In dem Lungenzentrum arbeiten Ärzte und Fachkräfte verschiedener Abteilungen zusammen – auch bei der Visite. Foto: Alb Fils Kliniken

Menschen mit kranker Lunge finden in den Göppinger Alb Fils Kliniken eine neue Anlaufstelle: das Zentrum für Pneumologie und Thoraxchirurgie wurde eingerichtet.

Göppingen - Manchmal muss alles ganz schnell gehen. Wer plötzlich keine Luft mehr bekommt, etwa wegen einer Embolie, erlebt höchste Not und Panik. Bei vielen Lungenkrankheiten überfällt die Atemnot die Patienten jedoch nicht plötzlich, sondern die Symptome schleichen sich langsam ins Leben der Patienten. Um Lungenpatienten künftig besser helfen zu können, haben die Alb-Fils-Kliniken am Standort Göppingen ein neues Zentrum für Pneumologie und Thoraxchirurgie eingerichtet.

Hier arbeiten viele Fachleute gemeinsam

In dem Zentrum haben die Alb-Fils-Kliniken verschiedene Disziplinen zur Lungenheilkunde zusammengefasst. Dazu zählen sowohl die Pneumologie und die Thoraxchirurgie, als auch die Physiotherapie und die Atemtherapie, die eng mit der Onkologie, der Radiologie und der Strahlen- und Schmerztherapie zusammenarbeiten.

Ähnlich spezialisiert aufgestellt seien in der Region beispielsweise die Lungenfachklinik auf der Gerlinger Schillerhöhe (Kreis Ludwigsburg), die zum Stuttgarter Robert Bosch Krankenhaus gehört. Die Lungenfachklinik soll in einigen Jahren wegen der zunehmenden Komplexität der medizinischen Aufgaben am Stuttgarter Standort Burgholzhof angesiedelt werden. Dort sollen künftig Herz- und Bauchchirurgen gemeinsam mit den Brustkorbchirurgen beispielsweise fortgeschrittene Lungenkrebsfälle operieren.

Außerdem verfügten auch das Krankenhaus vom Roten Kreuz in Stuttgart-Bad Cannstatt oder die Uniklinik Tübingen über Zentren für Pneumologie und Thoraxchirurgie, erklärt die Sprecherin der Alb-Fils-Kliniken, Christiane Karrar.

Im Jahr 2018 wurden 1200 Patienten behandelt

Doch zurück nach Göppingen: Allein im vergangenen Jahr seien in der Klinik rund tausend Lungenpatienten stationär und 1200 ambulant behandelt worden, beschreibt Karrar den großen Zulauf und damit den Grund für die Einrichtung des neuen Zentrums. Für die Patienten sei es ein Vorteil, wenn sie alle medizinischen Leistungen von der Diagnostik über die internistische und operative Therapie bis zur Nachsorge aus einer Hand bekämen und sich nicht an zahlreiche unterschiedliche Abteilungen wenden müssten, sagt die Kliniksprecherin.

Die Mitarbeiter arbeiteten in dem neuen Zentrum sowohl fachlich als auch räumlich enger zusammen als bisher. Ein Beispiel dafür sei die gemeinsame Morgenbesprechung und anschließende Visite von Pneumologen, Thoraxchirurgen und Atmungstherapeuten am Patientenbett.

Eine frühe Diagnose sei für die Heilungschancen wichtig. Allerdings unterschätzten viele Patienten ihre Beschwerden oder nähmen sie nicht ernst, berichtet Timo Deininger. Er ist ärztlicher Leiter der Pneumologie. „Da Lungenerkrankungen oftmals schwer zu erkennen sind und erst spät Symptome verursachen, ist eine frühe Diagnostik durch Spezialisten ausschlaggebend“, sagt Deininger.

Das gelte insbesondere bei Lungenkrebs, „da bösartige Tumore der Lunge oft deutlicher schneller wachsen als Geschwulste in anderen Organen“, erklärt der Facharzt.

Das Rauchen gehört zu den Hauptursachen

Zu den Hauptursachen vieler schwerer Lungenkrankheiten gehöre das Rauchen, warnt der Mediziner. Ob Zigaretten, Zigarren, Shisha, E-Zigarette oder elektrische Räuchersysteme, sogenannte Heets, sei dabei zweitrangig. Doch auch allgemein für den Menschen gesundheitlich problematische Umstände und Verhaltensweisen wie die vermehrte Luftverschmutzung, zu viel Hygiene in der Kindheit und zu wenig Bewegung würden zu einer Zunahme von Lungenerkrankungen beitragen. Erste Symptome einer Lungenkrankheit können ständiges Husten, Atemnot oder Rasselgeräusche beim Atmen oder ein erhöhter Druck auf der Brust sein. Wer eines der beschriebenen Symptome bei sich feststellt, solle schleunigst einen Arzt aufsuchen, raten die Experten der Alb-Fils-Kliniken. Und wer regelmäßig raucht, sollte auch regelmäßig seine Lungen untersuchen lassen und dafür einen Spezialisten konsultieren.

Denn: „Eine Früherkennung ist grundsätzlich schwierig. In Deutschland ist das Lungen-CT-Screening bei Risikogruppen für Lungenkrebs noch umstritten, während es in anderen Ländern wie beispielsweise den USA bereits etabliert ist“, erläutert Deininger.

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