Der Backnanger OB Frank Nopper hat sich beim Neujahrsempfang seiner Stadt gewohnt lokalpatriotisch gezeigt, einer möglichen Bewerbung in der Landeshauptstadt aber keine Absage erteilt. Foto: Gottfried Stoppel

In Schorndorf und Backnang haben die Rathauschefs am Freitagabend ihre Bürger im neuen Jahr begrüßt. In Backnang hatten einige mit Spannung darauf gewartet, ob sich Frank Nopper zu einer möglichen Kandidatur als OB in Stuttgart erklärt.

Backnang/Schorndorf - Freitagabend, vor der Barbara-Künkelin-Halle schüttet es aus Kübeln, während im Inneren noch einmal Sommergefühle aufkommen. Das Gartenschau-Maskottchen Remsi winkt den 900 Gästen des Schorndorfer Neujahrsempfangs zu, ein kurzer Film zeigt Impressionen, schöne Luftbilder dieser Remstal-Gartenschau, die der Daimlerstadt eine mediterrane Leichtigkeit verschafft hat.

Dass der Grünevent eine enorme Mammutaufgabe war, daran erinnert der Oberbürgermeister Matthias Klopfer (SPD) gleich zu Beginn seiner Rede, die er auch dazu nutzt, den vielen Ehrenamtlichen für ihr Engagement zu danken sowie den Mitarbeitern der Stadtverwaltung für ihre tausende Überstunden. „Unsere Stadt ist nachhaltig schöner geworden“, sagt Klopfer und betont: „Mit dem Mut, wie bei der Gartenschau groß zu denken, werden wir auch das Jahrzehnt erfolgreich für unsere Stadt gestalten.“

Schorndorf will strukturiert in die kommende Dekade gehen, das Führungsteam der Stadtverwaltung bereite gerade den Strategieprozess „Schorndorf 2030“ vor. Einige der neun Schwerpunktthemen dieser Strategie reißt das Stadtoberhaupt an. Zum Beispiel Schorndorf als Gesundheitsstandort. „2020 soll entschieden werden, wie die Zukunft unseres Klinikcampus‘ konkret aussehen soll und wann es losgeht“, sagt Klopfer, der die Zukunft des Krankenhauses auch weiterhin als Chefsache sieht.

Was sind weitere Themen? Der dringende Handlungsbedarf bei der Pflege, das Schaffen von Wohnraum, das Vorbereiten der Stadt auf den immens steigenden Strombedarf durch E-Mobilität, der Klimaschutz. „Machen sie doch 2020 den Versuch, das Auto öfter stehen zu lassen, Bus, Bahn oder Rad zu fahren. Es geht einfacher und schneller, als viele denken.“

Bei allen Herausforderungen hofft Klopfer, dass das gesellschaftliche Klima der Stadt positiv bleibt. „Ich meine: Die wichtigste Aufgabe wird sein, dass wir gemeinsam dafür sorgen, dass der gesellschaftliche Kitt nicht reißt, wir bei den Umbrüchen niemanden vergessen“, sagt er und lädt alle dazu ein, sich an der Zukunftsdiskussion zu beteiligen.

Jahr der Eröffnungen in Backnang

Genau eine Stunde vor Matthias Klopfer in Schorndorf hat der Backnanger Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) seine Gäste im voll besetzten Bürgerhaus begrüßt. Am Eingang sind diese von den Bezirksschornsteinfegern mit Miniaturen ihrer Zunft sowie einem eigens geprägten Backnanger Glückstaler ausgestattet worden. In seiner Neujahrsansprache kündigte Nopper nach einem „Jahr der Baustellen“ ein „Eröffnungs- und Einweihungsjahr 2020“ an. So werde etwa der Stadteingang an der Aspacher Brücke „in völlig neuem Glanz erstrahlen“ und einige größere „Buckelpisten“ komplett saniert und umgestaltet sein. Auch bei der Schaffung von neuen Wohnraum werde es einen spürbaren Schub geben und man werde „Kurs auf die IBA nehmen“. Backnang bewirbt sich mit dem 15 Hektar großen „Quartier West“ auf die Internationale Bauausstellung in der Region Stuttgart im Jahr 2027. Den Umbau jenes vormals industriell genutzten Quartiers bezeichnete Nopper als „die größte städtebauliche Herausforderung für Backnang nach dem Krieg, vielleicht sogar in seiner gesamten Stadtgeschichte“.

Seine möglichen eigenen Ambitionen – Nopper wird ein Interesse an einer Bewerbung um das Oberbürgermeisteramt in der Landeshauptstadt nachgesagt – umschiffte das Backnanger Stadtoberhaupt geschickt. „Wir Backnangerinnen und Backnanger sind eben überall auf der Welt zu gebrauchen“, sagte Nopper in Erwähnung seines Neujahrsbriefes an alteingesessene „Auswanderer“ der Stadt, „manche meinen sogar im Rathaus der Landeshauptstadt Stuttgart – was allerdings noch zu beweisen wäre“.

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