Die Beschäftigten des Küchenbauers sind Ende November gekündigt worden. Nun mussten sie entscheiden, ob sie zu verschlechterten Bezügen zum Nachfolgeunternehmen zurückkehren wollen. Foto: dpa

Das Interesse der Mitarbeiter an einer Weiterbeschäftigung ist groß. Am kommenden Dienstag sollen sie auf einer Betriebsversammlung in Pfullendorf darüber informiert werden, ob das Traditionsunternehmen in neuer Rechtsform eine Zukunft hat.

Stuttgart - Der Neuanfang beim insolventen Küchenbauer Alno rückt näher. Viele Mitarbeiter sind offenbar dazu bereit, zu stark verschlechterten Bezügen in ein Nachfolgeunternehmen einzutreten. Kurz nach Weihnachten hatte der designierte Geschäftsführer der Neuen Alno GmbH, Andreas Sandmann, mitgeteilt, dass bereits 275 ehemalige Alno-Beschäftigte einen Arbeitsvertrag unterzeichnet haben. Er war zuversichtlich, bis zum Ende des Jahres mindestens weitere 100 Mitarbeiter gewinnen zu können. Ob die vom Finanzinvestor Riverrock angestrebte Personalstärke von 410 erreicht worden ist, war am Freitag nicht zu erfahren – Signale aus dem Umfeld des Unternehmens deuten allerdings daraufhin.

Riverrock hatte am 18. Dezember, knapp einen Monat nach der Beendigung des Geschäftsbetriebs, Teile der früheren Alno AG gekauft und die Fortführung des Unternehmens in anderer Rechtsform angekündigt. Der Deal war allerdings an mehrere Bedingungen geknüpft, darunter die Gewährung von Kurzarbeitergeld für die Belegschaft in der Anfangsphase und die Gründung einer Transfergesellschaft für die Mitarbeiter, die keinen neuen Vertrag unterschreiben.

Mitarbeiter müssen auf Gehalt und Sonderzahlungen verzichten

Die Beschäftigten, zuletzt waren es rund 570 am Stammsitz in Pfullendorf, hatten Ende November ihre Kündigung erhalten. Nun mussten sie entscheiden, ob sie sich einen neuen Arbeitgeber suchen, oder ob sie mit Gehaltseinbußen von etwa 30 Prozent und außerhalb der Tarifbindung zu Alno zurückkehren. Während der Betriebsrat ihnen Letzteres empfahl, zeigte sich die Gewerkschaft IG Metall eher zurückhaltend.

Der Alno-Insolvenzverwalter Martin Hörmann hat nun für kommenden Dienstag zur Betriebsversammlung nach Pfullendorf eingeladen. Möglicherweise wird dann der Zeitplan für die Wiederaufnahme der Produktion vorgestellt.

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