Die Speisekarte des Lions Restaurant kommt mit internationalen Gerichten sehr vielseitig daher. Das weckt Erwartungen, die nur zum Teil erfüllt werden. Wir haben das Restaurant beim TC Doggenburg in Stuttgart getestet.
Plopp – plopp – plopp – „Jaaaa!!! Stark so, weiter geht’s!“ Auf der Terrasse des Vereinsrestaurants des TC Doggenburg im Stuttgarter Norden sitzt man direkt neben den Tennisplätzen und kann mit den sportbegeisterten Mitgliedern mitfiebern. Wer sich für einen Platz im Innenbereich entscheidet, wird mit stilsicherer Einrichtung in Anlehnung an die 60er und 70er-Jahre belohnt.
Die Küche kann was, doch manchem Gericht fehlt Raffinesse
Nachdem sich die Gastrofamilie Cardascia mit ihrem Il Ritorno aus dem Tennis-Lokal zurückgezogen hat, führt Lion Bruno das Haus unter dem Namen Lions Restaurant. Die Karte klingt vielversprechend: Crossover-Gerichte mit asiatischen Einflüssen, Burger, Pasta, Pizza sowie deutsche Gerichte ringen um die Gunst der Bestellung. Außerdem gibt es Menüs (Drei-Gang: 37 Euro, Vier-Gang: 49 Euro) mit Weinbegleitung (48,50 Euro beziehungsweise 66 Euro).
Wir starten mit einem Riesling (0,1 l, 4,90 Euro) und einem Grauburgunder (0,2 l, 7,20 Euro), beide Weißweine kommen aus Obersulm-Affaltrach und können geschmacklich nicht überzeugen. Auch von der Vorspeise mit dem Titel Mango-Salat (12 Euro) hätten wir bei der gehobenen Preisklasse des Restaurants mehr Raffinesse erwartet. Die reife Mango war zwar an ihrem aromatischen Höhepunkt angelangt, doch fehlte der Kreation mit kleinem Salatbouquet ein ernstgemeintes Dressing. Aufwind bekommt die kulinarische Versuchsreihe mit Seared Ahi – feinem, kurz gebratenem Thunfisch im Sesammantel, nebst Gurke und einer leichten Mayonnaise (klein 17,90 Euro, groß 28 Euro). Hier hätte ein säuerlicher oder scharfer Kontrapunkt gut getan – das angekündigte Wasabi ist auf dem Teller nicht bemerkbar. Klarer Matchwinner ist das Surf ’n’ Turf (35 Euro). Das Rinderfilet punktet mit bemerkenswerter Qualität und perfektem Gargrad ebenso wie die gebratenen Black Tiger Garnelen. Die vollmundige Jus setzt der Kreation die Krone auf. Dass statt angekündigtem Spargel nun Brokkoli auf dem Teller liegt, was soll’s. Die superkrossen Pommes (4,50 Euro) machen die Sache wett.
Klassiker wie Pizza und Burger bleiben
Der freundliche Service ist bemüht den Spagat zwischen Tennis – und Restaurantgästen zu meistern. Das gelingt größtenteils, auch wenn die Wartezeiten zwischen den Gängen teils lang sind. Interessant wird es noch einmal mit der Crème Brûlée Tarte (9,70 Euro). Das Dessert – eine Karamellcreme auf Mürbteig – bildet vielleicht die Essenz des Abends: Durchwachsen.
Die Qualität der Küche sei während der Tennissaison nicht gleich hoch, wie im übrigen Jahr, lässt der Gastgeber später wissen. Und: ab September soll es neben Burgern, Pizza und Pasta eine neue saisonale Speisekarte geben.
Lions Restaurant, Feuerbacher Heide 19, Stuttgart, Telefon 07 11 / 550 72 12, Geöffnet: Montag bis Sonntag von 12 bis 23 Uhr, noch geschlossen bis zum 1. September. https://lions-restaurant.com/
Bewertung
Essen 3
Service 3
Atmosphäre 3
Legende: ***** = herausragend, ****= überdurchschnittlich, *** = gut, **= Luft nach oben, * = viel zu verbessern