Weils Bürgermeister Wolfgang Lahl blickt mit Hoffnung nach vorne. Foto: H. Schmidt

Restlos volle Neuweiler Halle beim Neujahrsempfang der Gemeinde Weil im Schönbuch – Bürgermeister Wolfgang Lahl appelliert an den Reformwillen von Bund und Land.

Mit weit mehr als 200 Besuchern restlos voll war die Neuweiler Halle beim Neujahrsempfang der Gemeinde Weil im Schönbuch am vergangenen Sonntagvormittag. „Wir hätten noch anbauen können“, staunte sogar Wolfgang Lahl. Ansonsten verbreitete der Weil im Schönbucher Bürgermeister einigen Optimismus. „Etwas mehr Demut“, zitierte er den Karlsruher Oberbürgermeister Frank Mentrup, „wir leben in einem Land, dem es besser geht als 95 Prozent der Menschen auf der Welt.“

 

„Mit Zuversicht ins neue Jahre“ – unter diesem Motto stellte der Weiler Schultes in seinem Rück- und Ausblick „überwiegend die positiven Dinge vor Ort, die uns direkt betreffen“ in den Mittelpunkt. So das funktionierende Vereinsleben mit über 60 Vereinen und Institutionen, in Neuweiler beispielsweise den rührigen Verein „Neuweiler mit Herz“ oder die Feuerwehrabteilung, die im vergangenen Jahr ein begeisterndes 150-jähriges Bestehen feierte. Jubilar in diesem Jahr ist die vor 75 Jahren gegründete heutige Gemeinschaftsschule Weil im Schönbuch und deshalb Mitausrichter des diesjährigen Weil im Schönbucher Neujahrsempfangs.

„Wir leben in einem Land, dem es besser geht als 95 Prozent der Menschen auf der Welt.“

Wolfgang Lahl, Bürgermeister

Gleich in seine Begrüßung flocht Wolfgang Lahl den Dank ans Land für Fördermittel von rund sechs Millionen Euro für Bürgerhaus, größtes Neubauprojekt der Gemeinde, ein und nochmals gut sechs Millionen Euro aus dem weitergereichten Sondervermögen des Bundes. Trotzdem benötigten die kommunalen Haushalte dringend einen strukturellen Reformwillen von Bund und Land, gab er dem SPD-Landtagsabgeordneten Florian Wahl mit auf den Rückweg nach Stuttgart. „Die kommunalen Haushalte sind vollkommen ausgereizt und bedenken sie in der großen Politik: Die Lebenswirklichkeit der Menschen findet in den Kommunen statt“, so der Weiler Bürgermeister.

Kein Platz mehr frei beim Neujahrsempfang der Gemeinde Weil im Schönbuch. Foto: H. Schmidt

Dazu gehören im Flecken eine Vielzahl sozial engagierter Mitbürgerinnen und Mitbürger, aber auch erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler, denen neben Gemeinderat und -verwaltung der besondere Dank des Schultes galt. Von Gemeindeseite fertiggestellt wurde mit einer Investitionssumme von 6,3 Millionen Euro die neue Kita im Troppel, auf private Initiative kam der als Verein organisierte erste „Natur- und Bauernhofkindergarten“ auf der Schönbuchlichtung hinzu. Für die ältere Generation entstehen Wohnungen und Tagespflegeplätze am Feuerwehrsee und damit mitten im Ort.

Kopfschütteln über die Schönbuchbahn

Im Bereich der Infrastruktur sorgt dagegen der ÖNPV in Form der Schönbuchbahn nur noch für Kopfschütteln. „Der Geduldsfaden von uns allen ist schon lange gerissen“, richtete Wolfgang Lahl die eindringlich Bitte ans Landratsamt „mit dem Hersteller deutlich härter ins Gericht zu gehen“. Erfolgreich beendet wurden die Sanierung der Neuweiler Schönbuchstraße und der Brücke über die Schaich in Weil im Schönbuch, ab diesem Jahr beginnen die Planungen für die Erneuerung des innerörtlichen Bereiches der Dettenhäuser Straße. Außerdem lud der Weiler Schultes schon jetzt zum Neujahrsempfang 2028 ins dann fertige neue Bürgerhaus ein.

„Ich persönlich sehe dennoch mit Zuversicht in die Zukunft und erwarte ein zartes Wachstumsblümchen aus der Wirtschaft“, fasste Wolfgang Lahl trotz der Tatsache, dass 2025 zum ersten Mal nach 20 Jahren wieder Kredite im Weiler Kernhaushalt aufgenommen werden mussten, nicht unzufrieden zusammen, „mit ihrer Tatkraft im Ehrenamt und Institutionen, mit unseren Unternehmen, mit unserer aktiven Bürgerschaft und mit meinem engagierten Gemeindeteam wird uns auch ein positives Jahr 2026 gelingen.“