Tanz bedeutet neben Freude auch Vielfalt und Austausch – das vermittelten die Ensembles der NYCDS bei ihren Auftritten im Theaterhaus. Foto:  

Die New York City Dance School in Feuerbach
hat wieder zu „Dancing Feet“ ins Theaterhaus geladen.

Feuerbach - Wie lautet noch ein englisches Sprichwort? „Jeder, der sagt, Sonnenschein macht glücklich, der hat noch nie im Regen getanzt.“ Dass Tanzen beziehungsweise Tanzenden zuzuschauen bei jedem Wetter Spaß macht, das ist nicht neu – bei „Dancing Feet“ im Theaterhaus war es wieder einmal live zu erleben. Mit einem passenden Motto: Die alljährliche Tanz-Performance der Auszubildenden und Schüler der New York City Dance School (NYCDS) trug diesmal den Titel „Freude“. Die Inspiration dafür fanden NYCDS-Leiterin Sabine Lynch und ihre Crew, darunter Regisseur Andreas Frey, die Choreografen, Lehrerinnen und Lehrer bei der Europahymne, gerade die Passage: „Freude heißt die starke Feder in der ewigen Natur. Freude treibt die Räder in der großen Weltenuhr.“ Denn: Wo kommen Kulturen, Nationen und Generationen freudiger und friedlicher zusammen, als beim Musizieren oder Tanzen? Auf der Bühne bewegten sich denn auch Jung und Älter aus verschiedenen Ländern in fast 40 Nummern durch alle Tanz- und Musikstile, oder um es mit den Worten von Sabine Lynch zu sagen: „Die Fünfjährigen und die nicht mehr ganz Fünfjährigen.“

Charmante Ballett­étude an der Stange

Die ganz Kleinen eröffneten den Abend mit einer charmanten Ballett­étude an der Stange, bevor die kaum älteren Kids Jazz nach Ruhm griffen zur Musik „Fame“ oder die Kids Hip Hop sich in „Funkadelics“ stürzten. Früh übt sich. Und was daraus einmal werden kann, zeigten die Teen Hip Hopper in verschiedenen Stücken, die Schüler der Modern- und Lyrical Kurse und viele andere. Erstmals mit dabei war die neu gegründete „Junior Dance Academy“ (JDA), deren Mitglieder unter anderem mit den Jazz Kids eine kurzweilige Zeitreise zu Falcos „Amadeus“ in das Wien des 18. Jahrhunderts boten oder mit Punktekleid ins „Twist and Shout“ der 50er- und 60er-Jahre entführten. Musicalatmosphäre zauberten die Tänzer der Jazz- und Stepkurse bei „A Funny Business Day“ auf die Bühne: Geschäftsfrauen und -männer möbelten den tristen „9-to-5-Alltag“ mit ihren Eisen am Absatz, Papierkorb-Percussion und Samba-Einlagen auf. Mit „Soulpower“ vom Feinsten rissen die „Funky Styles“ mit, keck brachten sie – in weißen, mit Fliegen verbrämten Hemden – jede Isolation auf den Punkt. Grandios auch das Stück „Nexus“, das vier Lehrende und Choreografierende schufen. Nicht zu vergessen: die Auszubildenden der Professional Dance Academy (PDA), die die ganze Bandbreite ihres Könnens präsentierten, darunter eine köstliche Ballett-Persiflage. An dem bunten Abend, den das Publikum mir begeistertem Applaus belohnte, zählte indes die Botschaft: Tanz bedeutet neben Freude auch Vielfalt und Austausch – ganz gleich welche Sprache man spricht, wie alt oder versiert man ist.

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