Haben die Platzreife für den Golfplatz Schönbuch: Geschäftsführer Patrick Gärtner (links) und Koch Mathias Rakus Foto: Simon Granville

Seit Anfang März betreibt die Schräglage das Restaurant des Golfclubs Schönbuch in traumhafter Lage. Das Angebot ist gut und vielfältig, bei den ausgefalleneren Gerichten und im Service aber kann sich das Team noch besser einspielen, findet unser Gastrokritiker.

Hip-Hop und Golfen unter eine Kappe zu bringen, mag schräg klingen, aber das Unternehmen Schräglage betreibt ja viel mehr als den gleichnamigen Club in der Stuttgarter City, zum Beispiel auch das VfB-Clubrestaurant und das Joyce in der Spielbank. Und da der Chef Heiko Grelle im Golfclub Schönbuch den Schläger schwingt und es mit den Vorgängern im dortigen Restaurant nicht so recht klappte, ist seit Anfang März die Schräglage am Ball. Mit Patrick Gärtner, der sich zuvor im VfB-Clubrestaurant bewiesen hat, als Geschäftsführer der gegründeten Tochter-GmbH Schräglage Golf, und Mathias Rakus, der schon im Bellevue und im Vhy! tätig war, als Küchenchef.

 

Die Räumlichkeiten der Golfer haben mit 120 Plätzen die Ausmaße einer Kantine, wurden aber mit hellen Grautönen und bequemem Inventar so neugestaltet, dass man auch im Trubel schön sitzen kann. Die Herausforderung, in der Location täglich von 11 bis 22 Uhr ein vielfältiges Angebot umzusetzen, ist sportlich, aber gut gelöst. Wir gehen mal davon aus, dass große Salate (ab 15,90 Euro), Wiener Schnitzel (ab 23,90 Euro) und Rostbraten (32,90 Euro) beherrscht werden und bestellen ausgefallenere Gerichte. Die Scheiben von der gebratenen Schwarzwurst (9,90 Euro) liegen angeschmolzen in einer kräftigen Soße und werden begleitet von einem kleinen Kartoffel-Röstzwiebel-Püree, gepickelten Radieschen und Blumenkohl sowie einem Ackersalatnest. Gut gefällt uns auch der karamellisierte Ziegenfrischkäse (13,90 Euro) mit Roter Bete, Apfelwürfeln, knusprigem Kataifi-Teig und Kürbiskernöl.

Dem vegetarischen Hauptgericht fehlt der Crunch

Schwerer tun wir uns dagegen mit dem vegetarischen Hauptgericht, denn bei der Süßkartoffel (17,90 Euro) mit Champignons on top und Spinat drumherum fehlt uns trotz einer Kräutersoße der Kick und auch der Crunch. Zur gegrillten Buttermakrele (24,90 Euro) wird statt einer erwartbaren Beurre blanc eine dunkle Traubenmost-Jus gereicht, die dem Gericht mehr Kante gibt. Feine Süße liefern Frühlingszwiebeln und Erbsenpüree, allerdings verliert man durch viele angebratene Topinamburhälften ähnlich wie bei der mehligen Süßkartoffel ein bisschen den Spaß am Essen. Ein gefälliger Abschluss sind die schlanken Brandteigkrapfen (8,90 Euro) mit veganer Vanillecreme und Kirschkompott.

Die Getränkeauswahl ist gut, der Service wirkte an unserem Abend arg desorientiert und unaufmerksam. Jedenfalls erfreuen bei den offenen Weinen (7,50 bis 8,50 Euro für 0,2 l) neben ein  paar  internationalen  die Local Heroes Karl Haidle und Herzog von Württemberg. Was auch eine gute Wahl sein kann: Bier aus der Schönbuch Braumanufaktur zum Wurstsalat (13,90 Euro) auf der Terrasse, denn der Blick auf das Green und die Obstbäume ist für Nichtgolfer ebenso einen Besuch wert.

Service

Restaurant am Golfplatz, Schaichhof, Holzgerlingen, 071 57/ 679 66, täglich 11 bis 22  Uhr, www.gc-schoenbuch.de

Bewertung

Essen: 3 Sterne

Service: 2 Sterne

Atmosphäre: 4 Sterne

Legende: ***** = herausragend, ****= überdurchschnittlich, *** = gut, **= Luft nach oben, * = viel zu verbessern