Die Belastung der Mitarbeiter in den Bürgerbüros soll verringert werden. Foto: factum/Bach

Der hohe Krankenstand in den Stuttgarter Bürgerbüros mit 30 Fehltagen pro Beschäftigtem führt zu einer Umorganisation in der Verwaltung. Mit neuen Maßnahmen sollen die Beschäftigten entlastet werden.

Stuttgart - Der hohe Krankenstand in den Stuttgarter Bürgerbüros mit 30 Fehltagen pro Beschäftigtem (Stand 2015) und das Drängen verschiedener Fraktionen auf Abhilfe mündet in eine vertiefte Untersuchung. Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) und die Bürgermeister Michael Föll (Finanzen), Martin Schairer (Sicherheit und Ordnung) und Fabian Mayer (Allgemeine Verwaltung, alle CDU) haben beschlossen, Aufbau und Arbeitsabläufe in den Ansprechstellen der Bezirke zu untersuchen.

Alle Bürgerbüros und damit die dezentrale Struktur sollen erhalten bleiben, sagt Mayer, darin gebe es „völlige Übereinstimmung“. Umgerechnet acht Prozent Abwesenheitsquote verlangten aber nach einem vertieften Blick. So solle überprüft werden, ob die Sachgebietsleitungen für zu viele Mitarbeiter zuständig seien, ob wirklich jede der 59 Dienstleistungen in jedem Bezirksrathaus angeboten werden muss, und ob mehr Digitalisierung die 173 Mitarbeiter entlasten kann. Die Stadt will kurzfristig die Behördennummer 115 stärker bewerben. „Vielen Bürgern ist nicht bekannt, dass man sich telefonisch beraten lassen kann“, sagt Mayer, das könne manchen Weg an die Theken der Bürgerbüros sparen.

Seltene angefragte Leistungen zentralisieren

Bei sehr selten nachgefragten Leistungen, Mayer nennt als Beispiel den Fischereischein, müsse man überlegen, ob diese nur noch zentral angeboten werden sollten. Das würde einen Großteil der Mitarbeiter von den stetigen Fortbildungen entlasten. Ebenfalls untersucht werden soll, ob die Ausbildung in nur einem Bürgerbüro für die Arbeitsabläufe besser wäre als die bisherige Verteilung der Auszubildenden in viele Büros. Auch das Internet könne helfen, zum Beispiel indem online dargestellt werde, wie groß der Andrang sei. Die Fraktion SÖS/Links-plus hatte kurz vor Weihnachten 2016 im Verwaltungsausschuss 15 zusätzliche Stellen für die Bürgerbüros beantragt, bei der Abstimmung aber außer der AfD keine Mitstreiter gefunden. „Es ist jetzt noch zu früh zu sagen, dass wir zusätzliche Stellen brauchen, auch wenn der überdurchschnittliche Krankenstand das nahe legt“, sagt Mayer. Bis September, wenn die Beratungen zum Doppelhaushalt 2018/2019 beginnen, will die Verwaltung auch die Stellenfrage geklärt haben.

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