Verwirklichte sich einen Traum: Sakomwan Helm-Cybulski in ihrem Lokal. Foto: Gottfried Stoppel

Für Sakomwan Helm-Cybulski war es ein Traum: In ihrem Lokal wird keine Fusionsküche gekocht, sondern wie in ihrer Heimat. Für unsere Testerin Kathrin Haasis gibt es viel zu entdecken.

In einem Korber Industriegebiet werden Träume wahr: Sakomwan Helm-Cybulski konnte sich dort nach langer Suche ihren Traum verwirklichen. „Der Platz ist schön“, findet die 31-Jährige, im Anbau an die Tennishalle hat sie im Mai ihr Restaurant Saw Samsai eröffnet. Als Servicekraft arbeitete sie bisher, der Umgang mit den Gästen gefällt ihr an der Gastronomie, entsprechend freundlich ist der Service. „Ich will die thailändische Küche nach Deutschland bringen“, erklärt sie den anderen Grund. Es gäbe zwar schon viele Lokale von Landsleuten, räumt sie ein, aber meistens werde eine asiatische Fusionsküche geboten und nicht original gekocht wie in ihrer Heimat.

 
Süß und ungewohnt: Pad Thai Foto: David Fitzgerald

Modern-gediegen richtete Sakomwan Helm-Cybulski ihr Lokal ein – mit Tischdecken, Kunstlederstühlen und ein bisschen Schnickschnack. Die Speisekarte wirkt auf den ersten Blick typisch für die Art von Restaurant: viele durchnummerierte, mit Foto abgebildete Gerichte. Klassiker wie Frühlingsrollen, Gebratenes aus dem Wok sowie Fisch als Spezialität des Hauses zählen dazu. Wer kein thailändischen Essen mag, kann sich ein Steak bestellen. Auf den zweiten Blick gibt es in der langen Liste Ungewöhnliches wie Würstchen aus fermentiertem Schweinefleisch (10,80 Euro) zu entdecken. Die Vorspeise ist ein intensiver und passender Einstieg. Leicht säuerlich, sehr aromatisch und stark nach Schweinefleisch schmecken die Würste, aus denen das Fett trieft. Der dazu servierte frische Ingwer setzt einen angenehmen Gegenpol, die getrocknete Chili brennt den Weg frei für den nächsten Bissen. Eine Geschmacksexplosion der anderen Art bietet die Tom Ka Ghai-Suppe (7,80 Euro): In der duftenden Hühnerbrühe aus Kokosmilch und viel Zitronengras finden sich die Ingwerart Galgant, feinste Minipilze, deftige Zwiebeln und zartes Hühnerfleisch.

Zu authentisches Pad Thai im Saw Samsai?

Das Pad Thai (22,80 Euro) strömt Fischsoßen-Aroma aus, die gebratenen, sehr weichen Glasnudeln sind mit rohem Ei und einer süßlichen Tamarind-Soße zubereitet. Auch knackige Sojasprossen, Weißkohlstreifen und gebratene Shrimps mildern den eigenartigen, womöglich zu authentischen Geschmack nicht ab. Das Massaman-Erdnuss-Curry (18,90 Euro) bereitet mehr Vergnügen: Kartoffeln, Karotten und Rindfleischstreifen werden von einer reichhaltigen Soße umschmeichelt, der Turm aus Reis ist schnell als Träger für das Curry verspeist.

Für mehr Reis in süßer Form mit Mango oder Banane zum Nachtisch war danach allerdings kein Platz mehr. Der Sauvignon blanc aus Rheinhessen (6,50 Euro für 0,2 Liter) hält den Gerichten hervorragend Stand, das Singha-Bier (4,20 Euro) löscht wunderbar den Chili-Brand. Auch der Eistee (4,80 Euro), obwohl nur aus Schwarztee zubereitet, verströmt einen exotisch-fruchtigen Duft, weil bei Saw Samsai alles intensiver ist.

Saw Samsai liegt im Korber Industriegebiet. Foto: StZN-Infografik/Yann Lange

Saw Samsai Thai Cuisine & Steakhouse, Boschstraße 9, Korb, 07151/1734969. Geöffnet Dienstag bis Donnerstag 11 bis 14.30 Uhr und 17 bis 22 Uhr, Freitag bis Sonn- und Feiertag 17 bis 23 Uhr. www.sawsamsaithaicuisinesteak.com

Bewertung

Service: 3 Sterne

Atmosphäre: 3 Sterne

Essen: 3 Sterne

Legende: ***** = herausragend, ****= überdurchschnittlich, *** = gut, **= Luft nach oben, * = viel zu verbessern.