Das Vereinsheim samt Restaurant der SportKultur Stuttgart bleibt erhalten und soll durch eine neue Halle zu einem Sportzentrum ausgebaut werden. Foto: Kuhn

Der SportKultur Stuttgart fehlen Hallenflächen. Deswegen will der Verein auf seinem Gelände in der Kesselstraße eine moderne Sporthalle mit einer Fläche von mehr als 1000 Quadratmetern errichten.

Wangen - Kinderturnen, Reha-Sport, Jugendsportangebote, Gesundheitskurse, Fußballschule, Angebote für Senioren – zu vielen Kursen, die die SportKultur Stuttgart (SKS) anbietet, gibt es Wartelisten. Zudem besteht großes Interesse an neuen Angeboten wie Boxen, Standardtanz-Kursen oder an attraktiveren Kindergeburtstagen. „Wir wollen die gewinnbringenden Bereiche ausbauen, allerdings ohne die klassischen Abteilungen durch diesen Ausbau zu schwächen oder einzuschränken“, erklärt SKS-Vorsitzender Ulrich Strobel. „Bestandserhaltung sowie Neugewinnung lauten die beiden Herausforderungen“, ergänzt SKS-Vize Gerhard Ziegler. Das Problem für die SKS-Verantwortlichen: Es fehlt an geeigneten Räumlichkeiten.

Begrenzte Kapazitäten

Die SportKultur Stuttgart besitzt die 23 mal 12 Meter große, alte Halle und einen Gymnastikraum in der Kesselstraße sowie die Golfanlage auf dem Steinprügel. Zudem haben die Abteilungen Kapazitäten in den städtischen Hallen in Obertürkheim, Untertürkheim, Hedelfingen, Rohracker und in der Flatow-Halle in Wangen angemietet. Zudem werden einige Kurse in der Alten Schule Rohracker, im Bürgerhaus Hedelfingen und in der katholischen und evangelischen Kirche in Hedelfingen angeboten. „Die Hallenkapazitäten in den Oberen Neckarvororten reichen nicht aus, um allen Sporttreibenden ein gutes Angebot machen zu können. Eine neue, moderne Halle würde unsere Kapazitäts- und Qualitätsprobleme lösen“, so Ziegler.

Denn nicht nur das Kursangebot lockt neue Teilnehmer und Mitglieder in den Verein. Die Rahmenbedingungen müssen stimmen. „Wir stehen im Wettbewerb mit anderen Vereinen und Anbietern. Die Kunden wollen sich wohlfühlen. Dazu gehören auch zeitgemäße Sanitäranlagen, beispielsweise ein moderner, ruhiger Yogaraum und eine entsprechende Entlüftung und Klimaanlage“, sagt Strobel.

Eigene Halle zur Entlastung

Einige Jahre verfolgten die SKS-Verantwortlichen die Idee, die alte Turn- und Versammlungshalle Hedelfingen auszubauen. In Kooperation mit einem Fitness-Unternehmen hätte unweit des Hedelfinger Platzes ein neues Sport- und Fitnesszentrum entstehen können. „2014 haben wir hierzu eine Machbarkeitsstudie vorgelegt. Aber der Markt für ein kombiniertes Fitness- und Sportzentrum ist nun vorüber“, sagt Strobel. Offensichtlich gibt es auch andere Optionen für die städtische Immobilie neben dem Schaudt-Areal.

Deswegen haben die SportKultur-Verantwortlichen umgeplant. „Wir wollen nun in einem ersten Schritt auf eigene Faust eine Sporthalle auf unserem Vereinsgelände in der Kesselstraße errichten“, verrät Strobel. Die Halle soll einerseits die Angebote aufnehmen, die bisher in der Hedelfinger Halle abgehalten werden. Die zusätzlichen Räume würden aber auch die Chance für ein attraktiveres, erweitertes Sportangebot eröffnen. Errichtet werden soll die Halle auf der freien Fläche zwischen dem bestehenden Vereinsheim und der Hedelfinger Straße. Die Fläche wird momentan als Mini-Fußball- und Basketballfeld sowie als Parkplatz genutzt.

Restaurant bleibt bestehen

Insgesamt kommt die Halle nach ersten Planungen auf eine Gesamtfläche von etwa 1028 Quadratmeter. Sie soll eine 200 Quadratmeter große Sportfläche, einen hundert Quadratmeter großen Kursraum für Ballett, Tanz, Yoga und Pilates, einen zweiten 150 Quadratmeter großen Kursraum, eine Bewegungslandschaft für den Kindersport und Ferienangebote bieten. Darüber hinaus soll die Halle Trainingsflächen für Reha und Gesundheitssport sowie Dusch- und Umkleidemöglichkeiten, einen Verwaltungsraum mit öffentlichem Theken-Bereich, Lagerflächen und weitere Logistikräume beinhalten.

„Unser Vereinsheim samt Restaurant bleibt bestehen. Es wird eine Verbindung zur neuen Halle geschaffen. Die Halle muss so konzipiert sein, dass sie in einem möglichen zweiten Schritt mit einem neu gebauten Vereinsheim eine Einheit bildet“, sagt Strobel. Bei der Finanzierung des Projekts ist das Sportamt der Stadt mit im Boot. Ziel sei es, dass der Hallenneubau im kommenden Doppelhaushalt berücksichtigt wird. Deswegen hat die SKS das Projekt als ein Bürgerwunsch in den Bürgerhaushalt eingestellt. „Wir hoffen auf rege Zustimmung zunächst von den Bürgern und dann durch den Gemeinderat. Dann könnten wir vielleicht 2021 mit dem Bau beginnen“, sagt Strobel.

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