Die Planungen des neuen Rettungszentrums bei der Friedrich-Kammerer-Gemeinschaftsschule werden erst mal nicht mehr weiter verfolgt. Stattdessen konzentriert man sich wieder auf das „Eingemachte Wäldle“. Doch dort gibt es jedoch Arten- und Naturschutzprobleme, die den Bau deutlich verzögern könnten.
Die Diskussionen darüber, wo das geplante Ehninger Rettungszentrum einmal stehen soll, sind erst einmal beendet. Der Gemeinderat hat den Weg für den bereits 2019 beschlossenen Standort „Eingemachtes Wäldle“ am Dienstagabend geebnet und die Aufstellung des Flächennutzungsplans und des Bebauungsplanverfahrens nach langem und teils hitzigem Meinungsaustausch mit zwölf Ja-Stimmen, fünf Nein-Stimmen und einer Enthaltung beschlossen.
Zur Änderung der Flächennutzung muss jetzt allerdings noch der Gemeindeverwaltungsverband Gärtringen/Ehningen zustimmen. Erst dann können beide Pläne und auch die Arten-, Natur- und Umweltschutzgutachten öffentlich ausgelegt werden – was noch interessant werden könnte.
Der Bau am Schulstandort käme deutlich teurer
Das Waldgrundstück „Eingemachtes Wäldle“ befindet sich im Besitz der Gemeinde. Arten- und Naturschutzprobleme, sowie die Bodenbeschaffenheit hatten damals dazu geführt, dass man sich noch nach alternativen Standorten umsah. Im vergangenen Sommer hatte die Verwaltung dann den Standort im Bereich des Schulsportplatzes der Friedrich-Kammerer-Gemeinschaftsschule ins Spiel gebracht. Nach Ansicht der Experten wies dieser vor allem zeitliche sowie ökologische Vorteile auf. Dass der Standort günstiger zu erschließen sei, entpuppte sich allerdings als Wunschvorstellung. Im Gegenteil: rund 1,7 Millionen Euro teurer käme allein der Tiefbau als am Standort „Eingemachtes Wäldle“, wie ein Kostenvergleich vom Ingenieurbüro Wörn zeigte.
Dann also doch das „Eingemachte Wäldle“. Es liegt in einem regionalen Grünstreifen, daher braucht die Gemeinde eine Genehmigung der Region Stuttgart, um dort bauen zu dürfen. Wegen des Arten- und Naturschutzes werden auch Ausgleichsmaßnahmen auf Ehningen zukommen. Denn in dem Gebiet wurden unter anderem die Haselmaus, diverse Fledermäuse und Zauneidechsen gesichtet. Zusätzlich muss die Gemeinde nachweisen, dass es keinen anderen geeigneten Standort gibt.
Die Lage und gute Erreichbarkeit sind ausschlaggebend
Bedenken zum geplanten Bauvorhaben im „Eingemachten Wäldle“ bestehen daher vor allem aufgrund der hohen artenschutzrechtlichen Relevanz und des zeitlichen Rahmens. „Wir gehen davon aus, dass sich das Ganze ziehen kann bis 2028 vielleicht auch bis 2030. Je nach dem, wie die Ausgleichsmaßnahmen Wirkung zeitigen und wann wir das Baurecht kriegen“, sagte der Bürgermeister Lukas Rosengrün. Allerdings sei man aktuell auch nicht mehr so unter Zeitdruck, da am alten Feuerwehrhaus in der Eichendorffstraße Interimsmaßnahmen durchgeführt wurden und werden. Aufgrund der Lage im Ortsgebiet und der verkehrlichen Erschließung erweise sich die Fläche „Eingemachtes Wäldle“ als der geeignetste Standort, ist sich die Verwaltung sicher.