Die Umgestaltung der Elisabethenanlage ist eng mit der Neuordnung der Schwabschule verknüpft. Der Prozess zieht sich deshalb noch hin.
Stuttgart - Wer auf städtebauliche Veränderung hofft, braucht viel Geduld. Allein im Stuttgarter Westen gibt es dafür viele Beispiele. Man denke an den Diakonissenplatz, über dessen Umgestaltung man seit einem halben Jahrzehnt diskutiert. Oder an den Bismarckplatz. Oder an die Elisabethenanlage, auch sie Teil des Sanierungsgebiets Stuttgart 28. Ein Protokoll des Bürgerforums Lebendiger Westen datiert den Auftakt der Bürgerbeteiligung für die Umgestaltung der Anlage auf Mai 2014. Es folgten Informationsabende, Planungsworkshops, Ortsbegehungen und vieles mehr. Veränderung ist aber bislang nicht eingetreten. Ein Grund dafür ist, dass die Umgestaltung zumindest teilweise von der Entwicklung angrenzender Areale abhängig ist.
Tankstelle soll weg
So wird laut Rahmenplan die Tankstelle in der Bebelstraße 9 mittelfristig für Wohnungen Platz machen, und die Schwabschule steht vor einer wesentlichen räumlichen Umwälzung, die Neubauten von Schul- und Sportgebäuden vorsieht und in deren Zuge auch die Villa Elisa in der Bismarckstraße 31 frei wird. Das Haus, das mitten in der Grünanlage steht und diese optisch mitprägt, dient derzeit als Außenstelle der Schwabschule.
Das Rahmenkonzept haben der Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik und der Bezirksbeirat West bereits im Dezember abgesegnet, erforderliche Planungsmittel will das Stadtplanungsamt für den Doppelhaushalt 2022/23 beantragen. Für die Grünen im Bezirksbeirat ist die Umgestaltung des Areals wesentlich. Deshalb machen sie mit einem Antrag Druck auf die Verwaltung. Sebastian Karl, Mitglied des Bezirksbeirats, will von Abstimmungsproblemen zwischen den Ämtern erfahren haben. Welcher Natur diese sind, weiß er nicht. Seine Fraktion wolle Klarheit. „Uns geht es darum, auf den neuesten Stand zu kommen und zu erfahren, wer verwaltungsintern zuständig ist. Uns ist sehr an einer Umsetzung gelegen“, sagt Karl.
Anpassungen sind nötig
Die Villa Elisa sähe seine Fraktion gern als offenes Haus für bürgerschaftliches Engagement, als konsumfreien Raum, dessen genaue Funktion man mithilfe einer Bürgerbeteiligung festlegen könne. Die Auskunft der Stadt dürfte seine und die anderen Fraktionen aber ernüchtern. Denn auf Anfrage teilt sie mit, dass man mit einer Realisierung der Maßnahmen erst ab 2026 rechnen könne. Der Hauptgrund: Der große Abstimmungsbedarf. „Mit dem beschlossenen Rahmenkonzept sind wesentliche städtebauliche Aspekte festgelegt. Nun geht es darum, die Machbarkeit des Gesamtkonzepts zu verifizieren und erforderliche Anpassungen und Präzisierungen vorzunehmen“, sagt Sprecherin Nora Lenz-Gaspary. Die weitere Planung für die Neuordnung des Blocks werde in Abstimmung mit den Nutzern und den Fachämtern erfolgen. Für die Neubauten der Schul- und Sportgebäude sei maßgebend, was im Schul- und Investitionsprogramm realisiert werde. Von dieser Priorisierung sei wiederum das Gesamtprojekt abhängig.
Öffentliche Nutzung gefordert
Immerhin: Die Verwaltung nimmt den Wunsch nach einer öffentlich zugänglichen Nutzung zur Kenntnis, den nicht nur die Grünen vertreten, sondern den auch Bürger in Beteiligungsverfahren geäußert hatten. Und: Der Container rechts neben der Villa soll weg – dessen Abbruch sei „unstrittig“, so Nora Lenz-Gaspary.