV.

8. Juli, 4.38 Uhr +++ Spezialkräfte stürmen Gebäude

Bei dem Großeinsatz im Schanzenviertel wurden nach Polizeiangaben 13 Menschen festgenommen. In ein Gebäude seien Spezialkräfte eingedrungen und hätten es gesichert. Eine unbekannte Zahl von Randalierern habe sich auf Dächer geflüchtet.

Etwa 500 Autonome hätten in der Altonaer Straße nördlich der Roten Flora einen Supermarkt geplündert und angezündet. Die Kriminalpolizei ermittle. Inzwischen beruhige sich die Lage im Schanzenviertel aber.

8. Juli, 3.56 Uhr +++ Polizei bittet um Krawall-Videos

Die Polizei bittet um die Zusendung von Videos und Fotos der Krawalle. Dazu sei ein entsprechendes Internetportal geschaltet worden, teilte sie mit.

8. Juli, 3.30 Uhr +++ Brennende Autos in Altona und St. Pauli

In den Bereichen Altona und St. Pauli werden der Polizei zufolge brennende Autos oder Barrikaden gemeldet.

7. Juli, 23.56 Uhr +++ Zusammenfassung der Ereignisse

Am Freitagabend kam es im Zuge der Proteste gegen den G20-Gipfel zu schweren Ausschreitungen, allem voran im Schanzenviertel eskalierte die Situation. Lesen Sie hier eine Zusammenfassung der Ereignisse in Hamburg.

7. Juli, 23.20 Uhr +++ S-Bahn-Verkehr eingestellt

Der S-Bahnverkehr im Hamburger Innenstadtbereich ist nach Angaben der Bundespolizei bis auf weiteres eingestellt. Die Bürger wurden am späten Freitagabend aufgefordert, diese Bereiche großräumig zu meiden.

7. Juli, 22.40 Uhr +++ Lage im Schanzenviertel spitzt sich dramatisch zu

Im Hamburger Schanzenviertel hat sich am Abend die Lage bei Anti-G20-Protesten zugespitzt. Die Situation wurde am späten Freitagabend immer bedrohlicher. Die Polizei umstellte eine Kreuzung nahe der Straße Schulterblatt, in der sich tausende Randalierer aufhielten, schickte aber lediglich kleinere Gruppen von Beamten in das Geschehen.

Die Beamten forderten erneut Unbeteiligte auf, sich zu entfernen. Der S-Bahn-Verkehr im Hamburger Innenstadtbereich wurde nach Angaben der Bundespolizei bis auf weiteres eingestellt. Die Polizei ging in einem Tweet davon aus, dass Randalierer schwere Straftaten gegen Einsatzkräfte vorbereiten. „Die Situation ist sehr ernst“, hieß es.

Unser Kollege Christopher Ziedler twittert ein Video von vor Ort:

7. Juli, 22.18 Uhr +++ Erdogan fehlt bei G20-Konzert

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und seine Ehefrau Emine sind dem feierlichen Konzert in der Hamburger Elbphilharmonie am Rande des G20-Gipfels ferngeblieben. Aus dem Umfeld Erdogans hieß es, der Präsident sei stattdessen am Freitagabend nach dem ersten Gipfeltag in sein Hotel in Hamburg gefahren. Er habe dort eine Besprechung mit seinen mitreisenden Ministern gehabt. Ein Grund für das Fernbleiben wurde nicht genannt.

7. Juli, 22.06 Uhr +++ Meterhohes Feuer im Schanzenviertel

Bewohner des Schanzenviertels reagierten angesichts meterhoher Feuer auf den Straßen, Tausender militanter Demonstranten und Plünderungen von Geschäften laut Polizei zunehmend genervt. Sie distanzierten sich demnach von den Störern und forderten sie auf, die Krawalle zu beenden. Randalierer kletterten auf Baugerüste und Dächer. Ein Beamter erlitt einen Unterschenkelbruch.

7. Juli, 21.58 Uhr +++ Randalierer plündern Geschäfte

Im Schanzenviertel haben Randalierer einen Drogeriemarkt und einen Lebensmittelmarkt geplündert. Nach Angaben der Polizei waren im Bereich der Straße Schulterblatt, die zum linksautonomen Kulturzentrum Rote Flora führt, einige Demonstranten massiv unter anderem mit Zwillen bewaffnet.

Laut Polizei bewarfen sie die Beamten von einem Gerüst aus und schossen mit den Zwillen auf sie. Viele Demonstranten klettern nach Angaben von Augenzeugen auf Gerüste der angrenzenden Häuser.

7. Juli, 21.28 Uhr +++ Schaulustige erschweren Polizeiarbeit

Die Polizei bittet Schaulustige, sich aus den Gebieten zu entfernen, in denen es zu Ausschreitungen kommt.

7. Juli, 21.20 Uhr +++ Schwere Auseinandersetzungen im Schanzenviertel

Hunderte militante Demonstranten und Polizei sind am Pferdemarkt im Hamburger Schanzenviertel schwer aneinandergeraten. Auf der Straße brannten Gegenstände, die Polizei setzte Wasserwerfer ein.

Auf Twitter korrigiert die Polizei die Anzahl der verletzten Einsatzkräfte auf 196.

7. Juli, 20.48 Uhr +++ Gipfelgegner werten Protestaktion als Erfolg

Das Gipfelgegner-Bündnis „Block-G20“ hat die Protestaktionen rund um den G20-Gipfel in Hamburg als Erfolg gewertet. „Wir haben getan, was wir angekündigt haben: Tausende Menschen sind in die so genannte blaue Zone eingedrungen“, sagte Bündnissprecherin Jana Schneider am Freitagabend. Der Gipfelablauf sei gestört worden.

„Wir waren da, wo wir nicht sein sollten: auf den Zufahrtswegen und Protokollstrecken zum Gipfel.“ Bündnissprecher Christian Blank ergänzte: „Bis hierhin war dieser Tag unser gemeinsamer Erfolg.“

Die Polizei nahm bis Freitagabend nach eigenen Angaben 83 Gipfelgegner fest und 17 weitere in Gewahrsam.

Unterdessen meldet unsere Kollegin friedliche Stimmung auf der Reeperbahn:

7. Juli, 20.40 Uhr +++ Fahrradkuriere bahnen sich ihren Weg

Es gibt sie übrigens wirklich: Fahrradkuriere für Lieferservice-Anbieter, die sich ihren Weg durch das Chaos bahnen. 50 Meter von der Demo auf der Reeperbahn steht einer, der lieber anonym bleiben will, aber offenbar viel Spaß hat. Er hat grade keine Aufträge, sagt er. Wieso sollte er sich also nicht mal das anschauen, was hier passiere. Grade sei wenig los. Die meisten nehmen wohl an, dass eine Lieferung sowieso nicht ankommt. Lachend steigt er auf sein Fahrrad und ruft beim Losfahren: „Ich kann mit nix tun Geld verdienen. Super!“

Was es trotz des ganzen Chaos auch gibt: käufliche Liebe. 20 Meter vom Demozug entfernt stehen Prostituierte und warten auf Kunden.

7. Juli, 20.20 Uhr +++ Polizei gibt Warnschuss ab

Ein Warnschuss eines Polizeibeamten im Schanzenviertel hatte nichts mit dem G20-Protest zu tun. Der Warnschuss sei abgegeben worden, als Einsatzkräfte einen Straßenraub beobachtet hätten und einschritten seien. Sie seien dann von den Tätern angegriffen worden, twitterte die Polizei.

7. Juli, 19.45 Uhr +++ Eindrücke eines Rettungsassistenten in Hamburg

Unsere Kollegin Jacqueline Vieth hat sich mit dem Rettungsdienst vor Ort unterhalten. Pascal Grabitz ist aus Braunschweig angereist. Der 20 Jahre alte Rettungsassistent unterstützt mit seinen Kollegen die sogenannten „Demosanis“.

Er ist seit heute Morgen auf den Beinen und ist immer dort, wo es grade knallt und hält nach Verletzten Ausschau. In den teilweise chaotischen Situationen hat er immer einen gut gelaunten Spruch auf den Lippen, winkt allen freundlich zu. „Moin Digga, alles gut?“, fragt er die, die vorbei kommen. Seine Kollegin Laura erklärt die positive Stimmung: „Was willste machen, ist ja sowieso schon alles schwierig“.

7. Juli, 19.15 Uhr +++ Straßenschlachten in der Nähe der Elphilharmonie

Tausende G20-Gegner haben am Freitag versucht, zur abgesperrten Elbphilharmonie in Hamburg vorzudringen, wo sich am Abend die G20-Gipfelteilnehmer zu einem Konzert treffen wollten. In der Umgebung der Landungsbrücken etwa 1,7 Kilometer Fußweg von der Elbphilharmonie entfernt kam zu Straßenschlachten. Die Polizei sprach von etwa 6000 Demonstranten.

Die Polizei setzte wieder Wasserwerfer ein, um die Ausschreitungen an den Landesbrücken unter Kontrolle zu bringen. Flaschen und Steine flogen aus Demonstrantengruppen auf Beamte.

Die Polizei meldete auch „massiven Bewurf mit Gegenständen“ in der Umgebung. Reporter vor Ort beschrieben die Situation mit Worten wie „Straßenschlacht“ und „Jagdszenen“. Am Hotel Empire Riverside in der Nähe der Landungsbrücken wurden Scheiben eingeworfen.

Auf dem Wasser fuhren Greenpeace-Aktivisten mit Schnellbooten auf die Elbphilharmonie zu. Etwa 15 Boote näherten sich der Sperrung auf der Elbe mit hoher Geschwindigkeit. Mehrere Aktivisten sprangen rund 200 Meter vor der Elbphilharmonie ins Wasser. Dort wurden sie von der Wasserpolizei aus der Elbe geholt.

Auf der Flucht vor der Polizei hatten sich am frühen Freitagmorgen elf Anti-G20-Demonstranten schwer verletzt.

7. Juli, 19.08 Uhr +++ Friedliche Demonstranten sind sauer

Gespräch mit Demonstranten aus Hamburg, die am Millerntor im Stadtteil St. Pauli Rast machen. Sie sind sauer, weil die komplette Stadt lahm gelegt ist. Sie sind gegen G20, von Gewalt halten sie nichts. Die Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten bezeichnen sie als „Katz und Maus Spiel“. Die Polizei geht in ihren Augen oft viel zu hart vor, „Deeskalation sieht anders aus“, sagt einer. Das Verhalten der Polizei sei Provokation.

Zwei Minuten später verwandelt sich der Platz in Chaos. Vermummte kommen in die Straße gerannt, reißen Schilder und Pflöcke aus dem Boden. Danach heben sie die Straßenbegrenzungen aus Fels heraus, schieben sie auf die Straße. Kurz darauf rückt die Polizei mit Hundertschaften an, die Demonstranten fliehen. Manche rennen in Richtung Reeperbahn, weiter unten stehen schon Wasserwerfer, die andere Demonstranten von der Straße schieben.

Mittendrin: eine Familie, die verzweifelt fragt, wie man aus der Stadt komme. Sie haben Koffer dabei, sie sind zu Besuch in Hamburg. Die Tochter ist den Tränen nahe. Die Straßen und Bahnen sind gesperrt, Taxis gibt es nicht. Für sie geht es nicht weiter.

7. Juli, 18.25 Uhr +++ 160 verletzte Einsatzkräfte

Die Polizei Hamburg twittert, dass bei den Ausschreitungen mindestens 160 Einsatzkräfte verletzt wurden.

7. Juli, 17.48 Uhr +++ Bisherige Bilanz zu G20-Protesten

Bei den G20-Krawallen sind erneut Autos angezündet worden. Oberhalb der Hamburger Landungsbrücken, wo die Polizei rund 6000 Demonstranten am Vorrücken auf die Elbphilharmonie hinderte, brannten zwei Wagen. Seit Beginn der Ausschreitungen am Donnerstag sind bereits mehrere Dutzend Autos vor allem im Hamburger Westen in Flammen aufgegangen, wie die Sprecher der Feuerwehr sagte.

Die Polizei berichtet von der Zahl der Menschen, die festgenommen wurden oder in Gewahrsam sind:

7. Juli, 17.44 Uhr +++ Polizei Hamburg beruhigt: Kein Notstand

Die Polizei Hamburg schreibt auf Twitter, dass trotz der heftigen Ausschreitungen zum G20-Gipfel kein Notstand und auch kein Katastrophenfall bislang ausgerufen worden sei:

7. Juli, 17.42 Uhr +++ Ringen um Kompromiss bei Handelspolitik

Die G20-Gruppe der Top-Wirtschaftsmächte ringt beim Gipfel in Hamburg weiter um einen Kompromiss zur Handelspolitik. Am Rande der Beratungen der G20-Staats- und Regierungschefs sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Freitag: „Hier sind die Diskussionen sehr schwierig. Da will ich gar nicht drumrum reden.“ Hintergrund ist der Abschottungskurs von US-Präsident Donald Trump.

Von den „allermeisten“ G20-Teilnehmern sei darauf hingewiesen worden, dass „wir einen freien, aber auch fairen Handel brauchen“, sagte Merkel. Die Welthandelsorganisation WTO sei in ihrer Bedeutung noch einmal herausgestellt worden.

Allerdings werden die G20-Unterhändler („Sherpas“) Merkel zufolge in den Verhandlungen über die G20-Abschlusserklärung zum Handel in der Nacht zu Samstag „noch ein großes Stück Arbeit vor sich haben“. Sie hoffe, dass es dann an diesem Samstag zum Abschluss des G20-Gipfels ein „gutes Resultat“ geben werde, sagte die Kanzlerin.

7. Juli, 17.30 Uhr +++ Merkel verurteilt gewalttätige Proteste

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die gewaltsamen Proteste gegen den G20-Gipfel in Hamburg verurteilt. Diese gefährdeten Menschenleben und seien „nicht zu akzeptieren“, sagte Merkel am Freitag. Sie dankte den Sicherheitskräften für ihren Einsatz.

7. Juli, 17.20 Uhr +++ Schwerverletzte bei Einsturz eines Absperrgitters

Auf der Flucht vor der Polizei sind am frühen Freitagmorgen im Hamburg elf Anti-G20-Demonstranten schwer verletzt worden. Wie die Feuerwehr mitteilte, stürzten sie bei dem Versuch, mit einer größeren Gruppe von Demonstranten in Hamburg-Bahrenfeld über eine Mauer mit Absperrgitter zu klettern, aus etwa vier Metern Höhe ab, weil das Absperrgitter unter der Last zusammenbrach.

Sie wollten sich den Angaben zufolge Zugang zu einem Firmengelände verschaffen. 13 Demonstranten, die sich zum Teil schwer am Kopf verletzten, wurden in Krankenhäuser gebracht. 65 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr Hamburg waren mit zwölf Rettungswagen, fünf Notarzteinsatzfahrzeugen und zwei Löschfahrzeugen im Einsatz.

7. Juli, 17.17 Uhr +++ Greenpeace-Aktivisten von Wasserpolizei aus der Elbe gefischt

G20-Gegner versuchten mit Schlauchbooten, sich der Elbphilharmonie von der Wasserseite zu nähern. Etwa 15 Boote näherten sich der Sperrung auf der Elbe mit hoher Geschwindigkeit. Mehrere Aktivisten sprangen rund 200 Meter vor der Elbphilharmonie über die Sperrlinie ins Wasser, dort wurden sie von der Wasserpolizei umringt.

Auf Twitter ist auch ein Video von dem Einsatz zu finden:

7. Juli, 17.10 Uhr +++ Bahnhof Landungsbrücken aufgebrochen – Wasserwerfereinsatz

Die Polizei Hamburg schreibt auf Twitter, dass G20-Gegner den gesperrten Bahnhof Landungsbrücken aufgebrochen haben und eingedrungen sind. Es gab wohl einen Wasserwerfereinsatz:

Flaschen und Steine flogen aus Demonstrantengruppen auf Beamte. Die Feuerwehr twitterte: „Lasst unsere Rettungskräfte an den #Landungsbruecken zu einem Notfall!! Wir kommen nicht durch!!“

7. Juli, 17.05 Uhr +++ Banken schließen wegen Krawallen in Hamburg ihre Filialen

Nach Krawallen im Zuge des G20-Gipfels haben etliche Banken ihre Filialen in Hamburg am Freitag vorübergehend geschlossen. Die Postbank schloss sämtliche Filialen im Hamburger Stadtgebiet, wie eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Auch die Hamburger Sparkasse öffnete viele Filialen nicht. „Wir sind im engen Austausch mit den Sicherheitsbehörden und haben aufgrund der Sicherheitslage die Filialen im Innenstadtbereich nicht geöffnet“, sagte eine Haspa-Sprecherin. Zusätzlich seien in umliegenden Stadtteilen wie Rothenburgsort und Wilhelmsburg einzelne Filialen aus Sicherheitsgründen vorübergehend geschlossen, hieß es.

Etliche Finanzanbieter informierten ihre Kunden mit Schildern über die kurzfristigen Schließungen, die bei Anwohnern für Unmut sorgten. Zur Zahl der von Sachschäden betroffenen Bankfilialen konnte die Polizei am Freitag zunächst keine Angaben machen

7. Juli, 16.57 Uhr +++ Trump und Putin äußern Hoffnung auf bessere Beziehungen

US-Präsident Donald Trump und der russische Staatschef Wladimir Putin haben ihr erstes lange erwartetes persönliches Gespräch geführt. Die beiden setzten sich mit einigen wenigen Begleitern am Freitag beim G20-Gipfeltreffen in Hamburg zusammen. Putin sagte, er wolle die drängendsten bilateralen und internationalen Fragen besprechen und hoffe „auf positive Ergebnisse“. Trump sagte, er hoffe, „dass positive Dinge geschehen“.

Das russisch-amerikanische Verhältnis ist so schlecht wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Trump reagierte nicht auf den Zuruf von Reportern, ob er die mutmaßliche russische Einmischung in die US-Wahl ansprechen werde. Nach Erkenntnissen von US-Geheimdiensten haben russische Hacker versucht, durch den Diebstahl von Daten der Demokratischen Partei die Wahl zu beeinflussen.

7. Juli, 16.45 Uhr +++ Gegenstände auf Schienen legen Verkehr lahm

An den Landungsbrücken wurden laut Polizei Gegenstände auf die Schienen geworfen. Es kommt zu Störungen im U-Bahn-Verkehr:

7. Juli, 16.38 Uhr +++ Weitere Vermummte in Hamburg unterwegs

Die Polizei Hamburg meldet eine weitere Gruppe, die vermummt und wohl mit Schlagwerkzeugen bewaffnet unterwegs ist.

7. Juli, 16.28 Uhr +++ Hamburgs Polizeipräsident verteidigt Polizeieinsatz

Hamburgs Polizeipräsident Ralf Meyer hat den Einsatz bei der in Krawalle ausgearteten „Welcome to Hell“-Demonstration verteidigt. Er sei sich „absolut sicher“, dass der Einsatz verhältnismäßig gewesen sei. „Wir beurteilen solche Situationen ja immer mit unseren Juristen, die quasi im Einsatz zuschauen“, sagte er am Freitagnachmittag in der Hansestadt. 45 Minuten lang habe man am Donnerstagabend versucht, die Versammlung zu realisieren.

Doch der Schwarze Block sei nicht bereit gewesen, die Vermummung abzulegen. „Vermummung dient zur Vorbereitung von Straftaten“, betonte Meyer. Man habe nichts anderes machen können, als den schwarzen Block von den friedlichen Demonstranten zu trennen. „Es geht darum, eine freie Versammlung zu realisieren für die, die sich eben nicht vermummen.“

7. Juli, 16.27 Uhr +++ Polizei massiv mit Gegenständen beworfen

Unweit der Elbphilharmonie hat es Zusammenstöße zwischen gewalttätigen Linksautonomen und der Polizei gegeben. Rund 200 Vermummte sind unter den Demonstranten, die offenbar näher an das Konzerthaus herankommen wollen. Am Hotel Empire Riverside im Stadtteil St. Pauli wurden Scheiben eingeworfen. In der Elbphilharmonie soll am Abend ein Konzert für die Staats- und Regierungschefs des G20-Gipfels stattfinden.

Einsatzkräfte der Polizei Hamburg melden auf Twitter einen massiven Bewurf mit Gegenständen:

7. Juli, 16.20 Uhr +++ Putin trifft auf Trump

Erstmals haben sich US-Präsident Donald Trump und der russische Staatschef Wladimir Putin zu einem Gespräch getroffen. Die beiden Präsidenten kamen am Rande des G20-Gipfels in Hamburg zusammen. Trumps Verhalten gegenüber Russland wird von Teilen der US-Öffentlichkeit mit großem Misstrauen beobachtet. Hintergrund ist die Affäre um mutmaßlich russische Cyberangriffe im US-Wahlkampf zugunsten des heutigen Präsidenten und um dubiose Kontakte von Mitarbeitern des Trump-Wahlkampfteams nach Moskau.

Zuletzt hatte der US-Präsident allerdings einen scharfen Ton gegenüber Moskau angeschlagen. Bei einem Besuch in Polen warf Trump der russischen Regierung am Donnerstag „destabilisierendes“ Verhalten vor.

7. Juli, 16.03 Uhr +++ Putin ruft zu Selbstbeherrschung bei nordkoreanischem Raketenprogramm auf

Mit Bezug auf das nordkoreanische Raketenprogramm dürfe man nicht seine Selbstbeherrschung verlieren, sagt Russlands Präsident Wladimir Putin. Der südkoreanische Präsident Moon Jae In betont, Putin sollte helfen, die Krise auf der koreanischen Halbinsel zu deeskalieren.

7. Juli, 15.55 Uhr +++ Tausende Demonstranten versammeln sich erneut

Mehrere tausend Demonstranten sammeln sich am Millerntorplatz. Darunter ist erneut ein Schwarzer Block mit mehreren hundert Linksautonomen. Noch ist unklar, welchen Weg die Demonstration nehmen wird. Die Polizei twittert, dass sich die Versammlung ohne Absprache in Bewegung gesetzt habe:

Es gab wohl laut Polizei gegen den Demonstrationszug einen Wasserwerfereinsatz:

7. Juli, 15.50 Uhr +++ Polizei muss Tweet von Satireseite richtigstellen

Die Polizei Hamburg stellt einen Tweet der Satireseite „Der Postillon“ richtig, der die Ausschreitungen in Hamburg auf die Schippe nimmt: Die Seite „Der Postillon“ schreibt, dass die Polizei zur Deeskalation eine Atomrakete auffahre – die Polizei stellt für alle klar: „Fake! Wer es noch nicht mitbekommen hat: @Der_Postillon ist eine Satire-Seite!“

7. Juli, 15.34 Uhr +++ Chinas Präsident Xi Jinping fodert bessere Koordination der Konkjunkturpolitik

Chinas Präsident Xi Jinping ruft die großen Volkswirtschaften zu einer besserer Koordinierung ihrer Konjunkturpolitik auf, berichtet die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

7. Juli, 15.34 Uhr +++ Mexikos Präsident trifft auf Trump

Ein Treffen mit US-Präsident Donald Trump hilft nach Worten von Mexikos Präsident Enrique Pena Nieto dabei, „einen sehr starken Dialog“ zum nordamerikanischen Freihandelsabkommen Nafta fortzusetzen.

7. Juli, 15.25 Uhr +++ Juncker geht in Rede auf Ausschreitungen ein

In der abgeschotteten Hochsicherheitszone rund um das Messegelände werden die Krawalle der vorangegangen Nacht weitgehend ausgeblendet. Auf den Monitoren des internationalen Pressezentrums tauchen sie nicht auf. Einzig EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker geht auf die Ausschreitungen und die brennenden Autos ein: „Der Empfang ist warm.“

Zugleich beteuert der Luxemburger, die Protestbotschaften, die sich in ihrer Mehrheit gegen eine ungerechte gestaltete Globalisierung richten, durchaus vernommen hat: „Es ist nicht so, dass wir blind und taub durch Hamburg laufen.“ (zie)

7. Juli, 15.19 Uhr +++ Putin plädiert für freien Welthandel

Im Unterschied zu US-Präsident Donald Trump hat der russische Staatschef Wladimir Putin beim G20-Gipfel für einen freien Welthandel plädiert. „Wir sind gegen den Protektionismus, der sich in der Welt ausbreitet“, sagte Putin am Freitag auf dem Treffen der führenden Wirtschaftsmächte in Hamburg. Beschränkungen bei Handel und Finanzen hätten oft einen politischen Hintergrund und sollten Konkurrenten ausschalten, zitierte ihn die Agentur Interfax.

Trump will mit seiner Handelspolitik die US-Märkte abschotten, er steht deshalb auch auf dem Gipfel in der Kritik. Moskau sieht viele westliche Sanktionen, die wegen der Ukraine-Krise verhängt wurden, als Versuch, Russland als Konkurrenz zu bremsen. Zugleich schützen russische Gegensanktionen vor allem heimische Lebensmittelhersteller.

7. Juli, 14.56 Uhr +++ Steinmeier verurteilt Gewalt bei Demonstrationen

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die gewalttätigen Ausschreitungen am Rande des G20-Gipfels in Hamburg verurteilt. „Brutale Gewalt hat auf unseren Straßen nichts verloren“, sagte Steinmeier am Freitag der „Bild“-Zeitung. „Sie hat keine Rechtfertigung und kann nicht mit Verständnis rechnen.“ Steinmeiers Respekt hätten „diejenigen, die - wie von unserer Verfassung garantiert - auch ihren Protest zum Ausdruck bringen“, sagte er.

Respekt verdienten auch „die Polizisten, die es mit ihrem Einsatz ermöglichen, dass Deutschland ein guter Gastgeber für wichtige und notwendige Gespräche sein kann“. Seit Donnerstag gibt es in vielen Teilen Hamburgs gewaltsame Ausschreitungen und Blockaden. Dutzende Demonstranten und Polizisten wurden bereits verletzt.

7. Juli, 14.53 Uhr +++ Demonstranten zufrieden mit Blockade-Aktionen

Die G20-Gegner haben sich zufrieden mit ihren Blockadeaktionen am Freitag gezeigt. „Wir haben unser Ziel erreicht und ein deutliches Zeichen gegen den Wahnsinn der G20 gesetzt“, erklärte die Sprecherin der Organisation Block G20, Jana Schneider, in Hamburg. Durch die Verzögerungen bei der Anreise von einigen G20-Delegationen sei „erfolgreich Sand ins Getriebe des Gipfels gestreut“ worden.

Das Bündnis habe wie angekündigt protestiert, die Aktivisten hätten sich an den angekündigten Punkten in der Stadt versammelt. Scharf kritisierte das Bündnis den Polizeieinsatz bei den Blockaden. Es seien mit großer Brutalität Schlagstöcke und Pfefferspray eingesetzt worden.

7. Juli, 14.48 Uhr +++ Polizeiwagen angegriffen

Die Polizei Hamburg schreibt auf Twitter, dass ein Streifenwagen angegriffen worden sein soll.

7. Juli, 14.43 Uhr +++ Polizei rechnet mit weiteren Ausschreitungen

Die Hamburger Polizei rechnet am Abend mit neuer Randale. „Wir müssen davon ausgehen, dass die Gewalt wieder aufflammt“, sagt Polizeisprecher Timo Zill. Am Morgen seien Polizisten von Gewalttätern mit Zwillen und Stahlkugeln verletzt worden. Für den Abend hat der linksradikale „Rote Aufbau Hamburg“ eine Demonstration angemeldet.

7. Juli, 14.34 Uhr +++ Verstärkung für Polizei trifft in Hamburg ein

Die ersten Hundertschaften zur Verstärkung der Polizei beim G20-Gipfel sind in der Hansestadt angekommen. Die Polizei habe sich auf Linksextremisten mit einer bestimmten Ideologie eingestellt, sagt Polizeisprecher Timo Zill. Gekommen seien Menschen, denen es überhaupt nicht um G20 gehe, sondern die nur ihre Gewaltlust ausleben wollten. Derzeit gehe es den Militanten vor allem darum, möglichst viele Autos in Altona anzuzünden. Das sei eine neue Qualität.

7. Juli, 14.33 Uhr +++ Juncker lobt EU-Japan-Freihandelsabkommen

Bundeskanzlerin Angela Merkel ruft in der G20-Runde nach Trump EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker auf. Dieser lobt das EU-Japan-Freihandelsabkommen. Die EU habe die Führung bei Freihandel und den Kampf für offene Märkte übernommen. Juncker verweist nach Diplomatenangaben auch auf die guten Wirtschaftsdaten der EU.

7. Juli, 14.30 Uhr +++ „Welcome to Hell“-Aktvisten fordern Rücktritt von Scholz und Grote

Vertreter der „Welcome to Hell“-Demonstration, bei der es am Donnerstagabend heftige Ausschreitungen gab, haben wegen der Art der gewaltsamen Auflösung den Rücktritt von Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz und dessen Innensenator Andy Grote (beide SPD) gefordert. „Natürlich müssten aus diesen Vorkommnissen personelle Konsequenzen gezogen werden“, sagte Christoph Kleine von der G20-Plattform am Freitag und nannte dabei auch den G20-Polizeieinsatzleiter Hartmut Dudde. „Die Polizei hat Tote in Kauf genommen.“

Die Demonstration mit rund 12 000 Menschen war am Donnerstagabend unter Einsatz von Wasserwerfern aufgelöst worden. Während die Polizei als Grund Vermummungen im schwarzen Block sowie Flaschenwürde nannte, sprachen die Aktivisten die Verantwortung allein der Polizei zu.

7. Juli, 14.26 Uhr +++ Weitere Barrikaden werden erbaut

Auf der Weidenhalle in der Schanze in Hamburg werden laut Polizei Barrikaden aufgebaut – hier sei kein Straßenverkehr mehr möglich, wie auf Twitter zu lesen ist:

7. Juli, 14.19 Uhr +++ G20-Gipfel vor Einigung bei Finanzmarktregeln

In Hamburg zeichnet sich ein Teilerfolg bei den politischen G20-Gesprächen ab: Bei der Bankenregulierung, die im Zuge der Finanzkrise die Runde der zwanzig größten Volkswirtschaften überhaupt erst zusammenbrachte, stellt die neue US-Regierung die bisherigen Vereinbarungen nicht in Frage. So ist dem Vernehmen nach das Finanzkapitel der Abschlusserklärung bereits abschließend behandelt und von Donald Trumps Verhandlungsdelegation nicht blockiert worden. Diese Befürchtung hatte bestanden, seit der neue Mann im Weißen Haus kurz nach Amtsantritt eine Überprüfung des sogenannten Dodd-Frank-Gesetzes angekündigt hatte.

Darin sind viele jener Maßnahmen gebündelt, die beispielsweise verhindern sollen, dass finanzsystemrelevante Großbanken in Schieflage geraten und mit Steuerzahlermilliarden gerettet werden müssen. Mit den geplanten Formulierungen der Hamburger Gipfelerklärung sehen die anderen Gipfelstaaten nun zumindest vorerst die Gefahr einer Aufweichung oder einer neuen Deregulierung gebannt. Allerdings muss die Erklärung als Ganzes, also auch mit den sehr viel strittigeren Themen Klima oder Handel, verabschiedet werden – weshalb auch die Einigung in Finanzfragen noch nicht offiziell ist.

Zum Finanzkapital, das nun fertig verhandelt ist, gehört neben einem Bekenntnis zu den sogenannten „Basel III“-Regeln, die den Banken unter anderem bestimmte Eigenkapitalquoten vorschreiben auch der „Hamburg Action Plan“. Der sieht vor, dass der sogenannte Schattenbankensektor künftig besser reguliert wird. Das sind alle Finanzmarktakteure, die wie Banken auch Kredite vergeben, aber nicht der Bankenregulierung unterliegen. Hier wollen die G20-Staaten nun weiter nachbessern. (zie)

7. Juli, 14.15 Uhr +++ Trump lobt Erfolge der US-Wirtschaft

In der ersten Arbeitssitzung auf dem G20-Gipfel erzählt US-Präsident Donald Trump seinen Partnern von den Erfolgen der US-Wirtschaft seit seinem Amtsantritt. Danach redet er laut Diplomatenangaben viel über Nordkorea - was allerdings gar nicht auf der Agenda der Sitzung über Weltwirtschaft und Handel steht.

7. Juli, 14.10 Uhr +++ Polizei erklärt, warum keine Bundeswehr bei Demos eingesetzt wird

Angesichts der massiven Ausschreitungen rund um den G20-Gipfel in Hamburg ist die Polizei Gerüchten entgegengetreten, die Bundeswehr könne zum Einsatz kommen. Es gebe keine Unterstützung der Bundeswehr, twitterte die Polizei am Freitag in der Hansestadt. „Dem Einsatz sind deutliche verfassungsrechtliche Grenzen gesetzt.“ Die Polizei verwies auf Artikel 87 des Grundgesetzes.

Es seien trotz aktueller Entwicklungen keine weiteren Anfragen auf Amtshilfe bei der Bundeswehr eingegangen, sagte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums. Man erwarte im Moment auch keine neuen Anträge. Da sei „nichts im Raum“. 46 Anträge seien insgesamt gestellt worden, 38 davon gebilligt worden.

7. Juli, 13.47 Uhr +++ Merkel mahnt Partner zu Kompromissbreitschaft

Zum Auftakt der G20-Sitzung über die Weltwirtschaft hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die G20-Partner ermahnt, kompromissbereit zu sein. Millionen Menschen weltweit verfolgten den Gipfel in Hamburg und erwarteten Lösungen, sagte Merkel am Freitag. „Ich bin auch ganz sicher, dass sich jeder hier anstrengt, um gute Ergebnisse zu erreichen“, sagte sie, ohne die Differenzen etwa beim Klimaschutz oder beim Freihandel mit den USA direkt zu nennen. „Wir wissen, dass die Zeit drängt. Deshalb können Lösungen oft nur gefunden werden, wenn wir kompromissbereit sind, wenn wir uns aufeinander zubewegen“, mahnte Merkel, die neben dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping saß. Sie betonte ausdrücklich, dass sich dabei niemand verbiegen solle. „Es ist so, dass wir Unterschiede durchaus benennen können“, sagte sie.

Merkel erinnerte daran, dass die G20-Staaten zwei Drittel der Weltbevölkerung, vier Fünftel des weltweiten Bruttoinlandsproduktes und drei Viertel des Welthandels repräsentierten. „Es ist schon richtig, wenn die, die heute nicht dabei sind, erwarten, dass wir ordentlich arbeiten“, sagte sie. Die deutsche G20-Präsidentschaft habe deshalb auch Themen wie die Entwicklung Afrikas, mehr Chancengleichheit für Frauen und Gesundheit auf die Agenda der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer gesetzt.

7. Juli, 13.45 Uhr +++ Innensenator Grote sieht Situation unter Kontrolle

Trotz der anhaltenden gewaltsamen Proteste gegen den G20-Gipfel in Hamburg ist die Situation nach Worten von Innensenator Andy Grote (SPD) unter Kontrolle. „Die Polizei wird mit dieser Lage hier zurechtkommen“, sagte der 49-Jährige am Freitagmittag in der Hansestadt. Er sei allerdings erschrocken über die „radikale, sinnlose und blindwütige Gewalt“. Am Donnerstagabend war es bei einer Demonstration unter dem Motto „Welcome to Hell“-Demo zu Ausschreitungen gekommen; auch am Freitag gab es Ausschreitungen und Brandstiftungen.

Bislang seien bei „massiven Angriffen“ auf die Polizei 160 Beamte verletzt worden, berichtete Grote. „Es sind wenige ernsthafte Verletzungen, aber es insgesamt eine hohe Zahl.“

7. Juli, 13.36 Uhr +++ Polizisten mit Brandflaschen attackiert

Immer wieder kommt es in Hamburg zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Protestlern. Im Hamburger Stadtteil Altona seien Beamte am Mittag mit Brandflaschen attackiert worden, teilte die Polizei per Twitter auf. Außerdem brennen dort den Angaben zufolge Barrikaden.

7. Juli, 13.31 Uhr +++ G20-Partnerprogramm angesichts Sicherheitslage geändert

Das Partnerprogramm für die Eheleute beim G20-Gipfel in Hamburg wird angesichts der angespannten Sicherheitslage geändert. Nach Informationen soll ein bisher geplanter Termin im Klimarechenzentrum nun durch Vorträge der Experten im Hotel Atlantik ersetzt werden.

7. Juli, 13.10 Uhr +++ Polizisten mit Molotow-Cocktails beworfen

Die Polizei Hamburg twittert, dass ihre Kollegen an der Holstenstraße mit Molotow-Cocktails beworfen worden sind:

7. Juli, 13.08 Uhr +++ Zahl der verletzten Polizisten steigt

Die Zahl der bei den gewaltsamen G20-Protesten in Hamburg verletzten Polizisten ist auf 159 gestiegen. Das sagte ein Sprecher der Beamten am Freitag in der Hansestadt. Die Polizei hatte demnach auch Kenntnis von einem verletzten Unbeteiligten. Dem Polizeisprecher zufolge nahmen die Einsatzkräfte bislang 45 Menschen fest, zwölf weitere kamen in Gewahrsam.

In Hamburg gibt es seit Donnerstagabend schwere Ausschreitungen und Sachbeschädigungen militanter Gegner des Gipfeltreffens. Am Freitag blockierten Demonstranten außerdem wiederholt Straßen in der Innenstadt, um die Kolonnen der Delegationen zu behindern.

7. Juli, 13.02 Uhr +++ CDU-Innenexperte Armin Schuster fordert Linksextremisten-Datei

Der CDU-Innenpolitiker Armin Schuster fordert als Konsequenz aus den Krawallen beim G-20-Gipfel in Hamburg „das Erstellen einer Linksextremisten-Datei, die alle szenebekannten Gefährder“ verzeichnet. Vorbild soll die gemeinsame Datei des Bundes und der Länder zur Aufklärung und Bekämpfung des gewaltbezogenen Rechtsextremismus in Deutschland (RED) sein, sagte der Bundestagsabgeordnete der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten (Samstagausgabe). Schuster sagte, die Datei böte die Möglichkeit, „im Vorfeld von gewaltgeneigten Großdemos Gefährder mit Meldeauflagen, Reise- und Demonstrationsverbote zu belegen“. Die Datei soll nach Schusters Vorschlag in Zusammenarbeit mit anderen europäischen Staaten erstellt werden.

Schuster verteidigte nachdrücklich den massiven Polizei-Einsatz in Hamburg. „Wenn eine Demonstration so offenkundig schon im Vorfeld als gewaltbereit erkennbar ist, dann ist kompromisslose Stärke die beste De-Eskalationsstrategie“, sagte der Bundestagsabgeordnete. Deshalb teile er die Hamburger Polizeitaktik „komplett“. Sie sei „kompromisslos, offensiv und durch eine niedrige Einschreitschwelle geprägt“ gewesen. Schuster sagte, der Staat dürfe „keine rechtsfreien Räume wie sie sich etwa in der Berliner Rigaer Straße oder im Hamburger Schanzenviertel entwickeln, dulden“.

7. Juli, 13 Uhr +++ Grafik mit den Routen der Demos beim G20-Gipfel sowie den Sperrzonen

7. Juli, 12.35 Uhr +++ Demonstranten hindern Melania Trump an Verlassen der Unterkunft

Die Ehefrau von US-Präsident Donald Trump ist von Demonstranten an der Teilnahme am Partnerprogramm des G20-Gipfels gehindert worden. „Wir haben von der Polizei bisher keine Sicherheitsfreigabe zum Verlassen des Gästehauses“, sagte eine Sprecherin von Melania Trump der Deutschen Presse-Agentur.

7. Juli, 12.17 Uhr +++ Maas: Straftäter rund um Anti-G20-Proteste gehören vor Gericht

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hat ein strafrechtliches Vorgehen gegen Gewalttäter bei den Protesten gegen den G20-Gipfel angekündigt. „Wer unter dem Deckmantel des Demonstrationsrechts Straftaten begeht, gehört nicht auf die Straße, sondern wird sich vor Gericht verantworten müssen“, sagte Maas der „Rheinischen Post“ (Samstag). Mit den Krawallen erweise die militante autonome Szene den vielen friedlichen Demonstrationen einen Bärendienst. Friedlicher Protest hingegen gehöre beim G20-Gipfel genauso zur Debatte wie die Gespräche der Regierungen.

7. Juli, 12.16 Uhr +++ Baden-Württemberg schickt 200 Polizisten zusätzlich nach Hamburg

Nach den massiven Ausschreitungen rund um den G20-Gipfel schickt Baden-Württemberg 200 zusätzliche Polizeibeamte nach Hamburg. „Die Anfrage nach Verstärkung der Hamburger Polizei kam am Freitagmorgen“, sagte ein Sprecher von Innenminister Thomas Strobl (CDU). In der Hansestadt sind bereits mehr als 800 Polizisten aus dem Südwesten im Einsatz. 23 von ihnen wurden laut dem Sprecher bei Krawallen verletzt. „Sie bleiben aber erst einmal im Dienst.“

Unsere Grafik zeigt die Routen und Sperrzonen der Demos beim G20-Gipfel:

7. Juli, 12 Uhr +++Putin und Trump begegnen sich zum ersten Mal

US-Präsident Donald Trump und Russlands Staatschef Wladimir Putin sind sich erstmals persönlich begegnet. Beim G20-Gipfel in Hamburg gab es am Freitag einen ersten Handschlag nach dem Eintreffen aller Staatsgäste, berichtete Kremlsprecher Dmitri Peskow. „Sie gaben einander die Hand und sagten, dass sie sich extra treffen und bald sehen werden“, sagte Peskow der Agentur Tass zufolge.

Die Führer der größten Atommächte planten für den Nachmittag ihre erste längere Begegnung. Er freue sich darauf, twitterte Trump vorab. Auch die Außenminister Rex Tillerson und Sergej Lawrow berieten am Rande des Gipfels in Hamburg. In den russisch-amerikanischen Gesprächen soll es unter anderem um Syrien und die Ukraine gehen.

7. Juli, 11.47 Uhr +++ Grüne machen Hamburger Polizei für Eskalation bei G20-Protest mitverantwortlich

Die innenpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Bundestag, Irene Mihalic, hat die Hamburger Polizeiführung für die Zuspitzung bei der Auftaktdemonstration zum G20-Gipfel mitverantwortlich gemacht. „Leider hat das Vorgehen der Einsatzleitung der Hamburger Polizei zur Eskalation der ohnehin angespannten Lage erheblich beigetragen“, sagte Mihalic am Freitag der Zeitung „Die Welt“.

„Das ging voll zu Lasten der Einsatzkräfte und des friedlichen Teils der Demonstration.“ Gewalt sei „kein legitimes Mittel um Protest auszudrücken“, sagte Mihalic weiter. Daher sei es „richtig, Ausschreitungen und Angriffe gezielt zu unterbinden und mit einer deeskalierenden Gesamtstrategie darauf zu reagieren“. „Einfach ungezielt ein Gemisch von Wasser und Reizgasen in den gesamten Demonstrationszug zu werfen, um damit eine bestimmte Gruppe zu treffen, kann nicht der Weg einer modernen, deeskalierenden Einsatzstrategie der Polizei sein“, gab Mihalic aber zu bedenken.

In einer Demokratie sei es Aufgabe der Polizei, „friedliche Proteste zu ermöglichen und zu sichern statt Demonstranten pauschal als Gegner des Staats zu behandeln“. „Wer Druck aus dem Kessel nehmen will, sollte das Feuer austreten statt es weiter anzufachen“, sagte Mihalic weiter. Die Strategie der Einsatzleitung habe zu dutzenden Verletzten auf Seiten der Demonstranten und der Polizei geführt. „Das wird gründlich aufzuarbeiten sein.“ Zuständig für die Polizei ist im Hamburger rot-grünen Senat Innensenator Andy Grote (SPD).

7. Juli, 11.40 Uhr +++ Ladenbesitzer aus Hamburg ist wütend

Michael Neller ist nach den Ausschreitungen in der Nacht vor allem eins: wütend. Seinem Laden, einer Ledermanufaktur in der Hein-Hoyer-Straße in St. Pauli, ist nichts passiert. Die Vorfälle will er aber so nicht hinnehmen. „Ich war heute Nacht so geladen, ich wäre am liebsten mit der Polizei an die vorderste Front“, sagt er. Er hat kein Verständnis für die Randalierer und ihre Zerstörungswut. „Sie wollen links und umweltfreundlich sein, zünden dann aber Autos und Mülltonnen an und machen alles kaputt“, sagt er.

Respekt hat er für die Polizisten, die vor Ort waren. Bei dem was passiert sei, sei es unfassbar, wie ruhig die Beamten geblieben seien. Für die nächsten beiden Tage erwartet er Krawalle, die noch härter würden als in der Nacht zuvor. „Die werden durchdrehen“, befürchtet er. (jav)

7. Juli, 11.38 Uhr +++ Laut May USA sollten zu Klimaabkommen zurückkehren

Nach den Worten der britischen Premierministerin Theresa May ist es möglich, dass die USA zum Pariser Klimaabkommen zurückkehren. Teilnehmer des G20-Gipfels würden Präsident Donald Trump auffordern, einen Weg dafür zu finden. „Ich glaube, es ist möglich“, sagt May dem Sender BBC.

7. Juli, 11.34 Uhr +++ Eindrücke von der Anfahrt von Donald Trump zum Gipfel

„The Beast“ mag mehrere Tonnen schwer sein, aber schnell ist es trotzdem und keiner sollte seinen Weg kreuzen. Kurz vor halb zehn nimmt das gepanzerte Monstrum vor dem Gästehaus des Hamburger Senats Fahrt auf. An Bord, Donald Trump, ein Mann, der für die Demonstranten in der Stadt nicht minder biestig wirkt wie das Auto-Ungetüm, das ihn mit rund 1000 Pferdestärken zur Hamburger Messe bringt.

Das Privileg, Hassobjekt Nummer eins der Gegner des G20-Gipfels zu sein, macht ihm keiner streitig. Ein Plakat mit seinem Konterfei, versehen mit dem Schriftzug „Der Kasper kommt“, ist da noch die harmloseste Form verbaler Geringschätzung. Und so versuchen Demonstranten, die Zufahrt auf der schnellsten Route östlich der Alster zu blockieren. Die Polizei setzt Wasserwerfer ein, trägt Demonstranten fort, „Business as Usual“ an diesen Gipfeltagen. Dabei wäre dieser Einsatz am Ende gar nicht nötig gewesen, denn das Biest jagt mit hoher Geschwindigkeit um die nördliche Spitze der Alster, nimmt dann den Weg am westlichen Ufer. Schließlich fährt er vor, dieser Präsident, den sie, wenn sie ehrlich sind, in Berlin für nicht minder durchgeknallt halten wie die Protestierer in St. Pauli. Aber weil man halt mit dem Anführer der mächtigsten Nation im Gespräch bleiben muss, ist man froh, dass Trump trotz seines „America-First“-Getues sich überhaupt noch blicken lässt bei diesem Stelldichein der wichtigsten Wirtschaftsnationen der Welt, die rund 90 Prozent des Welthandels kontrollieren.

Etwas verspätet trifft er ein, mit typischem „Bin-zu-allem-Entschlossen-Blick“ schreitet er über den roten Teppich zur Begrüßung, Kanzlerin Angela Merkel erwartet ihn dort, ein paar Worte werden gewechselt, ein für Trump-Verhältnisse moderater Handschlag folgt, keine sonderlich provokanten Posen, sieht man mal von der geballten Faust ab, die er bei seinem Abgang formt. Man kennt diese Gesten von Tennisspielern nach einem gewonnenen Ballwechsel. Oder von Wrestlern, wenn die Showcatcher vor einem Kampf Siegesgewissheit demonstrieren wollen. Dabei ist in diesem Moment noch gar nicht klar, wie das Spiel aussieht, das Trump in Hamburg gewinnen will. (tm)

7. Juli, 11.30 Uhr +++ Weitere Groß-Demos am Nachmittag erwartet

An mehreren Orten in der Hamburger Innenstadt versuchen weiterhin Demonstranten, Straßen zu blockieren. Die Polizei schreitet häufig zügig ein und löst diese Blockaden auf. Teilweise werden Wasserwerfer eingesetzt. Insgesamt hat sich die Lage am späten Freitagvormittag aber beruhigt.

Weitere größere Demonstrationen werden am Nachmittag erwartet, wenn die Staats- und Regierungschefs der G20-Länder zu einem Konzert in die Elbphilharmonie fahren.

Auch unsere Reporterin vor Ort schreibt auf Twitter, dass sich die in Hamburg Lage punktuell etwas beruhigt hat:

7. Juli, 11.23 Uhr +++ Dutzende Feuer in Hamburg gelöscht

Die Hamburger Feuerwehr ist seit Donnerstagabend zu 156 Einsätzen ausgerückt. 61 kleinere und größere Feuer wurden gelöscht, teilte die Feuerwehr am Freitag mit. Am frühen Freitagmorgen hätten 15 Autos in der Elbchaussee teilweise an Hauswänden gebrannt. Ein Übergreifen der Flammen auf angrenzende Wohnhäuser konnte verhindert werden.

Ein gleiches Einsatzszenario gab es in der Max-Brauer-Allee, wo ebenfalls Autos brannten. Wie viele Autos in Hamburg insgesamt in Brand gesteckt wurden, konnte die Feuerwehr noch nicht aufaddieren

7. Juli, 11.20 Uhr +++ Sicherheitsleute in Hotel angegriffen

Nach Polizeiangaben wurden Sicherheitsleute am Hotel Park Hyatt in der Altstadt angegriffen worden. In dem Hotel sollen Russlands Präsident Wladimir Putin, Südkoreas Präsident Moon Jae und Australiens Premier Malcolm Turnbull übernachten.

7. Juli, 11.06 Uhr +++ Hubschrauber wohl mit Leuchtrakete angegriffen

Bei den Krawallen rund um den G20-Gipfel in Hamburg ist nach Polizeiangaben ein Hubschrauber der Polizei im Bereich Altona mit einer Leuchtrakete angegriffen worden. Das Geschoss habe den Hubschrauber nur knapp verfehlt, hieß es.

Die Polizei Hamburg kritisiert diesen Angriff auf Twitter:

Zudem wurden die Scheiben des Konsulats der Mongolei laut Polizei eingeworfen. Unbekannte hätten zudem die Reifen eines geparkten Wagens der kanadischen Delegation zerstochen.

7. Juli, 11.05 Uhr +++ Polizei fordert weitere Unterstützung an

Wegen der heftigen Krawalle am Rande des G20-Gipfels soll die Hamburger Polizei einem Bericht zufolge weitere Einsatzkräfte aus anderen Bundesländern angefordert haben. Aus Berlin seien bereits drei Hundertschaften unterwegs, berichtete die Onlineausgabe der „Welt“ am Freitag. Die Hamburger Polizei äußerte sich auf Anfrage nicht, die Berliner Beamten verwiesen ihrerseits auf die Kollegen in der Hansestadt.

Die Zeitung zitierte einen „ranghohen Polizeiführer“ mit den Worten: „Wir können nur hoffen, dass sich die Gerüchte in Luft auslösen, wonach internationale Linksextremisten parallel die Hauptstadt angreifen wollen - denn diese Hinweise gab es seit geraumer Zeit.“ Hamburg habe die Lage unterschätzt, Beamte seien in Lebensgefahr, hieß es weiter. Nach bisherigen Angaben sollte der Gipfel in Hamburg von mindestens 19.000 Polizisten gesichert werden. Seit Donnerstag gibt es in vielen Teilen der Stadt gewaltsame Ausschreitungen und Blockaden.

7. Juli, 10.59 Uhr +++ Einblick in das Pressezentrum

Beim internationalen Medienzentrum in einem der Hamburger Messegebäude hat sich die Bundesregierung nicht lumpen lassen. Es ist natürlich kein Zufall, dass der teilweise gewalttätige Protest auf den Straßen der Hansestadt den Journalisten aus aller Welt hier nicht gezeigt wird. (zie)

7. Juli, 10.58 Uhr +++ Russland spricht sich für Klimaschutzabkommen aus

Russland sieht das Pariser Klimaschutzabkommen nach Worten von Präsident Wladimir Putin als Grundlage für eine langfristige Zusammenarbeit. Putin ruft die G20-Länder zum gemeinsamen Kampf gegen Terrorismus auf und plädiert für weitere Reformen des Internationalen Währungsfonds.

7. Juli, 10.36 Uhr +++ Merkel empfängt Gipfel-Teilnemher

In Hamburg hat der G20-Gipfel der großen Industrie- und Schwellenländer begonnen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) empfing die Teilnehmer des zweitägigen Treffens in den Messehallen der Hansestadt aufgrund von Protesten rund um den Tagungsort mit etwas Verspätung. Als erstes Thema steht der Kampf gegen den Terrorismus auf der Tagesordnung.

Anschließend soll über die strittigen Themen Klimaschutz und Welthandel beraten werden, bei denen vor allem US-Präsident Donald Trump eine abweichende Haltung einnimmt.

7. Juli, 10.33 Uhr +++ Bahnverkehr in Hamburg läuft wieder

Nach einer Störaktion mutmaßlicher G20-Gegner an einer Bahnstrecke bei Hamburg am Freitagmorgen läuft der Verkehr inzwischen wieder weitgehend störungsfrei. Der S-Bahnverkehr in Hamburg sei unbeeinträchtigt, teilte ein Sprecher der Deutschen Bahn mit. Auch der Fernverkehr laufe bis auf kleinere Nachwirkungen durch die Störaktion wie vorgesehen.

Wegen des Gipfels hat die Bahn allerdings die Fahrpläne angepasst. Etliche ICE-Züge aus dem Süden enden im Hauptbahnhof. Direktzüge nach Kiel, Westerland, Lübeck und Rostock fahren den Hauptbahnhof und die Station Dammtor unweit der Sperrzone nicht an und halten stattdessen weit außerhalb im südlichen Harburg oder im westlichen Bergedorf.

7. Juli, 10.27 Uhr +++ Führende Schwellenländer plädieren für Klimaschutzabkommen

Die führenden Schwellenländer Brics (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) plädieren für die Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens. Zudem sollten die großen Industriestaaten ihre Wirtschaftspolitik verstärkt koordinieren, um negative Auswirkungen auf die Schwellenländer zu vermeiden, erklärten die Brics-Staaten. Sie wollen sich zudem für ein offenes und transparentes Handelssystem einsetzen.

7. Juli, 10.22 Uhr +++ Lage in Altona hat sich beruhigt

Die Bundespolizei Nord berichtet auf Twitter, dass sich die Lage im Revier in Altona beruhigt habe. Die Aufräumarbeiten beginnen.

7. Juli, 10.08 Uhr +++ Weiterer Wasserwerfereinsatz in Hamburg

Die Polizei Hamburg kündigt erneut an, eine Straße mithilfe von Wasserwerfern zu räumen:

Bei den Protesten gegen den G20-Gipfel ist die Polizei am Freitagmorgen erneut mit Wasserwerfern gegen Demonstranten vorgegangen. Diese seien bei der Räumung von Straßenblockaden am Schwanenwik an der Alster und an der Schröderstiftstraße nahe dem Tagunsgort eingesetzt worden, teilten die Beamten mit. Zuvor habe es mehrfache Aufforderungen gegeben, die Strecke freizumachen. „Bittet haltet die Fahrbahnen frei“, hieß es. Gipfelgegner besetzten am Morgen an verschiedenen Orten in der Innenstadt Straßen, um die Fahrten der Delegationen zu behindern.

Laut Polizei wurden erneut auch Barrikaden aufgebaut. An der Feldstraße in der Nähe des Gipfeltagungorts in den Messenhallen würden „Gegenstände auf die Straße gezogen“, erklärte die Polizei. Seit Donnerstagabend gibt es in Hamburg Ausschreitungen. Unter anderem wurden Polizisten attackiert und Autos angezündet.

7. Juli, 9.59 Uhr +++ Trump freut sich auf Treffen mit Putin

US-Präsident Donald Trump teilt über Twitter mit, er freue sich darauf, die führenden Staats- und Regierungschefs am Freitag zu treffen. Das schließe auch sein Treffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin ein. Es gebe viel zu diskutieren. Das bilaterale Gespräch ist nahezu zeitgleich zum Beginn der G20-Klimagespräche angesetzt.

7. Juli, 9.54 Uhr +++ Dutzende Polizisten verletzt

Bei dem Polizeieinsatz wegen der Ausschreitungen am Donnerstag sind nach jüngsten Angaben mindestens 111 Beamte verletzt worden. Zahlen zu verletzten Demonstranten oder Unbeteiligten lägen noch nicht vor, teilt die Polizei mit. Bis zum Stand um 8 Uhr seien 29 Menschen festgenommen und 15 in Gewahrsam genommen worden.

7. Juli, 9.43 Uhr +++ Polizei Hamburg räumt Straße mit Wasserwerfer

Nach dem Einsatz eines Wasserwerfers räumt die Polizei eine Sitzblockade östlich der Alster. Beamte tragen die rund 80 bis 100 Demonstranten einzeln weg.

Die Polizei Hamburg kündigte auf Twitter an, eine Straße in zu räumen:

7. Juli, 8.25 Uhr +++ Hamburger Polizeirevier wird angegriffen

Bereits am frühen Morgen geht es in Hamburg schon wieder rund.

7. Juli, 8.18 Uhr +++ Trudeau will mit Trump über Klimawandel sprechen

Der kanadische Premierminister Justin Trudeau will mit US-Präsident Donald Trump über die Streitpunkte Klimawandel und Welthandel sprechen. „Wir werden ihn darauf hinweisen, dass eine Vorreiterrolle im Zusammenhang mit dem Klimawandel und das Entstehen guter Arbeitsplätze wichtig sind“, sagt Trudeau der „Bild“-Zeitung. Auch werde er sich für progressive Handelsabkommen einsetzen, die „Chancen für kleinere Unternehmen schaffen und die Rechte von Arbeitern schützen“.

7. Juli, 8.09 Uhr +++ Bahngleise in Hamburg blockiert

Mehrere Menschen sind am Freitagmorgen in Hamburg auf Bahngleise gestiegen und haben so für eine Sperrung der westlichen Strecke zwischen Elmshorn und Hamburg-Altona gesorgt. Ein ICE nach Berlin konnte nicht rechtzeitig bereitgestellt werden, wie eine Bahnsprecherin sagte. Auf mehreren Regionalstrecken wendeten die Züge bereits auf Stationen vor Hamburg. Die Polizei habe die Menschen im Gleis unter Kontrolle gebracht, sagte ein Sprecher. Bei den Störern habe es sich scheinbar um Gegner des G20-Gipfels gehandelt.

7. Juli, 6.50 Uhr +++ Kommt es auch am Freitag zu gewaltsamen Protesten? +++

Nach der von schweren Ausschreitungen begleiteten „Welcome to hell“-Demonstration steht Hamburg am Freitag vor neuen, möglicherweise ebenfalls gewaltsamen Protesten.

Die Gruppe „Block G20 - Colour the red zone“ hat angekündigt, in die engste Hochsicherheitszone vordringen zu wollen. „Unser Ziel ist es, den Ablauf des G20-Gipfels spürbar zu stören und die Inszenierung der Macht, die der Gipfel darstellt, zu brechen“, heißt es in einer Selbstdarstellung. „Wir werden dazu einen massenhaften, öffentlich angekündigten Regelübertritt begehen. Unsere Aktionen sind ein gerechtfertigtes Mittel des massenhaften widerständigen Ungehorsams.“ Die Gruppierung hat morgens um 7.00 Uhr zwei Treffpunkte angemeldet, einen weiteren nachmittags um 15.00 Uhr.

Um 19.30 Uhr ist eine „Revolutionäre Anti-G20-Demo“ unter dem Motto „G20 entern - Kapitalismus versenken“ angemeldet, die auf der Reeperbahn ihren Anfang nehmen soll. „Wir werden unsere Wut auf dieses System auf die Straße tragen“, heißt es im Demonstrationsaufruf des Veranstalters, der sich selbst als Vertreter aus dem Spektrum der radikalen Linken beschreibt.

Zur Blockade der Hafen-Logistik hat das Bündnis „... ums Ganze!“ aus linksradikalen und kommunistischen Gruppen aufgerufen. Es hat zwei Kundgebungen um 7.00 Uhr südlich der Elbe angemeldet, also abseits vom Gipfelgeschehen im Hafengebiet. „Ein Erfolg wäre es auch, wenn an dem Tag wichtige Knotenpunkte im Hafen blockiert sind“, heißt es in dem Demo-Aufruf.

Insgesamt wurden für den Gipfel-Zeitraum an die 30 Kundgebungen bei den Behörden angemeldet.

7. Juli, 6.31 Uhr +++ Polizisten und Demonstranten bei G20-Protesten verletzt +++

Der Beginn des G20-Gipfels in Hamburg wird durch gewaltsame Proteste überschattet: Dutzende Polizisten und linksgerichtete Demonstranten wurden am Donnerstagabend in Hamburg verletzt, nachdem etwa 12.000 Menschen an dem Protestmarsch „Welcome to hell“ (Wilkommen in der Hölle) gegen den G20-Gipfel teilgenommen hatten. Erst nach Mitternacht beruhigte sich die Lage.

Die Polizei wurde nach eigenen Angaben mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern sowie mit Latten angegriffen. Sie hatte den am Fischmarkt in der Nähe der Reeperbahn gestarteten Aufmarsch am frühen Abend nach wenigen Metern mit Polizeiketten gestoppt und rund 1000 vermummte Autonome aufgefordert, ihre Maskierungen abzulegen. Als die Einsatzkräfte versuchten, diesen „Schwarzen Block“ vom Rest der Kundgebung zu trennen, eskalierte die Lage.

Die Polizei setzte Wasserwerfer sowie Pfefferspray ein. Danach zogen verschiedene Gruppen von Linksautonomen durch St. Pauli und Altona, setzten Barrikaden und Autos in Brand und attackierten immer wieder Beamte, wie die Polizei mitteilte. Die Polizei sprach von mindestens 76 verletzten Polizisten, von den fünf ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Die meisten Beamten wurden nur leicht verletzt. Über den Onlinedienst Twitter berichtete die Polizei, dass auch Piloten eines Polizeihubschraubers durch einen Laserpointer geblendet worden seien.

Auch Einsatzkräfte, die die Wohnung des Hamburger Innensenators Andy Grote (SPD) bewachten, seien attackiert worden. Sie blieben unverletzt. Mit dem Schrecken kam auch der Pressesprecher der Hamburger Polizei davon, der sich in einen Rettungswagen flüchten musste. „Die Täter versuchten immer wieder die Tür des Rettungswagen aufzureißen und schlugen auf diese ein“, erklärte die Polizei. Der Rettungswagen fuhr daraufhin mit dem Sprecher ab.

Vertreter des linksradikalen Protestspektrums sprachen im Onlinedienst Twitter dagegen von „Polizeiterror“. Sprecher Georg Ismael erklärte, die Polizei habe die Demonstranten angegriffen. Er gehe von über hundert verletzten Demonstranten aus. Der Staat lasse „null Demokratie für alle jene“ zu, „die gegen Kapitalismus und Krieg kämpfen“. Die globalisierungskritische Initiative Attac sprach von einer „Eskalation mit Ansage“, für die die Sicherheitskräfte verantwortlich seien.

Der Sprecher von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Steffen Seibert, machte deutlich, dass es keine Rechtfertigung für gewalttätigen Protest gebe. Er verwies am späten Abend im Onlinedienst Twitter auf ein Interview der Kanzlerin vor dem G20-Gipfel. Daraus zitierte er: „Vor den friedlichen Demonstranten habe ich Respekt, sie nehmen ihr demokratisches Grundrecht war. Wer gewalttätig wird, der verhöhnt die Demokratie.“

Schon im Vorfeld der von Mitgliedern des linksradikalen Spektrums angemeldeten „Welcome to hell“- Demonstration waren Ausschreitungen befürchtet worden, sie galt als eine der krawallträchtigsten Protestaktionen während des am Freitag offiziell beginnenden G20-Gipfels der Staats- und Regierungschefs der großen Industrie- und Schwellenländer. Ab Freitagmorgen wollen Aktivisten die Abläufe des Gipfels unter anderem durch Massenblockaden behindern. Am frühen Morgen war die Lage aber zunächst ruhig, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Mindestens 19.000 Polizisten sollen das internationale Spitzentreffen sichern.

7. Juli, 5.32 Uhr +++ Reifen brennen bei Hamburger Autohändler – Polizei ermittelt +++

Auf dem Gelände eines Hamburger Autohändlers sind am frühen Freitagmorgen in Hamburg-Marienthal auf einer Fläche von 200 Quadratmetern Reifen in Flammen aufgegangen. An dem Einsatz seien rund 60 Feuerwehrkräfte beteiligt gewesen, sagte ein Sprecher. Zur Brandursache oder zum Sachschaden konnte die Polizei zunächst keine Angaben machen. Ebenso unklar ist, ob ein Zusammenhang mit dem G20-Gipfel besteht.

Am Donnerstag hatten Unbekannte zehn Fahrzeuge eines Hamburger Porschezentrums in Brand gesetzt. Hamburgs Polizeipräsident Ralf Martin Meyer vermutete Gegner des G20-Gipfels hinter der Brandstiftung.

7. Juli, 5.20 Uhr +++ New Yorker Bürgermeister kommt nach Hamburg +++

Der New Yorker Bürgermeister Bill De Blasio will an Veranstaltungen rund um den G20-Gipfel teilnehmen. Der Demokrat De Blasio war am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) nach Deutschland abgereist und wolle Hamburg und Berlin besuchen, teilte sein Sprecher Eric Philipps auf Twitter mit.

De Blasio ist ein erklärter Gegner der Klima-Politik von US-Präsident Donald Trump. Dessen Sohn Donald Trump Jr. kritisierte De Blasio auf Twitter scharf: New Yorks Bürgermeister protestiere in Hamburg gegen den Kapitalismus, während in seiner Stadt alles unter seiner progressiven Führung verrotte, schrieb Trump Jr.

De Blasios kurzfristig angekündigter Deutschland-Besuch sorgte auch bei vielen New Yorkern für Kritik. Vor wenigen Tagen war eine Polizistin in ihrem Dienstwagen von erschossen worden. Der Mord schockierte die Bewohner der Millionenstadt.

6. Juli, 21.48 Uhr +++ Kleingruppen errichten Barrikaden in der Stadt +++

Bei den Zusammenstößen zwischen Demonstranten der Kundgebung „Welcome to Hell“ und der Polizei sind am Donnerstag in Hamburg mindestens sechs Beamte verletzt worden. Sie seien vor allem von Flaschenwürfen getroffen worden, sagte ein Sprecher. Die Beamten hätten ihren Dienst aber fortsetzen können. Über die Zahl der verletzten Demonstranten gab es zunächst keine Angaben.

Das globalisierungskritische Netzwerk Attac verurteilte die Strategie der Polizei. „Die Auseinandersetzungen bei der Demonstration „Welcome to Hell“ waren eine Eskalation mit Ansage: Es ist offenkundig, dass diese Demonstration nach dem Willen von Polizei und Senat nie laufen sollte“, sagte Roland Süß vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis. Dennoch hätten die Teilnehmer eine bemerkenswerte Disziplin an den Tag gelegt, um ihre politische Kritik an der G20 auf die Straße zu bringen. Dies zu verhindern, sei von Beginn an Absicht und Strategie der Polizeiführung gewesen.

Polizeipräsident Ralf Martin Meyer sagte, es gebe mittlerweile viele Kleingruppen, die durch die Stadt zögen. Diese errichten Barrikaden; Beamte würden angegriffen. Die Lage sei weiter unübersichtlich. Nach Angaben der Polizei wurden am Neuen Pferdemarkt in St. Pauli Einsatzkräfte und Polizeifahrzeuge attackiert. Zugleich habe sich die Lage auf der Reeperbahn beruhigt. Dort fänden Kooperationsgespräche über eine neue Kundgebung statt, twitterte die Polizei.

6. Juli, 20.43 Uhr +++ Zusammenfassung zu massiven Ausschreitungen +++

Bei der „Welcome to Hell“-Kundgebung gegen das Treffen der großen Wirtschaftsmächte flogen Flaschen, Feuerwerkskörper wurden gezündet, später brannten umgestürzte Mülltonnen und mindestens ein Auto.

Über den Platz zogen Rauchschwaden. Die Polizei setzte wiederholt Wasserwerfer und Pfefferspray ein und trieb die rund 12 000 Teilnehmer auseinander. Es gab eine zunächst nicht genau bekannte Zahl von Verletzten.

Lesen Sie hier eine Zusammenfassung der Ereignisse von unserem Korrespondenten in der Hansestadt.

Die Polizei Hamburg twittert unterdessen dramatische Bilder. „Wir sind entsetzt über die offensichtliche Gewaltbereitschaft“, schreibt die Polizei.

6. Juli, 20.05 Uhr +++ „Polizeipressesprecher wurde angegriffen“ +++

Die Hamburger Polizei hat den Protestzug gegen den G20-Gipfel wegen zahlreicher vermummter Demonstranten gestoppt. Laut Polizei wurden Beamte bei dem Protestzug unter dem Motto „Welcome to Hell“ am Donnerstagabend mit Latten und Flaschen angegriffen und mit Flaschen beworfen.

Über dem Protestzug kreisten zwei Polizeihubschrauber. Die Einsatzkräfte in schwerer Schutzkleidung waren mit einem Großaufgebot vor Ort und hatten mehrere Wasserwerfer aufgefahren. Die Demonstranten pfiffen und skandierten „Haut ab, haut ab“ in Richtung der Einsatzkräfte.

Auf Transparenten der Demonstranten war zu lesen: „Welcome to Hell“ (Willkommen in der Hölle) oder „blockieren, sabotieren, demontieren - no G20“.

6. Juli, 19.30 Uhr +++ „Friedlicher Protest sieht anders aus“ +++

Begleitet von einem Großaufgebot der Polizei haben Tausende teilweise als gewaltbereit eingestufte Anti-G20-Demonstranten am Donnerstagabend in Hamburg ihre Kundgebung „Welcome to Hell“ gestartet. Bei dem Demonstrationszug gegen den G20-Gipfel wurden auch Wasserwerfer aufgefahren, sie blockierten den Demonstrationszug. Der kam daraufhin zunächst zum Stillstand.

Die Polizei bezifferte die Zahl der Vermummten auf 1000. Sie rief alle friedlichen Demonstranten auf, sich von diesen Demonstranten räumlich zu distanzieren. Nach Angaben der Polizei stieg die Gesamtzahl der Demonstranten am Abend auf 12 000. Es habe vereinzelt Flaschenwürfe gegeben.

Anders als für andere Veranstaltungen hatte die Polizei für „Welcome to Hell“ („Willkommen in der Hölle“) keine Auflagen erlassen. Anmelder Andreas Blechschmidt vom linksautonomen Kulturzentrum „Rote Flora“ warf Innenbehörde und Verfassungsschutz dennoch vor, „eine massive Kampagne“ gegen Demonstranten zu führen.

6. Juli, 18.32 Uhr +++ „Oma und Opa gegen G20“ +++

„Der schwarze Block ist in Bewegung“ berichtet unsere Autorin von vor Ort.

Beim „Welcome to Hell“-Demonstrationszug gegen den G20-Gipfel in Hamburg sind am frühen Donnerstagabend Wasserwerfer aufgefahren. Sie standen auf der Straße und blockierten den Zug. Unter den Demonstranten gebe es „eine nicht unerhebliche Zahl“ Vermummter, deshalb sei der Zug gestoppt worden, sagte eine Polizeisprecherin. Außerdem habe es vereinzelte Flaschenwürfe gegeben

6. Juli, 18.32 Uhr +++ „Oma und Opa gegen G20“ +++

Frank und Christina Freunscht sitzen am Rande der „Welcome to hell“ Kundgebung und halten ein Banner mit „Oma und Opa gegen G20“ in die Höhe. Sie sind gerade Großeltern eines Jungen geworden. Sie sind sich einig: „Wenn die Welt eine Zukunft hat, kommt sie nicht von der G20“. Denn die G20-Gruppe verteidigt ihrer Meinung nach nur ihre eigene Macht und Wirtschaftsinteressen. Und das ist etwas, was man als kritisch denkender Mensch hinterfragen müsse. Deshalb sitzen sie heute am Hanburger Fischmarkt.

Sie stört besonders der Umgang mit den Menschenrechten, insbesondere mit denen von Flüchtlingen. „Was jeden Tag im Mittelmeer passiert, ist Menschen unwürdig“, sagt Frank Freunscht. Auch dass Erdogan, Trump und Putin hier in Hamburg hofiert würden, sei nicht in Ordnung. Das Paar kommt aus Kaiserslautern und ist neben einem Besuch bei Freunden vor allem auch wegen der Demo hier. Als Provokation empfinden sie, wie die Polizei mit den Demonstranten umgeht.

Christina Freunscht erzählt, dass sie ihr Leben lang demonstriert habe. „Wieso sollte ich als Oma aufhören, mich gegen die herrschenden Verhältnisse aufzulehnen?“, fragt sie. Im Gegenteil: „Ich finde, jetzt erst recht!“

6. Juli, 16.49 Uhr +++ Flugbetrieb läuft normal +++

Auf dem Hamburger Flughafen läuft alles planmäßig. Das teilte der Flughafen am Nachmittag mit. Allerdings muss man bei der Anfahrt mit erheblichen Verkehrsbehinderungen rechnen, also mehr Zeit einplanen.

6. Juli, 16.47 Uhr +++ Schwache Beteiligung beim Start von „Welcome to Hell“ +++

Die von der Polizei als besonders heikel eingeschätzte Anti-G20-Kundgebung „Welcome to Hell“ hat am Donnerstag mit zunächst schwacher Beteiligung begonnen. Mehrere hundert Demonstranten sammelten sich am Hamburger Fischmarkt - etwa zur selben Zeit landete US-Präsident Donald Trump auf dem Hamburger Flughafen. Vor allem gegen ihn richtet sich der Zorn vieler Demonstranten.

Die Polizei sprach um 16 Uhr von 1300 Demonstranten und von einem stetigen Zustrom.

6. Juli, 16.18 Uhr +++ “Welcome to Hell“ hat begonnen +++

„Welcome to hell“ ist das Motto der Demo, die wohl mit der größten Spannung erwartet wird. Ab 16 Uhr heißt der Treffpunkt für die Demonstranten Hamburger Fischmarkt. Bisher knallt die Sonne und die Bässe der Technomusik, abgesehen davon ist es aber ruhig.

Viele Leute suchen Platz im Schatten, vor der Bühne ist weniger los. Dort spielen Verschiedene Bands aus der linken Szene. Am Abend wird die Demo in Richtung Reeperbahn ziehen. Die Polizei fürchtet dann Ausschreitungen und Gewalt linker Fans. Bisher aber erinnert die Stimmung an ein Hafenfest, von Aggression ist noch nichts zu spüren.

Die Polizei sprach um 16 Uhr von 400 Demonstranten und einem stetigen Zustrom. Die Veranstalter sprachen ebenfalls von zunächst mehreren hundert Teilnehmern. Sie kritisierten, dass bereits zwei Wasserwerfer aufgefahren seien. Der eigentliche Demonstrationszug durch die Stadt sollte um 19 Uhr beginnen.

6. Juli, 16.09 Uhr +++ Polizei heißt Stars auf Twitter willkommen +++

Die Hamburger Polizei hat am Vortag des G20-Gipfels nicht nur die anreisenden Staats- und Regierungschefs im Blick behalten: „Moin Shakira & Coldplay!“ schrieb sie am Donnerstag via Twitter und hieß die Popstars in der Hansestadt willkommen.

Der kolumbianischen Sängerin und der britischen Band um Frontmann Chris Martin - beide Topacts des ersten Global-Citizen-Festivals in Deutschland - wünschte sie nicht nur eine schöne Zeit in Hamburg. Mit einem augenzwinkernden Smiley und offensichtlich unter bezug auf einen Spruch von US-Präsident Donald Trump fügten die twitternden Beamten hinzu: „Make #GlobalCitizenFestival great again“.

Das Konzert stand am Donnerstagabend in der Barclaycard Arena auf dem Programm. Global Citizen (Weltbürger) ist ein Musikfestival gegen Armut und für eine gerechtere Welt.

6. Juli, 16.07 Uhr +++ Trump trifft in Hamburg ein +++

US-Präsident Donald Trump ist zu seinem ersten Besuch in Deutschland eingetroffen. Trump landete am Vortag des G20-Gipfels kurz vor 16 Uhr begleitet von Ehefrau Melania mit der US-Präsidentenmaschine „Air Force One“ in Hamburg. Der Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz begrüßte Trump und seine Frau und geleitete sie zu einem bereitstehenden Hubschrauber der US-Armee, der das Ehepaar weiter zum Gästehaus des Senats transportierte, begleitet von weiteren Hubschraubern.

Der US-Präsident war aus Warschau gekommen. In Polen hatte Trump an einem Gipfel mittel- und osteuropäischer Länder teilgenommen.

Bereits am Abend will Kanzlerin Angela Merkel (CDU) Trump im Hamburger Hotel „Atlantic“ zu einem Vorgespräch treffen. Klima, Welthandel, Abschottung, Terror - an Themen wird es nicht mangeln. Merkel will ausloten, inwieweit Trump mit seinem Abschottungskurs in der Handels- und Wirtschaftspolitik sowie seiner Abkehr vom Pariser Klimaabkommen den Gipfel blockieren könnte.

6. Juli, 15.28 Uhr +++ Verkehrschaos durch erste Delegationen +++

Mit dem Eintreffen der ersten Delegationen kommt es in Hamburg einen Tag vor dem G20-Gipfel zu massiven Verkehrsbehinderungen. „Der Verkehr kommt in weiten Teilen des Stadtgebiets vorübergehend zum Erliegen“, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. Die Polizei errichtete Straßensperren. Die Hamburger Hochbahn rief Autofahrer auf Twitter dazu auf, auf Bus und Bahn umzusteigen. Ab dem Nachmittag sei dann wegen der Demonstration „Welcome to Hell“ insbesondere im Stadtteil St. Pauli zusätzlich mit Ausfällen bei Bus und Bahn zu rechnen. Auch der Hamburger Flughafen warnte Reisende vor Staus bei der Anreise zum Flughafengelände.

Unter anderen trafen am Vormittag der chinesische Staatspräsident Xi Jinping sowie der kanadische Premierminister Justin Trudeau in Hamburg ein.

6. Juli, 15.17 Uhr +++ Macher des Alternativgipfels ziehen positive Bilanz +++

Kurz vor dem Abschluss des Alternativgipfels zum G20-Treffen in Hamburg haben die Organisatoren eine positive Bilanz gezogen. „Wir sind froh, dass das miteinander Reden unterschiedlicher politischer Positionierungen und Identitäten hier gelingt“, sagte Heike Löschmann von der Grünen-nahen Heinrich-Böll-Stiftung am Donnerstag in Hamburg. Rund 2000 Teilnehmer - darunter viele junge Menschen - hätten die Podiumsdiskussionen und Workshops sehr gut angenommen. „Die Stimmung ist super“, sagte Löschmann.

Ein Bündnis aus rund 75 Initiativen hatte zu einem zweitägigen Gipfel der globalen Solidarität geladen, um über Alternativen zur Politik der G20 zu diskutieren. Dabei ging es vor allem um den Klimawandel, Armut, Flucht, Rassismus und ein gerechteres Wirtschaftssystem.

6. Juli, 15.13 Uhr +++ Scholz: Auf ein Bier mit Macron, Trudeau und Merkel +++

Auf ein Bier mit den Mächtigen: Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz würde abends gern einmal mit Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron und Kanadas Premier Justin Trudeau zusammensitzen. Auf die Frage, mit welchen drei G20-Staats- und Regierungschefs er ein Bier trinken würde, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag vor dem G20-Gipfel in Hamburg bei einer Veranstaltung der Wochenzeitung „Die Zeit“: „Also Macron, Trudeau .... - und jetzt mache ich Ihnen das Leben ganz hart: Frau Merkel (Bundeskanzlerin, CDU) würde ich auch einladen.“

6. Juli, 14.13 Uhr +++ Hamburgs Bürgermeister rechtfertigt Aufwand +++

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz verteidigt den G20-Gipfel gegen Kritik. „Unbedingt“, antwortete er auf die Frage, ob der große Aufwand für die Zusammenkunft gerechtfertigt sei. Auch für die Staats- und Regierungschefs gelte mehr denn je, dass sie möglich oft miteinander sprächen.

6. Juli, 13.42 Uhr +++ Polizei erinnert an Drohnen-Flugverbot +++

Die Hamburger Polizei hat vor dem Start des G20-Gipfels an das Flugverbot für Drohnen und Modellflugzeuge über dem Stadtgebiet erinnert. Im Hamburger Stadtpark hätten Beamte bereits einschreiten müssen, teilte die Behörde auf Twitter mit.

Das Flugverbot, das auch für Heißluftballons gilt, ist am Donnerstag um 6.00 Uhr in Kraft getreten. Es gilt bis 22.00 Uhr am Sonntag in einem Radius von gut 55 Kilometern rund um die Hansestadt. Im Laufe des Tages treffen die Teilnehmer des G20-Gipfels nach und nach am Flughafen Hamburg-Fuhlsbüttel ein. Der Linienflugbetrieb dort wird der Polizei zufolge durch die Staatsgäste nicht beeinträchtigt.

6. Juli, 11.23 Uhr +++ Deutschland nur auf Platz vier beim Klimaschutz +++

Kein einziger G20-Staat steuert im Klimaschutz auf dem richtigen Weg, um die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen. Deutschland kommt wegen seiner starken Kohlenutzung im Vergleich hinter Italien, Brasilien und Frankreich nur auf Platz Vier, wie der G20-Klimaschutz-Index feststellt, den Germanwatch und das NewClimate Institute am Donnerstag vor dem Treffen der großen Industrieländer und der aufstrebenden Wirtschaftsnationen (G20) in Hamburg veröffentlichte. Die USA und Saudi-Arabien liegen am unteren Ende der Rangliste.

6. Juli, 11.12 Uhr +++ Erdogan bereut Nazi-Vergleich „überhaupt nicht“ +++

Vor seinem Besuch beim G20-Gipfel in Hamburg hat der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan keinerlei Bedauern über seine Nazi-Beschimpfungen an die Adresse Deutschlands gezeigt. „Ich bereue das überhaupt nicht“, sagte Erdogan dem Kanal France 24 nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu auf eine entsprechende Frage. Mit Blick auf die Verbote von Wahlkampfauftritten von Vertretern seiner Regierung in Deutschland im Frühjahr sagte der Staatschef: „Dieses Verhalten ist eines, das dem Nazismus entspricht, und ist absolut ein Anzeichen von Faschismus.“

Erdogan betonte zugleich: „Ich bezeichne die deutsche Führung ja nicht als eine faschistische Führung. Sondern ich kritisiere jene, die diese Praktiken anwenden. Die sind es, die ich anspreche.“ Im Frühjahr hatten mehrere Kommunen türkischen Regierungsmitgliedern Auftritte in Deutschland mit Verweis unter anderem auf Brandschutzbestimmungen oder Platzmangel untersagt. Erdogan hatte Deutschland und Kanzlerin Angela Merkel persönlich daraufhin die Anwendung von „Nazi-Methoden“ vorgeworfen.

6. Juli, 10.34 Uhr +++ 200 Schlafplätze im St. Pauli-Stadion +++

Unter dem Motto „Yes we camp!“ bietet der FC St. Pauli Demonstranten beim G20-Gipfel in Hamburg Schlafplätze im Millerntor-Stadion an. „Um 12 Uhr werden 200 Schlafplätze für DemonstrantInnen im Umlauf der Stadion-Haupttribüne eingerichtet“, kündigte der hanseatische Fußball-Zweitligist am Donnerstag an. „Der FC St. Pauli steht für eine lebendige Demokratie ohne Wenn und Aber!“, begründete der Club seine Maßnahme.

Die Vergabe der Plätze werde in Zusammenarbeit mit den Organisatoren des Protest-Zeltcamps Entenwerder im Südosten der Stadt geregelt, hieß es in der Mitteilung weiter.

6. Juli, 10.18 Uhr +++ 30 000 Akkreditierungen für den Gipfel +++

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat bislang rund 30 000 Akkreditierungen für Menschen ausgestellt, die beim G20-Gipfel in Hamburg Sicherheitsbereiche betreten wollen. Das schrieb die Behörde am Donnerstag auf Facebook.

Etwa 2500 Kräfte seien in der sogenannten Besonderen Aufbauorganisation des BKA in der Hansestadt eingesetzt. Es gebe mehr als 230 Einsatzfahrzeuge. Das BKA sprach zudem von rund 17 000 Kilogramm Einsatzmaterial. Der eigentliche Gipfel der großen Wirtschaftsmächte und der EU beginnt am Freitag.

6. Juli, 10.15 Uhr +++ Ruhe vor dem Sturm auf St. Pauli +++

Am Morgen vor der großen Welcome to hell-Demo, zu der Tausende gewaltbereite Linke erwartet werden, ist es im Hamburger Stadtteil St. Pauli noch ruhig. Anwohner und Ladenbesitzer rings um die Demoroute fürchten, dass die Demonstranten in ihre Seitenstraßen abgedrängt werden und für Chaos sorgen.

Es sind Erfahrungen aus dem Jahr 2013, als die Proteste rund um den Erhalt des linken Kulturzentrums Rote Flora eskalierten, die Anwohner und Gewerbetreibende umtreibt. Damals kam es zu Ausschreitungen, Autos und Mülleimer brannten und Läden wurden demoliert. Deshalb sind viele Läden heute geschlossen und zum Teil auch mit Brettern verbarrikadiert.

Eine Anwohnerin hat Angst vor Feuer: „Ich habe gelesen, dass Pauli brennen soll. Deshalb habe ich Gießkannen auf meinen Balkon gestellt“. Ihre Erledigungen macht sie am Vormittag, wenn die Demo beginnt, will sie nicht mehr raus. Nur noch in den Hinterhof, damit sich der Hund erleichtern kann. Die Proteste schaut sie sich dann vom Balkon aus an.

6. Juli, 8.53 Uhr +++ Acht Porsche brennen vor Autohaus +++

Kurz vor Beginn des Gipfels sind am frühen Donnerstagmorgen in einem Porschezentrum in der Hansestadt mehrere Luxuswagen in Brand geraten. Die Ermittler gingen von Brandstiftung aus, sagte ein Sprecher der Polizei. Es sei auch Brandbeschleuniger gefunden worden. Ein Zusammenhang mit dem am Freitag beginnenden Gipfeltreffen werde geprüft.

Sehen Sie hier die Bilder der ausgebrannten Luxussportwagen

Vor dem Autohaus brannten laut dem Sprecher insgesamt acht Wagen. Bislang gibt es demnach keine Spur von den Tätern und auch kein Bekennerschreiben. Es gebe auch noch keine gesicherte Anhaltspunkte für einen Zusammenhang mit dem Gipfel.

6. Juli, 7.06 Uhr +++ Sonderzug rollt zwölf Stunden durchs Land +++

Der Sonderzug mit Hunderten Demonstranten gegen den G20-Gipfel hat die Zwischenstopps in Baden-Württemberg ohne Probleme hinter sich gebracht. Wie die Polizei berichtete, gab es in der Nacht weder in Kornwestheim (Kreis Ludwigsburg) noch am Hauptbahnhof Heidelberg Probleme mit zugestiegenen Demonstranten oder Aktivisten.

Laut Veranstalterangaben kontrollierte die Bundespolizei vor der Abfahrt die Teilnehmer. Die Behörde teilte am Abend mit, dass sie insgesamt 210 Personen kontrolliert und dabei Gasmasken, Mundschutze und Schutzbrillen sichergestellt habe. Insgesamt 33 Personen sei die Einreise von der Schweiz in die Bundesrepublik verweigert worden.

Hier lesen Sie mehr über die Fahrt des Protestzugs nach Hamburg

Am Donnerstagvormittag sollte der Zug Hamburg erreichen. Mit mehr als vierstündiger Verspätung war der privat gecharterte Zug Mittwochabend gegen 18.30 Uhr in Basel losgefahren. Auf der knapp zwölfstündigen Fahrt von der Schweiz durch Deutschland waren nicht nur im Südwesten Stopps geplant, um weitere Demonstranten einsteigen zu lassen, sondern auch in Frankfurt am Main, Köln und Dortmund.

6. Juli, 6.23 Uhr +++ Putin wirbt für freien Welthandel und Klimaschutz +++

Kurz vor Beginn des G20-Gipfels in Hamburg hat Russlands Präsident Wladimir Putin einen Appell für freien Welthandel an die Teilnehmerstaaten gerichtet. „Ich bin der Überzeugung, dass nur offene, auf einheitlichen Normen und Standards basierende Handelsverbindungen das Wachstum der globalen Wirtschaft stimulieren und eine fortschreitende Entwicklung zwischenstaatlicher Beziehungen fördern können“, schreibt der Kremlchef in einem Gastbeitrag für das „Handelsblatt“ (Donnerstag). „Der Protektionismus entwickelt sich zu einer Verhaltensnorm“, kritisiert Putin darin - und die Sanktionen gegen sein Land seien genau das: verdeckter Protektionismus, der den G20-Grundsätzen widerspreche.

Beim Gipfel der großen Wirtschaftsmächte und der EU, der am Freitag beginnt, trifft Putin erstmals auf US-Präsident Donald Trump. Wegen dessen protektionistischer Politik und dem unter Trump angekündigten Ausstieg der USA aus dem Klimaabkommen von Paris sind inhaltliche Fortschritte in Hamburg fraglich.

Putin bekräftigte in seinem Gastbeitrag das Bekenntnis Russlands zum Klimaschutz. Sein Land gehöre zu den führenden Mitstreitern im internationalen Klimaprozess und habe seine Verpflichtungen aus dem Kyoto-Protokoll übererfüllt. „Im Wesentlichen kompensierten wir somit die zunehmenden Emissionen anderer Länder und Regionen der Welt“, schreibt Putin.

6. Juli, 5.34 Uhr +++ Weitgehend friedliche Nacht in Hamburg +++

Vor dem G20-Gipfel ist die Nacht zum Donnerstag in Hamburg weitgehend friedlich verlaufen. Nur im Umfeld zweier größerer Demonstrationen habe es vereinzelt Flaschenwürfe gegen Polizisten gegeben, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstagmorgen. Sechs Menschen seien vorläufig festgenommen worden. Tausende Menschen hatten am Mittwochabend gegen den Gipfel demonstriert.

An diesem Donnerstag richte sich die Aufmerksamkeit der Beamten unter anderem auf die Demonstration der linksautonomen Szene unter dem Motto „G20 - Welcome to Hell“, sagte der Sprecher. Sie war für den Nachmittag geplant. Der Veranstalter erwartete dazu rund 10 000 Teilnehmer.

Zum Treffen der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer am Freitag und Samstag werden in Hamburg mehr als 100 000 Demonstranten erwartet - darunter bis zu 8000 gewaltbereite.

5. Juli, 20.15 Uhr +++ Tanzdemo an den Landungsbrücken +++

„Lieber tanz ich als G20“ - unter diesem Motto sind am Mittwochabend tausende Menschen zu einer bewegten und bunten Form des Protests zusammen gekommen. An den Landungsbrücken am Hamburger Hafen wurde zum Tanzen aufgefordert.

Hier lesen Sie mehr zur Tanzdemo gegen G20

Es blieb eine friedliche Veranstaltung, getanzt wurde trotz Musik aber nur vereinzelt. Nach Veranstalterangaben beteiligten sich bis zu 10.000 Demonstranten an der Auftaktkundgebung an den Landungsbrücken. Die Polizei nannte auf Anfrage 5.000 Teilnehmer. Später am Abend zogen die Demonstranten weiter in die Hamburger Innenstadt in Richtung Reeperbahn.

5. Juli, 16.42 Uhr +++ 300 Schlafzelte in Entenwerder genehmigt +++

Demonstranten gegen den G20-Gipfel dürfen nun doch im Protestcamp auf der Halbinsel Entenwerder 300 Schlafzelte für jeweils zwei bis drei Personen aufbauen. Das Hamburgische Oberverwaltungsgericht (OVG) habe einer Beschwerde der Anmelder des Camps teilweise stattgegeben, heißt es in einer Gerichtsmitteilung vom Mittwoch. Die Protestler hatten 1500 Schlafzelte beantragt, was das OVG jedoch zurückwies. (Az: 4 Bs 148/17)

Die Versammlungsbehörde habe nicht hinreichend belegt, dass trotz der Entfernung von der Innenstadt das Camp als Ausgangspunkt für Blockaden und Straftaten diene, heißt es in der Mitteilung. Die Beschränkung auf 300 Zelte ergebe sich daraus, dass damit alle Teilnehmer an den Veranstaltungen im Protestcamp auch eine Schlafmöglichkeit hätten.

5. Juli, 16.15 Uhr +++ Spontandemos in Verbotszone bleiben untersagt +++

In der Hamburger Innenstadt bleiben während des G20-Gipfels Spontandemonstrationen in der ausgewiesenen Verbotszone untersagt. Das Verwaltungsgericht der Stadt hat in mehreren Beschlüssen Rechtsschutzanträge zurückgewiesen, die sich gegen das allgemeine Demonstrationsverbot dort richteten. Das teilte das Gericht am Mittwoch mit. (Az. 75 G 4/17 - 7/17)

Die Rechtmäßigkeit der so genannten Allgemeinverfügung könne im Eilverfahren nicht abschließend beurteilt werden, doch komme den öffentlichen Interessen Vorrang zu. Das grundrechtlich geschützte Interesse, eine unbestimmte Vielzahl von Spontandemonstrationen in der gesamten Verbotszone abzuhalten, müsse zurückstehen. Zu den höherrangigen öffentlichen Interessen zählte das Verwaltungsgericht den ordnungsgemäßen Ablauf des G20-Treffens, Gesundheit und Leben der Teilnehmer, der Polizeibeamten und unbeteiligter Dritter.

5. Juli, 13.33 Uhr +++ Alternativer Gipfel beklagt „Wirtschaft der Gier“ +++

Mit scharfen Vorwürfen gegen die Staats- und Regierungschefs der Top-Wirtschaftsmächte als den „Kofferträgern des internationalen Kapitals“ hat der alternative Gipfel der Kritiker in Hamburg begonnen. Zwei Tage vor dem G20-Gipfel in der Hansestadt sucht das Treffen nach Alternativen zur aktuellen Politik der G20, die aus Sicht der Organisatoren die großen Probleme der Welt wie Klimawandel, Kriege und Hunger nicht lösen können.

„Ich sehe die G20 selbst als Sherpas“, sagte die indische Globalisierungskritikerin und Trägerin des Alternativen Nobelpreises, Vandana Shiva, am Mittwoch in der Eröffnungsrede in Anspielung an die „Sherpas“ genannten hohen Regierungsbeamten, die den Weg zum Gipfel für die Staatsführer vorbereiten. „Sie sind die Sherpas der globalen Finanzwirtschaft.“ Shiva beklagte eine „Wirtschaft der Gier“.

In den Diskussionen auf dem „Gipfel der globalen Solidarität“ wurden Ausbeutung, die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich, die Macht multinationaler Konzerne, ihre Monopolbildung und die Zerstörung natürlicher Ressourcen kritisiert.

In 17 Podiumsdiskussionen und 75 Arbeitskreisen sollen die Kritikpunkte gesammelt, Alternativen identifiziert und Strategien entwickelt werden, wie sie umgesetzt werden können. Mehr als 1500 Teilnehmer aus 20 Ländern wurden zu dem Treffen bis Donnerstag in Hamburgs Kulturfabrik Kampnagel erwartet.

5. Juli, 12.06 Uhr +++ Elton John kommt nicht +++

Popstar Elton John (70) hat sein Konzert in Hamburg am Samstag kurzfristig wegen des G20-Gipfels abgesagt. Für das Tourneeflugzeug des Musikers sei wegen der Beschränkungen rund um das Treffen der Staats- und Regierungschefs am Freitag und Samstag die Landeerlaubnis zunächst nicht erteilt worden, berichtete Frehn Hawel, Sprecher des Konzertveranstalters Karsten Jahnke, am Mittwoch. „Das Management hat noch gehofft, dass es klappt. Aber es waren zu viele Unwägbarkeiten, irgendwann musste eine Entscheidung getroffen werden.“

Die Show, zu der rund 10 000 Fans in der Barclaycard Arena erwartet wurden, soll nun am 5. Dezember dieses Jahres über die Bühne gehen. Mehrere Hamburger Behörden, der Flughafen sowie der Airbus-Flughafen hätten zwar weiter versucht, die erforderlichen Genehmigungen zu erhalten, hieß es in einer Mitteilung des Veranstalters, diese seien jedoch zu spät gekommen. „Die Entscheidung, das Konzert neu zu terminieren, musste bereits getroffen werden und eine Rücknahme der eingeleiteten Tournee-Umstrukturierung war nicht mehr möglich.“

5. Juli, 11.39 Uhr +++ Soldaten außer Dienst sollten Uniform nicht tragen +++

Die Bundeswehr hat die Soldaten in Hamburg und Umgebung vor gewalttätigen Übergriffen von G20-Gegnern gewarnt. Angehörige der Truppe wurden nach dpa-Informationen angewiesen, vom 5. bis zum 9. Juli keine Uniformen bei Fahrten zum und vom Dienst im Großraum Hamburg zu tragen. Damit solle vermieden werden, dass Soldaten von linksextremen Protestteilnehmer spontan angegriffen würden. Auch die Nutzung von Dienstfahrzeugen sei zu vermeiden, sofern man damit nicht Amtshilfe leiste. Der „Spiegel“ hatte zunächst über die Anweisung berichtet.

Soldaten im Dienst werden allerdings wie üblich Uniform tragen. Die Bundeswehr wird die knapp 20 000 Polizisten bei dem Gipfel im Rahmen der Amtshilfe unterstützen.

5. Juli, 10.33 Uhr +++ Abschlusskundgebung „Welcome to Hell“ genehmigt +++

Die Hamburger Polizei hat die Abschlusskundgebung der Anti-G20-Demonstration „Welcome to Hell“ am Donnerstag in unmittelbarer Nähe der Messehallen genehmigt. Eine Polizeisprecherin bestätigte der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch, dass eine entsprechende Anmeldung für die Kreuzung Sievekingplatz/Holstenglacis/Glacischaussee genehmigt worden sei. Die Versammlungsbehörde habe die Anmeldebestätigung am Dienstagabend ohne jegliche Einschränkung erteilt, sagte Andreas Blechschmidt vom linksautonomen Kulturzentrum „Rote Flora“.

Zur Autonomen-Demo „Welcome to Hell“ mit Start am Fischmarkt rechnen die Behörden mit bis zu 8000 gewaltbereiten Linksextremisten aus dem In- und Ausland. 10 000 Teilnehmer haben die Organisatoren angemeldet.

5. Juli, 8.56 Uhr +++ Demonstranten schlafen im Theater +++

Die Hamburger Polizei will keine nächtlichen Camps von G20-Gegnern dulden - dafür hat das Schauspielhaus in der Nacht Demonstranten als Schlafplatz gedient. Etwa drei Dutzend G20-Gegner hätten im Foyer des Schauspielhauses übernachtet, bestätigte ein Mitarbeiter des Hauses am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

Zuvor hatten Aktivisten am Dienstagabend die Fassade des Schauspielhauses mit Plakaten behängt. Neben dem Eingang klebten Parolen wie „Bühne frei für Isomatten“ und „Protest is not a crime“. Die Polizei begleitete laut Augenzeugen das Geschehen. Der Spielbetrieb ging demnach ungestört weiter.

5. Juli, 7.55 Uhr +++ Ruhige Nacht in Hamburg +++

Nach den abendlichen Auseinandersetzungen zwischen G20-Gegnern und der Polizei ist es bis zum Mittwochmorgen ruhig in Hamburg geblieben. Es habe in der regnerischen Nacht keine weiteren Einsätze mehr gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Nach Mitternacht habe sich die Lage beruhigt. Rückblickend sei die Situation zu jeder Zeit unter Kontrolle gewesen. In den späten Abendstunden hatte es in den Hamburger Stadtteilen St. Pauli und Altona Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und G20-Kritikern gegeben. Dabei wurden auch Wasserwerfer eingesetzt.

5. Juli, 6.45 Uhr +++ Global-Citizen-Festival am Donnerstag +++

Mit Musikstars wie Coldplay, Shakira und Herbert Grönemeyer will das Global-Citizen-Festival am Donnerstagabend die G20-Staats- und Regierungschefs zu mehr Einsatz gegen Armut und Hungersnöte bewegen. „Armut füttert Konflikte, Konflikte füttern Armut - ein Teufelskreis. Wir brauchen dringend politisches Handeln dagegen“, sagte der Gründer des gemeinnützigen Projekts Global Citizien, Hugh Evans, der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Der Australier setzt sich für die Ausmerzung von Hunger, bessere Bildung für Jungen und Mädchen und die Gleichberechtigung von Männern und Frauen ein.

Vor Beginn des Festivals rief Evans die G20-Demonstranten in Hamburg zu Friedfertigkeit auf. „Friedliche Demonstrationen sind am effektivsten. Mit ihnen ist am meisten zu erreichen.“ Seine eigene Bewegung sieht Evans nicht als Protest, sondern eher als „Aufruf zum Handeln“ an. Bei der Organisation machen den Angaben zufolge 110 000 Bürger aus Deutschland mit, davon 50 000 aus Hamburg. Sie machen Politiker durch Tweets (Kurznachrichten) und Telefonanrufe auf weltweite Missstände aufmerksam.

5. Juli, 0.44 Uhr +++ Polizei setzt Wasserwerfer ein +++

Die Hamburger Polizei ist am Dienstagabend zu mehreren Einsätzen gegen Gegner des G20-Gipfels ausgerückt. Im Stadtteil St. Pauli sei eine Straßenblockade aufgelöst worden, sagte ein Polizeisprecher. Am Neuen Pferdemarkt hatten sich demnach mehrere hundert Demonstranten versammelt. Die Beamten rückten mit Wasserwerfern an, um die Aktion zu beenden. Auch im Bezirk Altona gab es einen größeren Polizeieinsatz.

4. Juli, 21.31 Uhr

Die Hamburger Polizei hat am Dienstagabend mehrere Zelte von G20-Gegnern auf einer Grünfläche im Stadtteil Altona weggeräumt. Unter dem Protest von Hunderten Menschen entfernte sie die Zelte, in denen zum Teil noch Demonstranten saßen. „Es ist keine Versammlung, es ist wildes Campen in einem Hamburger Park“, sagte ein Polizeisprecher. Nach Schilderungen von dpa-Reportern setzte die Polizei Pfefferspray oder Reizgas ein.

Unweit davon entfernt hatten rund 40 Aktivisten vor der St. Johanniskirche ein Camp mit Schlafzelten aufgebaut. Die Aktivisten hatten angekündigt, „Parks, Plätze, Flächen und Knotenpunkte“ mit vielen kleinen Camps zu besetzen, wenn die Polizei kein zentrales Zeltlager mit Übernachtungsmöglichkeiten ermöglichen sollte.

Nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts muss die Stadt Protestcamps als politische Kundgebung dulden. Nicht erlaubt sind dagegen Zeltlager zum Übernachten in öffentlichen Parks, wie das Verwaltungsgericht bestätigte.

4. Juli, 17.41 Uhr:

Mit einer Mahnwache haben TV-Koch Ole Plogstedt und rund 150 Aktivisten gegen das Verbot von Protestcamps zum Schlafen rund um den G20-Gipfel in Hamburg protestiert. Bei dem „Sleep-In“ unter dem Motto „Schlafen gegen das Schlafverbot“ stellten die Teilnehmer am Dienstagnachmittag auf einer Grünfläche beim Altonaer Volkspark zu Beginn etwa 30 Zelte zum „Schauschlafen“ auf. „Mich regt es tierisch auf, dass einfache Sachen wie Schlafen oder eine Gemeinschaftsverpflegung verboten werden“, sagte Plogstedt. Die Aktivisten skandierten zunächst „Yes we camp“, dann „Yes we sleep“.

4. Juli, 17.14 Uhr:

Die Bundesregierung hat ein hartes Durchgreifen gegen militante Gegner des G20-Gipfels bekräftigt. Friedlicher Protest sei in der Demokratie willkommen und erlaubt, gewalttätiger Protest indes könne sich nicht auf das Grundrecht der Versammlungsfreiheit berufen und werde unterbunden, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maiziere am Dienstag bei einem Besuch in der Hansestadt. Dort informierte er sich über das Sicherheitskonzept der Polizei. „Kein Demonstrant kann bestimmen, ob und wann und wo sich Staats- und Regierungschefs in der Bundesrepublik Deutschland auf Einladung der Bundeskanzlerin treffen.“

Das Treffen der 20 Staats- und Regierungschefs in Hamburg sei wichtig für die Bewältigung großer Herausforderungen in der Welt, vom Klimaschutz bis hin zum Kampf gegen den Terrorismus und die Armut in der Welt. Dagegen könne man sein und die Gipfelteilnehmer auch darauf hinweisen, aber eine Störung dieser Veranstaltung werde nicht stattfinden, betonte De Maiziere.

4. Juli, 15.30 Uhr:

Beim G20-Gipfel in Hamburg gehört die Weltbühne Angela Merkel - weniger als drei Monate vor der Bundestagswahl könnten die Bilder mit der internationalen Polit-Prominenz für die Kanzlerin ein Wettbewerbsvorteil im Wahlkampf sein. Und ihr Herausforderer? Was macht eigentlich Martin Schulz während des G20-Gipfels? Der SPD-Kanzlerkandidat plant nach Angaben seiner Partei, am Donnerstagabend das „Global Citizen Festival“ zu besuchen.

Bei dem Konzert in der Arena am Hamburger Volkspark wollen Stars wie Coldplay, Shakira, Herbert Grönemeyer oder Pharrell Williams ein Zeichen gegen weltweite Armut und Ungerechtigkeit setzen. Nicht ausgeschlossen ist, dass Schulz am Rande des G20-Gipfels auch den einen oder anderen Spitzenpolitiker aus dem Ausland trifft.

Ansonsten bereitet sich der 61-Jährige auf seine Sommerreise vor. In der kommenden Woche macht der SPD-Chef Wahlkampf in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hamburg.

4. Juli, 13.59 Uhr:

Die Hamburger Polizei hat am Dienstagmittag eine Hubschrauberübung über der Außenalster gemacht, an der auch US-Helikopter beteiligt waren. Die Sikorsky-Hubschrauber, die als „Marine One“ bezeichnet werden, wenn der US-Präsident an Bord ist, flogen über die Alster und landeten am Ufer. Ein Polizeisprecher sagte, es sei eine Evakuierungsübung gewesen, für den Fall, dass Staatsgäste in Sicherheit gebracht werden müssen - in diesem Fall auf Wunsch der Amerikaner. Die Polizei übertrug die Übung live auf Facebook.

4. Juli, 11.33 Uhr:

Hamburgs Polizeipräsident Ralf Martin Meyer hat sich besorgt über mögliche Ausschreitungen rund um den G20-Gipfel geäußert. Bei der Vorstellung sichergestellter Waffen am Dienstag in Hamburg sagte er, dass in den vergangenen Tagen „Bewegungen der autonomen Szene Richtung Hamburg zu beobachten gewesen sind“. Aktivisten aus Skandinavien, der Schweiz und aus Italien spielten dabei eine nicht unerhebliche Rolle. „Hier geht es ja wohl nicht um Sitzblockaden, sondern um massive Angriffe“, sagte Meyer.

4. Juli, 10.10 Uhr:

Bundesinnenminister Thomas de Maiziere warnt in Berlin G20-Gegner vor gewalttätigen Protesten. Die linksextreme Szene mobilisiere bereits seit dem vergangenen Jahr für den Gipfel. Friedliche Demonstrationen seien in einer Demokratie selbstverständlich. Gewalttätige Proteste stünden jedoch nicht unter dem Schutz der Versammlungsfreiheit, sagt der CDU-Politiker.

4. Juli, 7.58 Uhr:

Der Hamburger Innensenator Andy Grote beharrt auf dem Verbot von Übernachtungen in Protestcamps anlässlich des G20-Gipfels. „Es kann Protestcamps als Versammlungscamps geben, aber keine Übernachtungscamps“, sagte der SPD-Politiker am Dienstag im ZDF-„Morgenmagazin.“ Man wisse, dass dahinter „die militante, autonome Szene“ stehe. Die habe sich vorgenommen, zum G20-Gipfel „den größten schwarzen Block aller Zeiten zu organisieren. Das wäre eine sehr schwierige Sicherheitslage in der Stadt.“ Er erteilte auch einem Ultimatum von Aktivisten, ein zentrales Übernachtungscamp zu schaffen, eine Absage.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) will sich am Dienstag mit Grote in Hamburg treffen und sich über das Einsatzkonzept der Sicherheitsbehörden für das G20-Treffen informieren. Der zweitägige Gipfel beginnt am Freitag. Gegner haben Proteste angekündigt.

Grote zufolge wird „der allergrößte Teil der Proteste sehr bunt, sehr vielfältig, aber friedlich sein.“ Es werde jedoch auch ein paar gewaltbereite Aktionen geben. „Dafür ist die Polizei vorbereitet.“ Man habe ein sehr hohes Gewaltpotenzial in der linksextremistischen Szene. „Wir können auch einen terroristischen Anschlag nicht völlig ausschließen, dazu haben wir aber keine konkreten Hinweise.“

4. Juli, 4.16 Uhr:

Kurz vor dem G20-Gipfel hat der Verfassungsschutz wichtigen Teilnehmerländern wie Russland, China und der Türkei wachsende Spionageaktivitäten in Deutschland vorgeworfen. „Die Russische Föderation, die Volksrepublik China und die Islamische Republik Iran sind die Hauptakteure der gegen Deutschland gerichteten Spionageaktivitäten“, heißt es nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur im neuen Verfassungsschutzbericht, den Innenminister Thomas de Maizière (CDU) an diesem Dienstag in Berlin vorstellen will.

Genannt wird in diesem Zusammenhang auch die Türkei. Besonders warnt der Verfassungsschutz vor Spionage im Regierungsviertel der Hauptstadt. Russland und China seien bei Cyberangriffen auf Deutschland mehrfach als Angreifer erkannt worden, heißt es in dem mehr als 300 Seiten starken Bericht. „Nachhaltigkeit und Zielauswahl der Angriffe“ zeigten deutlich den Versuch, Politik und Bundesverwaltung strategisch auszuspionieren.

Brisant an dem Bericht: Kremlchef Wladimir Putin und der chinesische Präsident Xi Jinping werden auf dem G20-Gipfel in Hamburg erwartet. Xi berät sich an diesem Dienstag mit Putin in Moskau, danach reist er nach Berlin weiter, wo er am Mittwoch von Bundeskanzlerin Angela Merkel empfangen wird.

Erdogan, Putin, Trump – lesen Sie hier „Drei Machos zu Gast bei Merkel“

3. Juli, 19.19 Uhr:

Die Schlusskundgebung der Demonstration „G20 - not welcome“ darf am 8. Juli auch weiterhin nicht auf dem Hamburger Heiligengeistfeld abgehalten werden. Die Veranstaltung müsse auf den Millerntorplatz ausweichen, entschied das Hamburgische Oberverwaltungsgericht (OVG) am Montag. Das Gericht bestätigte eine entsprechende Entscheidung des Verwaltungsgerichts und wies eine Beschwerde der Veranstalter dagegen zurück (Az. 4 Bs 141/17).

Die Allgemeinverfügung der Versammlungsbehörde sei rechtmäßig, hieß es. Es bestünden hinreichende Anhaltspunkte, dass aus der Versammlung Gewaltstraftaten begangen würden, welche die körperliche Unversehrtheit oder das Leben von Polizisten, Unbeteiligten und friedlichen Demonstrationsteilnehmern gefährden könnten.

Auf dem Heiligengeistfeld gebe es die Gefahr einer Massenpanik bei den angekündigten 50 000 bis 100 000 Teilnehmern, während der Millerntorplatz in mehrere Richtungen verlassen werden könne, heißt es in der Mitteilung. Angesichts der Gefahren für Leib und Leben müsse hingenommen werden, dass eventuell nicht alle Teilnehmer die Abschlusskundgebung verfolgen könnten. Zudem liege der Millerntorplatz noch in der Nähe des Tagungsortes.

3. Juli, 15.54 Uhr:

Im Streit um ein Protest-Camp drohen linke Gruppen von Dienstag an „Parks, Plätze, Flächen und Knotenpunkte“ Hamburgs mit vielen, kleinen Camps zu besetzen, wenn die Polizei kein zentrales Camp mit Übernachtungsmöglichkeiten ermöglichen sollte.

Wie das Bündnis „Welcome to Hamburg“ auf einer Internetseite am Montag bekanntgab, wird bis Dienstag 10.00 Uhr eine klare Zusage für ein Camp gefordert. Ansonsten solle „mit Material, Zelten und allen vorstellbaren Aktionsformen“ gezeigt werden, dass sich öffentlicher Protest gegen den G20-Gipfel nicht verbieten lasse, hieß es.

3. Juli, 12.39 Uhr:

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) hat Strategie und Auftreten der Polizei rund um den G20-Gipfel in Hamburg gelobt. „Die bisherige polizeiliche Linie ist voll aufgegangen. Das Konzept „Deeskalation durch Stärke“ verhindert Straftaten schon im Entstehungsprozess und ermöglicht gleichzeitig den friedlichen Protest“, erklärte DPolG-Bundeschef Rainer Wendt am Montag. Trotz einiger Unwägbarkeiten etwa zur Zulässigkeit von Protestcamps habe die Einsatzleitung die richtigen Entscheidungen über Ausrichtung und Personalstärke getroffen. „Das liegt auch daran, dass endlich die Politik aus Bund und Ländern der Polizei den Rücken stärkt.“

Die Ankündigung von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), gegen gewalttätige Gipfelstörer hart vorzugehen, nannte Wendt richtig. „An dieser Stelle darf es keine Toleranz geben.“

3. Juli, 11.26 Uhr:

Mehrere tausend Menschen haben am Sonntag friedlich gegen den G20-Gipfel in Hamburg demonstriert. Bundesinnenminister de Maizière kündigte derweil ein hartes Vorgehen gegen gewalttätige Demonstranten an. Unter dem Motto „G20 Protestwelle“ forderten sie in der Innenstadt und auf der Binnenalster mehr Engagement für Klimaschutz, eine gerechtere Globalisierung und demokratischere Entscheidungen. Auch viele Familien nahmen an der Demonstration teil.

3. Juli, 7.37 Uhr:

Der Streit über das Camp von G20-Gegnern auf der Elbhalbinsel Entenwerder hat zu ersten Tumulten zwischen Polizei und Aktivisten geführt. Die Hamburger Polizei setzte nach Angaben eines Sprechers am späten Sonntagabend in zwei Fällen Pfefferspray gegen Demonstranten nach „Widerstandshandlungen“ ein. Ein Mensch sei festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Die Aktivisten sagten, unter ihnen habe es bereits Verletzte gegeben.

2. Juli, 21.15 Uhr:

Nach einer positiven Entscheidung des Hamburger Verwaltungsgerichts für ein G20-Protest-Camp auf der Elbhalbinsel Entenwerder hat die Polizei das Übernachten in dem Camp verboten. Am Abend einigten sich Polizei und Camp-Organisatoren auf einen Kompromiss – eine Versammlung auf dem Gelände sei laut Polizei erlaubt, Übernachtungen seien aber weiter nicht vorgesehen.

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