In Stuttgart sind weniger Autos zugelassen als noch vor zwei Jahren. Der Anteil von E-Autos steigt – doch der Vergleich mit Dieselfahrzeugen fällt überraschend aus.
In Stuttgart sind im Dezember 2022 so viele Elektroautos neu zugelassen worden wie in keinem Monat zuvor: Die Kfz-Innung vermeldet für den Dezember 801 Neuzulassungen bei E-Autos – im Vormonat waren es noch 550 elektrisch angetriebene Fahrzeuge. Die Jahresendrallye bei den Elektroautos war dabei eng verknüpft mit den geringeren Prämien, die Käufer seit dem Jahreswechsel für E-Autos und Hybridfahrzeuge erhalten.
„Diese Zahlen zeigen, dass Autohäuser und Hersteller getan haben, was möglich war, um bestellte Fahrzeuge rechtzeitig vor der Umstellung der Förderung auszuliefern“, sagt der Kreisvorsitzende der Innung, Roger Schäufele, Geschäftsführer eines Autohauses in Stuttgart-Möhringen. Doch wie viele Fahrzeuge mit dem „E“ auf dem Autokennzeichen sind insgesamt in Stuttgart unterwegs? Der Bestand hat mit 11 041 E-Autos (Vorjahr 8 311) zwar einen neuen Rekordwert erreicht: „Aber das sind genau genommen 3,7 Prozent des Pkw-Bestandes in Stuttgart, und das ist leider noch immer nicht der erhoffte Durchbruch für diese Technologie“, sagt der Obermeister Torsten Treiber von der Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart.
Mit Blick auf die Neuzulassungen von Fahrzeugen in Stuttgart für das Gesamtjahr 2022 zeigt sich bei den unterschiedlichen Antriebsarten ein interessantes Bild: Die meisten Stuttgarterinnen und Stuttgarter entschieden sich für Hybridfahrzeuge (11 546), gefolgt von Benzinern (11 475). Auf Platz drei bei den Neuzulassungen liegen Dieselfahrzeuge (5923), die damit immer noch vor den Elektrofahrzeugen liegen, von denen im vergangenen Jahr 5056 in der Landeshauptstadt neu zugelassen wurden.
Dennoch sieht die Kraftfahrzeug-Innung „auf Sicht einen starken Bedarf an klimaneutralen synthetischen Kraftstoffen“ – dieser trage zunehmend dazu bei, dass der Anteil des Verkehrs am CO2-Ausstoß in Deutschland sinken könne. Aktuell sieht die Lage laut dem Thinktank Agora Verkehrswende weniger gut aus: Deutschland habe die im Klimaschutzgesetz für das Jahr 2022 festgelegten Ziele für den Verkehrssektor deutlich verfehlt. Statt der erlaubten 139 Millionen Tonnen CO2 stieß der Verkehr bundesweit im Jahr 2022 rund 150 Millionen Tonnen CO2 aus.
Wie entwickeln sich die Preise im Autojahr 2023?
In Stuttgart ist laut den aktuellen Zahlen der Gesamtbestand an Fahrzeugen das dritte Jahr in Folge gesunken: Aktuell sind rund 297 000 Fahrzeuge zugelassen, vor zwei Jahren waren es noch knapp 303 000 Fahrzeuge. Auch die Zahl der Neuzulassungen ist in der Landeshauptstadt deutlich zurückgegangen – weitaus stärker als in der Region Stuttgart, wo im Kreis Ludwigsburg der Rückgang beispielsweise deutlich schwächer ausfiel. Im Kreis Esslingen wurden sogar 4,5 Prozent mehr Autos zugelassen als 2021.
Das Autojahr 2023 ist aus Sicht der Innung schwer abschätzbar. Es sei jedoch deutlich zu erkennen, dass viele Käufer derzeit zu günstigeren Fahrzeugen oder zu Fahrzeugen mit günstigerer Ausstattung greifen. Experten rechnen damit, dass viele Hersteller wieder höhere Rabatte gewähren werden – die Lieferkettenprobleme, die im vergangenen Jahr noch zu Problemen bei der Produktion geführt haben, belasten die Hersteller aktuell nicht mehr so stark. Die Folge: mehr Neufahrzeuge kommen auf den Markt.