Kanufahren auf dem Neckar gehört zu den Attraktionen, die boomen. Foto: Sandra Dammbacher

Was hat Ludwigsburg, was andere nicht haben? Das Schloss und das Venedigspektakel sollen die Stadt auch international bekannt machen. Allerdings will die Stadt künftig auch aus Neckar und Wein Kapital schlagen.

Ludwigsburg - Es hat lange gedauert und die Vorbereitungen sind immer wieder ins Stocken geraten, doch nun weiß die Stadt Ludwigsburg endlich, wo sie touristisch hingehen will. Anlässlich der Vorstellung eines neuen Tourismuskonzepts hat Werner Spec daran erinnert, dass die Stadt schon seit bald zehn Jahren daran arbeitet. Was nun aber vorliege, sei ein Feuerwerk der Ideen, sagte der Oberbürgermeister. Wichtig sei eine Profilschärfung, meint Tourismusmanager Elmar Kunz. Dazu möchte er stärker als bisher auch die Lage am Neckar und damit auch den Weinbau samt der charakteristischen Steillagen in den Fokus rücken. Letztlich gehe es um das Besondere, mit dem sich Ludwigsburg von anderen Städten absetzen könne.

Gesucht: eine frische Bildsprache

Man müsse sich die Städtewerbung als „weltweite Kakofonie“ vorstellen, sagte Kunz. Die zentrale Frage laute deshalb: Wie kann man sich auf diesem hart umkämpften Feld behaupten? Er jedenfalls habe einen Rat befolgt, den ihm Armin Dellnitz, der Geschäftsführer der Stuttgart-Marketing GmbH, gegeben habe als er vor einem Jahr in Ludwigsburg angetreten sei: „Man muss auch den Mut haben, etwas weg zu lassen.“ Kunz hat deshalb verschiedene Werbekonzepte für die verschiedenen Ebenen entwickelt, die er ansprechen möchte.

Die größte Beschränkung habe er sich darum auf der internationalen Ebene auferlegen müssen. Um hier Gehör zu finden, werde Ludwigsburg nur für das Schloss, die Venezianische Messe und den Weihnachtsmarkt die Werbetrommel rühren – das dafür dann aber auch „mit Filmen, die eine frische Bildsprache sprechen“.

Das Barock als Markenkern

Gehe es dagegen um die deutschlandweite Ludwigsburgwerbung kämen auch noch die Schlossfestspiele, der Marktplatz sowie das Forum am Schlosspark, etwa mit seinen herausragenden Tanzaufführungen, hinzu. Hier gehe es weiterhin darum, den Bekanntheitsgrad zu steigern. Ludwigsburg und seine Attraktionen seien noch immer zu wenig bekannt in der Republik. „Wir dürfen allerdings den Markenkern nicht verwischen“, sagt Kunz. Zumindest im Hintergrund müsse das Barock als Konstante stets präsent sein.

Mit der Wirtschaft boomt auch der Tourismus

In der Region wiederum könne man mit der gesamten Palette spielen. Hier möchte Kunz weitere Kooperationen eingehen und etwa enger mit der Marketinggemeinschaft 3-B-Land – Bönnig­heim, Besig­heim und Bietig­heim-Bissingen – zusammenarbeiten. Beim Thema landschaftliche und landwirtschaftliche Vorzüge glaube er, dass sich aus dem Neckar und dem Weinbau in Steillagen noch viel Kapital schlagen lasse. Bisher fehlten dazu jedoch noch Angebote zur Wanderung und Einkehr. Auch in Sachen Radtourismus müsse die Stadt noch bessere Angebote machen. Momentan profitiere Ludwigsburg vom boomenden Gewerbe, glaubt Kunz: „Aber wenn die Wirtschaft hustet, bekommt der Tourismus eine Lungenentzündung.“ Die Angebote müssten mit der noch immer steigenden Nachfrage mithalten, aber nicht überzogen sein.

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