Der Schein wird teurer. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Wer künftig sein Auto in der Innenstadt abstellt, soll mehr zahlen. Doch es gibt auch kleine Schmankerl, die vor allem die Parkhäuser betreffen.

An den Parkgebühren zu rühren gilt als heikel. Müssen doch unterschiedlichste Interessen unter einen Hut gebracht werden. Deshalb erscheint es fast wie ein Kunststück, das der Böblinger Stadtverwaltung nun gelungen ist. Sie hat ein Konzept zur „Anpassung der Parkgebühren“ vorgelegt – das trotz einzelner Kritik – bei den Mitgliedern des Technischen Ausschusse durchweg Zustimmung fand und viel Lob bekam. Ein Überblick:

 

Grund für die Anpassung Parken ist für die Stadt beziehungsweise die Stadtwerke, die sich darum kümmern, ein Minusgeschäft. Der Abmangel beläuft sich demnach aktuell auf etwas mehr als eine Million Euro. Kommt die geplante Erhöhung verringert sich das Defizit voraussichtlich auf 510 000 Euro.

Wie sich die Tarife ändern sollen

Betroffene Bereiche Die neuen Tarife betreffen die städtischen Parkhäuser und innenstadtnahe, öffentliche Parkflächen auf der Straße. Der Berliner Platz, der Silberweg und das Flugfeld zählen beispielsweise nicht dazu, ebenso wenig private Parkhäuser.

Tarif auf der Straße Der „Brezeltarif“ steigt von zehn Cent in den ersten 30 Minuten auf 50 Cent. Bislang kostet es danach alle drei Minuten zehn Cent mehr. Mit dem neuen Tarif soll jede weitere angefangene Viertelstunde 50 Cent kosten. Die Ausgaben für eine Stunde parken erhöhen sich also von 1,10 Euro auf 1,50 Euro.

Tarif in den Parkhäusern Die erste Stunde soll künftig kostenfrei sein, bislang galt das nur für die erste halbe Stunde. Die Stadtverwaltung hofft, so den Parksuchverkehr direkt ins Parkhaus zu lenken und die Parkhäuser besser auszulasten. Nach der ersten Stunde soll jede weitere Stunde 1,50 Euro kosten, bislang kostet sie einen Euro. Der Dinnertarif von 18 bis 23 Uhr bleibt bei einem Euro, der Nachttarif steigt von 2,50 Euro auf vier Euro.

Parkdauer Aktuell muss montags bis freitags zwischen 8 und 18 Uhr und samstags zwischen 8 und 14 Uhr ein Parkschein gelöst werden. Das Auto darf maximal zwei Stunden stehen. Künftig soll am Schlossbergring eine Höchstparkdauer von einer Stunde gelten, außerhalb des Schlossbergrings von 90 Minuten. Der kostenpflichtige Zeitraum wird montags bis samstags bis 22 Uhr ausgeweitet. „Wir haben festgestellt, dass kurz vor 18 Uhr die Parkhäuser leer und die Straßen voll werden“, erklärt Azeem Raja vom Amt für Stadtentwicklung den Schritt.

Mehr Anwohnerparkbereiche möglich

Böblingen im Vergleich Im benachbarten Sindelfingen kostet eine Stunde Parken laut Raja 80 Cent, in Stuttgart 5,50 Euro. Mit dem neuen Tarif wäre Böblingen auf einer Stufe mit Städten wie Heilbronn oder Göppingen.

Wie es weitergeht Stimmt der Gemeinderat dem Konzept zu, soll es alle zwei Jahre überprüft und angepasst werden. Die Preise könnten also ab 2027 weiter steigen. Die Stadträte baten zudem dringend darum, das Parkleitsystem in Absprache mit den privaten Anbietern zu überarbeiten.

Neuigkeiten beim Anwohnerparken Aufgrund gesetzlicher Neuerungen ist es laut Raja inzwischen einfacher geworden Anwohnerparkbereiche auszuweisen. So wolle die Stadtverwaltung beispielsweise prüfen, ob an den Übergangszonen von der kostenpflichtigen in die kostenfreie Parkzone Anwohnerparken eingeführt werden könnte.