Das neueste Provisoriums-Projekt von Janusch Munkwitz und Max Benzing: Ihre Pizzeria in der Eberhardstraße eröffnet am 1. September. Die Einrichtung vom Vorgänger haben sie übernommen, aber trotzdem ist natürlich alles anders – und viel cooler.
Der Teig ist schon angesetzt, es kann also endlich los gehen: Am 1. September eröffnet Ciao Amore, nach dem Studio Amore im leer stehenden Hotel am Schlossgarten das nächste Provisoriumsprojekt von Janusch Munkwitz und Max Benzing in Stuttgart. Die beiden Gastronomen haben das ehemalige Block House in der Eberhardstraße übernommen und backen dort jetzt Pizza. Eigentlich wollten sie schon früher los legen, aber das Herzstück ihres Lokals im Graf-Eberhard-Bau ließ lange auf sich warten: Den 2,5 Tonnen schweren, größten portablen Steinofen bestellten sie direkt in Neapel. Er steht nun an der Stelle, an der früher das Fleisch gegrillt wurde. Ehemalige Stammgäste werden ihr Steakhaus trotzdem wiedererkennen, denn die alte Einrichtung wurde einfach mit neuen Elementen und Möbeln kombiniert. „Wir haben Stück für Stück unser Traum-Restaurant zusammengebaut“, sagt Max Benzing.
Dunkles Holz und rote Sitzbänke vom Vorgänger
Vom Vorgänger sind dunkle Holzverkleidungen an den Wänden und der Decke, rot gepolsterte Sitzbänke und braune Terrakottafliesen übrig geblieben. Der Architekt Janusch Munkwitz setzte mit weiß gekachelten Tischplatten, Stühlen von Bruno Rey in poppigen Farben und einem Wintergarten im Lido-Stil mit Sonnenschirmen und Plastikmöbeln, die natürlich ebenfalls ein Designklassiker sind, neue Akzente. „Wir fanden das Ambiente schön“, sagt er. Auch aus Gründen der Nachhaltigkeit wollten sie viel erhalten. Abgesehen davon ist ungewiss, wie lange Ciao Amore im Graf-Eberhard-Bau betrieben werden kann. Das Gebäude, das der Stadt und der Landesbank gehört, muss grundlegend saniert werden. „Wir können alles ausbauen und mitnehmen“, erklärt Janusch Munkwitz, mit dem Ofen und Ciao Amore könne es an anderer Stelle weitergehen.
Pizza-Consulting aus Berlin fürs Ciao Amore
Für ihn ist es bald das zehnte gastronomische Unternehmen, von denen er nicht mehr alle, aber viele noch betreibt, mit dem Studio Amore das zweite mit Max Benzing und das erste Restaurant. Einen Berater haben sie sich dafür geholt: Alessandro Piras serviert laut „Berliner Zeitung“ die wohl beste Pizza der Hauptstadt an seinem Stand Mangiare in der Moabiter Markthalle. In Stuttgart soll sie ebenfalls „sensationell“ werden, weshalb nicht nur in den Ofen investiert wurde, sondern auch in eine Teigmaschine mit Wasserosmoseanlage und Internetanschluss für den Wetterbericht, an den die Rezeptur angepasst wird. Die Zutaten dafür kommen entweder aus Italien oder der Region. Und der Pizzabäcker von Alessandro Piras, angeblich ein Star in seiner Branche, bildet die Stuttgarter Kollegen aus.
Täglich geöffnet, gegen später wird das Restaurant zur Bar
Rund 20 Pizzen stehen bei Ciao Amore auf der Speisekarte belegt mit bunten Kirschtomaten, wildem Brokkoli, Mortadella oder Trüffeln, die zwischen 10 und 21 Euro kosten. „Die Leute schätzen Qualität und sind bereit, dafür Geld auszugeben“, ist Janusch Munkwitz überzeugt. Die frittierten Reisbällchen namens Arancini und eine Art von Kartoffelchips gibt es als Vorspeise, Softeis und Tiramisu als Dessert. Am Freitag, 1. September, geht es um 16 Uhr los. Geöffnet ist das Restaurant dann täglich von 12 Uhr an „bis spät“, gegen Ende verwandelt es sich in eine Bar. Neben Pizza wird im Ciao Amore ein umfangreiches Drink-Menü und „eine Riesenweinkarte“ geboten. Die Zielgruppe sind nicht nur junge Leute, sondern auch Familien und ältere Gäste, eigentlich alle, die Hunger auf Pizza in der Innenstadt haben. „Es wird toll“, ist sich Max Benzing sicher, „ein Erlebnis.“