Ozan Kabak (li.) brüllt seine Freude über seinen zweiten Treffer für den VfB hinaus – und bringt damit auch Benjamin Pavard zum Jubeln. Foto: Getty

Der elf Millionen Euro teure Winter-Neuzugang des VfB Stuttgart erzielt beim 5:1-Erfolg über Hannover 96 seine ersten beiden Bundesliga-Treffer – was auch Ex-Sportdirektor Michael Reschke freut.

Stuttgart - Ehe Michael Reschke vor ein paar Wochen seine sieben Sachen beim VfB packte, hat der gescheiterte Sportvorstand bei seinem Abgang noch einiges an Schuld auf sich geladen. „Mein Kaderplan ist nicht aufgegangen“, war das Fazit, welches der 61-Jährige am Ende seiner rund anderthalbjährigen Amtszeit in Stuttgart zog. Auf einen speziellen Spieler, dies war Reschke noch wichtig, sollten aber sämtliche Fans und Freunde des Vereins für Bewegungsspiele künftig ihr besonderes Augenmerk richten: Auf Ozan Kabak, den 18 Jahre jungen Innenverteidiger von Galatasaray Istanbul, den der Manager quasi als Schlussakkord seiner Transferpolitik im Winter an den Neckar gelotst hatte.

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Elf Millionen Euro ist der junge Türke den Weiß-Roten wert gewesen – und zwar bereits als Vorgriff auf die nächste Saison, weil ein Club wie der VfB, so Reschke, bei Kalibern vom Format eines Ozan Kabak eben zugreifen müsse, wenn sich die Chance bietet. Die Konkurrenz schläft eben nicht. Als in der Partie gegen Hannover 45 Minuten gespielt waren, da trommelte der glückliche Mario Gomez seinem Mitspieler Kabak an der Eckfahne freudig auf die Brust. Gomez selbst hatte mit seinem frühen Treffer zum 1:0 (4.) den immens wichtigen Sieg über die blassen 96er eingeleitet – doch Kabak hatte kurz vor dem Pausentee bereits seinen zweiten Treffer gemacht.

Zweimal war der bullige Teenager („Meine ersten beiden Tore für den VfB werden uns Auftrieb geben“) nach einer Ecke von Gonzalo Castro im gegnerischen Sechzehner hochgestiegen, zweimal hatte er den Ball mit perfektem Timing per Kopf ins Netz gewuchtet (16./45.). „Es freut mich sehr für ihn“, sagte Castro: „Seine Tore waren wichtig für die Situation rund um den VfB.“

Kabak darf sich vor den Fans seinen Sonderapplaus abholen

Mit seinem offensiven wie defensiven Gala-Auftritt verdiente sich der Innenverteidiger vom Bosporus wie der andere Doppeltorschütze Steven Zuber das Prädikat „Spieler des Spiels“. „Er ist ein aufgeräumter Typ, kein Spinner“, sagte der eingewechselte Kapitän Christian Gentner: „Seine große Stärke ist es, kompromisslos in die Zweikämpfe zu gehen.“ In der Tat. Denn auch abseits seiner beiden Tore spielte der Wintertransfer aus Istanbul eine bärenstarke Partie. Körperlich ist der 18-Jährige ohnehin eine Wucht.

Dazu gesellten sich gegen Hannover wie schon in der Partie zuvor in Bremen (1:1) ein gutes Stellungsspiel – und diesmal auch noch ein guter Torriecher. Einen kleinen Wermutstropfen gab es zwar, als Kabaks Gegenspieler Jonathas De Jesus im direkten Zweikampf per Kopf der Ehrentreffer für Hannover gelang (68.). Aber dies schmälert die positive Bilanz des Youngsters nur ein bisschen. „Er stand hinten sehr stabil, hat souverän gespielt und war zweikampfstark“, sagte VfB-Trainer Markus Weinzierl.

Nach Schlusspfiff wussten dann auch die Kollegen, dass ihre Nummer 18 Besonderes geleistet hatte. Also schickten sie Kabak bei der Jubelorgie vor der Cannstatter Kurve kurz alleine nach vorne – und der 18-Jährige durfte sich seinen Sonderapplaus abholen, ehe er via Twitter seine Tore „allen VfB-Fans“ widmete, „die uns immer treu unterstützt haben.“

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