Neues Wohngebiet in Fellbach geplant Areal mit Rhythmik und Vielseitigkeit

Von Dirk Herrmann 

Quartett mit Siegermodell (v. li.): Antonius Kirsch (BPD), Jury-Chefin Ingrid Burgstaller, Baubürgermeisterin Beatrice Soltys und Ulrich M. Kleber (Kügelgen-Schule). Foto: Herrmann
Quartett mit Siegermodell (v. li.): Antonius Kirsch (BPD), Jury-Chefin Ingrid Burgstaller, Baubürgermeisterin Beatrice Soltys und Ulrich M. Kleber (Kügelgen-Schule). Foto: Herrmann

Die Project GmbH als Wettbewerbs-Gewinner arbeitet mit „urbanen Schwellen“ auf dem Schönemann-Gelände.

Fellbach - Ein attraktives neues Wohngebiet, das einerseits die Bedürfnisse der künftig circa 390 Bewohner ideal erfüllt und andererseits auch für die Optik zufällig dort flanierender Bürger einiges hergibt – das soll bis in einigen Jahren entlang der Fellbacher Straße ganz in Bahnhofsnähe entstehen. Aus dem mit insgesamt 101 000 Euro dotierten Ideenwettbewerb unter Regie der Bauherrschaft, der BPD Immobilienentwicklung GmbH, ging die Esslinger Project GmbH als Sieger hervor. Die Jury bestand aus 15 Teilnehmern, darunter Architekten, Landschaftsarchitekten, Stadtplaner, außerdem Baubürgermeisterin Beatrice Soltys, Schulvertreter sowie vier Stadträte aus den Fraktionen.

Das neue Wohngebiet besteht aus drei Häusern entlang der Straße

Professorin Ingrid Burgstaller, die in München lebende und in Nürnberg lehrende Jury-Vorsitzende, lobte das von Project konzipierte „Spiel von Rhythmik und Vielseitigkeit – das Areal lebt einfach“. Das neue Wohngebiet besteht aus drei Häusern entlang der Straße und drei weiteren Zwillingshäusern dahinter. Auf dem westlichen Teil des Gebiets ist zudem die Erweiterung der Helmut-von-Kügelgen-Schule fixiert – hier wird ein neuer Campus Waldorf Fellbach entstehen. Ein Konzept gibt es bereits, die konkrete Umsetzung soll nach Angaben des Geschäftsführers der Schule, Ulrich M. Kleber, im Frühjahr erfolgen.

Der „integrale Projekt- und Gebietsentwickler“, wie BPD sich selbst skizziert, will stets „living environments“ (lebendige Räume) schaffen – also Wohnumfelder, die von sich aus lebendig sind. „Ein solches Umfeld muss buchstäblich Zukunftswert haben und Jahrzehnte nach seiner Fertigstellung noch immer für nachfolgende Generationen attraktiv sein.“ Diese Vorgaben hat nach Auffassung der Jury die Esslinger Project-Gruppe am besten umgesetzt. „Drei mal drei Häuser gruppieren sich um thematisch gestaltete Höfe“, heißt es in den Erläuterungen zum Entwurf, „Vegetation und Belagsgestaltung, Felder mit Nutzpflanzen erinnern an die ehemalige gärtnerische Nutzung und verleihen dem Gebiet ein ökologisches Gepräge“.

Leitidee sei „der Gegensatz von Stadt und Land“

Leitidee sei „der Gegensatz von Stadt und Land“, dort vorgesehene halböffentliche Platzzonen nennt das Büro „urbane Schwellen“. Eine zentrale Aufenthaltszone in dem Wohngebiet bilden drei grüne Höfe. Einige Häuser haben Gartenzonen – unter dem Begriff „Urban Gardening“ können die Bewohner diese Bereiche für Kräuter-, Blumen- und Gemüseanpflanzung bewirtschaften. Über den ersten, zudem mit 21 000 Euro dotierten Platz ist Nicolas Pollich, Leitung Stadtplanung und Gesellschafter bei Project, naturgemäß „sehr, sehr glücklich – vor allem, da es sich um ein hochkarätiges Teilnehmerfeld handelt“.

Ebenso erfreut über das Ergebnis – das abschließende Votum des Fellbacher Gemeinderats im neuen Jahr gilt lediglich als Formsache – ist Antonius Kirsch, BPD-Niederlassungsleiter in Stuttgart. „Es ist dem Preisgericht gelungen, einen Entwurf zum Sieger zu küren, der alle Anforderungen an neues und modernes Wohnen erfüllt“, sagt er. „Die Wohnungen verteilen sich auf neun Einzelgebäude mit jeweils eigener Identität, was dem Wunsch vieler unserer Kaufinteressenten sehr entgegen kommt.“ Dass sich hinter diesem Entwurf der Project GmbH ein sehr renommiertes Architekturbüro aus der hiesigen Region befindet, welches über sehr viel Erfahrung im Wohnungsbau verfügt, „freut uns umso mehr“, erklärt Antonius Kirsch.

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