Lehrer werden mancherorts knapp. Foto: dpa

Rund neue 6000 Lehrer treten nächste Woche in den Schuldienst, so viele wie seit über 40 Jahren nicht mehr. Statt Stellen abzubauen, hat das Land zusätzliche Stellen geschaffen.

Stuttgart - Angesichts der hohen Einstellungsquoten werden im Südwesten die Lehrer knapp. Fast 6000 Lehrer werden zum neuen Schuljahr eingestellt, etwa 5000 ersetzen Pädagogen, die in den Ruhestand gingen oder wegen Elternzeit oder Krankheit nicht zur Verfügung stehen. 913 Stellen wurden zusätzlich geschaffen, um beispielsweise die Inklusion von behinderten Kindern in die Regelschule und die Sprachförderung von Flüchtlingskindern sicherzustellen. Die Realschulen erhalten 241 zusätzliche Lehrer, damit sie Kinder mit unterschiedlichen Leistungsniveaus besser unterstützen können. „Die Unterrichtsversorgung ist gesichert“, sagte Kultusminister Andreas Stoch (SPD) am Donnerstag in Stuttgart

Angesichts der hohen Einstellungsquoten fehlen Lehrer. Nicht alle 200 zusätzlichen Stellen für Sonderpädagogen konnten bisher besetzt werden, weil die Zahl der Bewerber zu gering ist. Ulrike Brittinger, Chefin des Staatlichen Schulamts Stuttgarts, wirbt für eine zweijährige berufsbegleitende Ausbildung von Werkrealschullehrern. Sie können dann an Sonderschulen unterrichten. Die Stellen dort sind eine Stufe besser dotiert. Auch in Mathematik und Naturwissenschaften und bei den Vertretungen gibt es Engpässe. Schwer bei der Lehrer-suche tun sich teilweise auch Schulen im ländlichen Raum. Lehrer aus anderen Bundesländern abzuwerben, lehnte Stoch ab.

In Stuttgart ist die Zahl der Gymnasiasten, die auf die Realschule wechseln, nach jahrelangen Zuwächsen rückläufig, auch gab es für das Gymnasium minimal weniger Anmeldungen (2311) als im Vorjahr (2394). Aber das Gymnasium bleibt die beliebteste Schulform. 58 Prozent der 4121 in die fünfte Klasse wechselnden Stuttgarter Schüler streben dorthin, 25,5 Prozent in eine Real-, nur noch 6,2 Prozent in eine Werkrealschule, 10,3 Prozent in eine Gemeinschaftsschule.

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