Scooter-Frontmann H.P. Baxxter in seinem Hamburger Studio Foto: dpa/Christian Charisius

Er sei schon immer ein Freigeist gewesen, sagt Scooter-Frontmann H.P. Baxxter von sich. Das neue Album seiner Band soll das mal wieder beweisen.

Hamburg - Das neue Scooter-Album trägt den „Gott“ im Titel - doch Frontmann H.P. Baxxter (57) würde sich selbst nicht als religiös bezeichnen. „Ich halte nicht viel von Religion und von Ideologien. Weil das sind immer Dinge, die Menschen etwas aufoktroyieren möchten“, sagte Baxxter der Deutschen Presse-Agentur. Am Freitag ist das 20. Album seiner Band Scooter mit dem Titel „God Save The Rave“ erschienen. Das Cover zeigt Baxxter als Jesus mit seinen Jüngern beim letzten Abendmahl vor pulsierenden Lautsprecherboxen.

„Ich war schon immer ein Freigeist. Ich kann es überhaupt nicht ertragen, wenn man mich irgendwie einengen will“, so der Musiker. Dann mache er grundsätzlich das Gegenteil. In seiner Jugend habe er schon eine christliche Erziehung genossen, sei zum Beispiel zur Konfirmation gegangen. „Das finde ich auch gut: Dass man, bevor man etwas verurteilt, auch etwas von dieser Sache mitbekommen hat.“

Party ohne Ende

„We don’t give a penny. Fuck 2020!“: Mit ihrem Song „FCK 2020“ brachten die Musiker von Scooter im vergangenen Jahr die Stimmung gegenüber dem „worst year ever“ auf den Punkt. „Ich hatte das dringende Bedürfnis, meinem Unmut Luft zu machen“, sagt H.P. Baxxter dazu. Trotzdem behielten die Musiker - dazu gehören noch Michael Simon und Sebastian Schilde - ihren Optimismus. Ein Song auf dem neuen Album heißt denn auch „A Party never ending!“

„Durch die Krisensituation hatten wir sehr viel Zeit und Ruhe. Und ich muss sagen, das hat mich auch über das Jahr gerettet“, sagt H.P. Baxxter, der lässig in weißem Hemd, schwarzer Jeans und goldbesticktem schwarzen Blouson in seinem Studio in Hamburg-Ottensen sitzt. Fast drei Jahre lang haben die Musiker an insgesamt 15 Tracks mit den unverkennbaren Techno-Beats und den Shouts von H.P. Baxxter gefeilt - mal unterlegt mit Kirchen-Chorälen („Futurum Est Nostrum“), mal mit Country-Musik („Wand’rin’ Star“).

Unterstützung erhielten die Musiker von zahlreichen internationalen Künstlern: So ist das österreichische DJ-Duo Harris & Ford beim titelgebenden „God Save The Rave“ dabei, das griechisch-belgische DJ-Duo Dimitri Vegas & Like Mike bei „We love Hardcore“ und der deutsche Rapper Finch Asozial bei „Bassdrum“. Neue Wege beschreiten Scooter mit zwei in den 1990er Jahren beliebten Trance-Stücken.

Seit 1995 erfolgreich

Als Bonus-CD zum Album gibt es das Live-Konzert „I Want You To Stream!“, das Scooter am 27. März 2020 in Hamburg gegeben haben. Erstmals können Fans auch auf sogenannte NFTs (non-fungible token) bieten - digitale, animierte Kunstwerke mit den Motiven des Albums, darunter eben auch H.P. Baxxter als Jesus.

Den Grundstein für ihre weltweite Karriere legtenScooter 1995 mit ihrem Debütalbum „... and the Beat Goes On!“ und dem Hit „Hyper Hyper“. Auf Anhieb schaffte es die Band in die Charts in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mit seinen wasserstoffblonden Haaren und der extravaganten Garderobe wurde H.P. Baxxter zum Aushängeschild der Band - auch, weil die anderen Mitglieder öfter wechselten. Mittlerweile blicken Scooter auf über 30 Millionen verkaufte Tonträger, 23 Top-Ten-Hits und 180 Gold- und Platin-Awards zurück.

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