Restaurantmanager Sadiq Zabih präsentiert einen großen Grillteller. Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

Türkisch, persisch, indisch, pakistanisch: Wer im Mashal isst, entdeckt eine Küche, die vielfältig beeinflusst ist.

Ein Raum für fast 120 Gäste, eine Bühne am Rand, unten ein weiterer Saal für Festgesellschaften – im Mashal, der „Fackel“, gibt es eine Extraportion Platz. Enger zusammenrücken kann man auf den Sofas am Fenster. Angenehm warm ist es trotz eisiger Außentemperaturen. Dass Gastfreundschaft in Afghanistan enorm wichtig ist, spürt man schon bei der Begrüßung: Die Bedienung ist herzlich, flink und charmant. Und der Restaurantmanager Sadiq Zabih, der unter anderem Gastroerfahrung im Block House gesammelt hat, ist ein echter Profi.

 

Vorab werden Fladenbrot sowie rotes und grünes Chutney serviert. Wir schmecken Petersilie, Koriander, Chili – leicht fruchtig und scharf zugleich, ein intensives Geschmackserlebnis. Die afghanische Küche vereint Einflüsse aus vielen Ländern. Kredenzt werden auch Chutneys und Samosas ähnlich wie in Indien. Keinesfalls versäumen sollten Gäste die Vorspeisen, dabei aber behutsam vorgehen, damit die Hauptspeise nicht zur Herausforderung wird, denn die Portionen sind nicht die kleinsten. Der gemischte Vorspeisenteller (6,90 Euro) besteht aus vegetarischen Leckereien, darunter Kartoffeln in Tomatensoße, dazu würziger Spinat, gelbe Erbsensauce und Aubergine in pikanter Soße. Eine gute Wahl, um einen ersten Eindruck von der Küche am Hindukusch zu bekommen. Die krossen Samosas (8,20 Euro) haben eine sehr aromatische Füllung aus Gemüse, Kartoffeln und Kichererbsen.

Die Chutneys sind pikant und aromenreich. Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

Auch Vegetarisches auf der Speisekarte

Man kann sich im Mashal auf die im Orient typischen Grillgerichte durchaus verlassen. Auf Afghanisch heißen sie Kabab und sind mit den türkischen Spezialitäten verwandt. Narenj Palau Ba Kabab Teeka (17,40 Euro) – mariniertes Kalbfleisch, am Spieß gegrillt – ist auf den Punkt zubereitet, sodass es noch schön saftig ist. Dazu gibt es gebackenen Reis mit vielen Streifen der Bitterorangenschale. Vegetarier sind mit der afghanischen Spezialität Aschak (12,90 Euro) – Nudelteigtaschen mit Lauchfüllung, die mit einer Quark-Linsen-Sauce überzogen sind – bestens bedient, können jedoch auch diverse andere Gerichte ausprobieren.

Ein Grundpfeiler afghanischen Kochens sind Schmorgerichte, etwa Mahica Palau (19,90 Euro), Lammhaxe, die mit gebackenem Basmati-Reis mit Rosinen und Karottenstreifen und einer Beilage nach Wahl serviert wird. Das Fleisch, das sich unter dem Reis versteckt, zergeht auf der Zunge, hat aber natürlich einen relativ hohen Fettanteil. Ein sehr traditionelles Gericht heißt Chainaki (18,90 Euro), das in einer Art Teekanne gekocht und serviert wird. Darin finden sich Lammfleisch, Kartoffeln, Kichererbsen und Gemüse. Dazu muss man wissen: Das Lammfleisch, auch in diesem Eintopf nicht mager, hat einen recht intensiven Eigengeschmack.

Mashal, Rosensteinstraße 22, Telefon 01 55 / 62 74 76 61. Geöffnet dienstags bis donnerstags und sonntags 17–22 Uhr, freitags und samstags 17–23 Uhr. www.mashal-restaurant.com

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