Ein bisschen New York in Herrenberg: Die Rudolf Bar bringt großstädtisches Loft-Feeling in die Fachwerkstadt am Schönbuch. Zum sehr coolen Ambiente passen Smashburger und Cocktails hervorragend, fürs Fleisch hat das Küchenteam ein Händchen.
Michael Grüninger wollte etwas für die Allgemeinheit bauen, und die Rudolf Bar ist das Ergebnis. Einen Kubus aus Beton, Holz und Glas hat der Architekt am Herrenberger Stadteingang platziert. An ein historisches Wächtertor soll das Gebäude erinnern, das wie aus einer Metropole an den Schönbuchrand verpflanzt wirkt. „Es war der Traum von meinem Vater, einen coolen Ort zu schaffen, wo man sich treffen kann und das Leben spielt“, sagt Tim Grüninger, der das Lokal leitet. Er ist ebenfalls Architekt, hat für seine neue Aufgabe jedoch die Berliner Bartender School besucht. Benannt ist der Familienbetrieb nach dem Groß- beziehungsweise dem Urgroßvater der beiden, der eine Schreinerei betrieb.
„Warum nicht?“, fragt Tim Grüninger rein rhetorisch: Warum nicht „international style“ nach Herrenberg bringen? Die entsprechend coole Inneneinrichtung ist auch von seinem Vater entworfen. Viel Holz, Pflanzen und große Fenster schaffen trotzdem eine warme Atmosphäre. An US-amerikanischen Bars orientierten sich die Grüningers auch beim gastronomischen Konzept. Das gilt für den Service, der oft fragt, ob alles recht ist. Oder für die Happy Hour, zu der Mixgetränke drei Euro günstiger sind. Mehr als 40 Cocktails und Longdrinks stehen auf der Karte. Alkoholfrei geht es mit einem Vibrante Tonic (6,70 Euro) los, dessen nullprozentiger Martini dem Original recht nahe kommt. Zu Rudolfs Lieblingsdrinks zählen „Make my Day“ (10,50 Euro), bei dem Mangosirup Cognac zu einer fruchtigen Angelegenheit macht, die mit Basilikum aufgepeppt wird. Sehr zu empfehlen ist der Signature Cocktail: Im Verdino ergeben Gin, Limette, Gurke, Basilikum und Holundersirup ein vielschichtiges, erfrischendes Geschmackserlebnis.
Als Begleitung dazu setzen die Grüningers Ami-like auf Fleisch. Der Smash Burger (14 Euro) gelingt der Küche sehr gut, das Patty hat schöne Röstaromen, als einziger ausgefallener Belag steuert die Chili Mayo eine nette Schärfe bei. Pommes gibt es für 4,40 Euro dazu. Gelungen ist außerdem „Ein Tag in Laos“: Die Mischung aus medium gegrillten, deftigen Rinderstreifen mit Mangochutney, Zuckerschoten, Edamame, Pak Choi, Teriyaki-Sauce und Limettensaft ist würzig, knackig und fruchtig gleichzeitig. Wer sich’s gut gehen lassen will, leistet sich das Rinderfilet für 39 Euro. Für Vegetarier steht etwa der Brotsalat aus der Toskana (14 Euro) zur Auswahl, mit einem dominanten Berg Rucola, den die von Pesto gekrönte Burrata etwas zähmt. Die mit Feige und Schafskäse gefüllten Ravioli (18 Euro) ausgerechnet mit einer Gorgonzolasoße zu kombinieren ist (zu viel) Käse! Die sahnige Crème brûlée (8,50 Euro) mit Himbeer-Crunch und -Sorbet ist kein aufregender, dafür ein gut gemachter, klassischer Abschluss.
Rudolf Bar, Seestraße 42, Herrenberg, 01 76 / 57 80 43 84. Geöffnet dienstags bis donnerstags 17 bis 0 Uhr, freitags und samstags bis 2 Uhr. www.rudolfbar.de Bewertung Essen 3 Service 5 Atmosphäre 5Legende: ***** = herausragend, ****= überdurchschnittlich, *** = gut, **= Luft nach oben, * = viel zu verbessern