Muss saniert werden: Mitteltrakt des Neuen Schlosses in Stuttgart Foto: ST

Hochrangige Gäste empfängt die Landesregierung im Mitteltrakt des Neuen Schlosses in Stuttgart. Von 2020 an wird dieser Bereich saniert. „Stuttgarter Nachrichten“-Autor Nikolai B. Forstbauer beschreibt exklusiv, was das Land vorhat – und warum dies Folgen für das Kunstgebäude am Schlossplatz hat.

Stuttgart - Der Mitteltrakt des Neuen Schlosses in Stuttgart muss dringend saniert werden. Seit längerem können die für Besuche hochrangiger politischer Gäste und Delegationen genutzten Präsentationsräume des Landes Baden-Württemberg nur unter Auflagen genutzt werden.

Murawski prüft verstärkte öffentliche Nutzung

Staats­minister Klaus-Peter Murawski (Grüne) drängt nun auf den Beginn der Arbeiten – und deutet eine verstärkte ­öffentliche Nutzung des Erdgeschosses im Schloss-Mitteltrakt als Ziel an. „Die von Ministerpräsident Winfried Kretschmann praktizierte Politik des Gehörtwerdens und der Gedanke eines Bürgerschlosses“, sagte er unserer Zeitung, „könnte bei der Sanierung Berücksichtigung finden.“

Kunstgebäude wird Ausweichbühne

2020 sollen die Arbeiten beginnen. Sie hätten Folgen auch für das Kunstgebäude am Schlossplatz. Dort sollen die Empfänge des Landes während der Sanierung der Schloss-Prachträume stattfinden. Um dies zu ermöglichen, muss die auch im Kunstgebäude anstehende Sanierung forciert werden. Planungen von Land und Stadt, das Kunstgebäude zu einer zentralen Veranstaltungsbühne unterschiedlicher Kunstformen zu machen, glaubt das ­federführende Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst nicht beeinträchtigt. „Wir sehen die Chance“, sagt Staatssekretärin Petra Olschowski (parteilos), „noch mehr Aufmerksamkeit für das Kunstgebäude zu wecken.“

Erinnerung an Johannes Millas Planungen von 2012

Die geplante Mitteltrakt-Öffnung des Neuen Schlosses – in den Seitenflügeln bleiben das Finanz- und das Wirtschaftsministerium untergebracht – weckt Erinnerungen an das „Bürgerschloss“-Konzept, das der durch seine Weltausstellungs-Pavillons ­bekannte Stuttgarter Kommunikations­gestalter Johannes Milla 2012 exklusiv in unserer Zeitung ­präsentiert hatte.

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