Die Baustelle ist weg, das Kunstgebäude Stuttgart öffnet wieder. Im Idealfall als spartenübergreifender Motor des Kulturquartiers Stuttgart, kommentiert unser Autor.
Das Kunstgebäude Stuttgart ist seit fast 20 Jahren ein Ort der Träume und der Enttäuschungen. „Hier wird etwas völlig Neues entstehen“, sagte im November 2015 der damalige Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD). Eine offene Ausstellungs- und Veranstaltungsbühne als Motor des Kulturquartiers schien greifbar. Neun Jahre später geht es darum, den markanten Bau Richtung Schlossplatz wieder für Kunst und Kultur zu öffnen.
Dabei ist die Rolle des Kunstgebäudes längst geklärt. Inmitten eines Areals mit national einmaliger Dichte hochkarätiger Kultureinrichtungen gelegen – von der Staatsgalerie über die Musikhochschule, Haus der Geschichte, Landes- und Staatsbibliothek, Institut für Auslandsbeziehungen und Erinnerungsort Hotel Silber bis zum Württembergischen Landesmuseum, Kunstmuseum Stuttgart, Festivalkinos in der Bolzstraße und dem Staatstheaterareal mit Opernhaus und Schauspielhaus – ist das Kunstgebäude Idealbühne spartenübergreifender Projekte.
Als Motor des Kulturquartiers ist das Kunstgebäude der Schlüssel für eine Neupositionierung Stuttgarts als Bühne dringend notwendiger Offenheit in Vielfalt. Die Aufgabe der Staatsgalerie, dies neben wichtigen eigenen Ausstellungsprojekten sichtbar zu machen, ist enorm. Das verjüngte Team aber sollte diese große Chance nutzen.