Seit 32 Jahren in der Gastronomie: Stavros Skopakis im Saalbau Foto: Kathrin Haasis

„Lieber bürgerliche Preise und dafür mehr Gäste“, lautet die Kalkulation von Stavros Skopaki für sein Gasthaus Saalbau in Neuhausen. Er punktet auch mit warmherzigem Service.

„Hier werde ich Stammgast“, ruft die Tischnachbarin, während sie genüsslich einen Nachtisch schlotzt. Es könnte der Schwarzwaldbecher für 8,50 Euro gewesen sein. Da steckt nämlich alles drin, was die Oma dem Opa noch ohne schlechtes Gewissen auftischte: Vanille- und Schokoeis, Schattenmorellen, Sahne und Kirschwasser. Im Saalbau in Neuhausen auf den Fildern scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Dabei ist das fast 200 Jahre alte Gasthaus mit angeschlossenem Festsaal zuletzt 2024 umfassend renoviert worden. Aber mit Stavros Skopakis hat im November ein Wirt übernommen, der aus jahrzehntelanger Erfahrung weiß, was seine Gäste wollen: üppige Hausmannskost zu erschwinglichen Preisen und einen warmherzigen Service, der ständig nach dem Rechten schaut.

 

Ein Schwabe in der Küche

„In der Küche steht ein Schwabe“, sagt der Wirt über seinen Koch Florian Speda. Den „Salat vom Griechen“ (12,90 Euro) mit reichlich Feta verkneift sich Stavros Skopakis aber nicht. Seiner Heimat huldigt er noch mit Meeresfrüchten in Tomatensugo und Rosmarin-Kartoffeln (23,90 Euro), ansonsten bleibt der Wirt dem Motto „Schwäbisch gut“ treu. Gaisburger Marsch (14,90 Euro), Maultaschen mit Kartoffelsalat (12,90 Euro), Sauerbraten (19,90 Euro) oder Rinderroulade (23,90 Euro) stehen auf der Speisekarte. Auch Toast Hawaii gibt es (9,90 Euro), der trotz ausländischen Namens vom Opa geliebt wurde. Der Rostbraten mit Bratkartoffeln kostet 19,90 Euro, das Wiener Kalbsschnitzel 21,90 Euro. „Lieber mehr Gäste“, erklärt er seine Kalkulation.

Neun Monate war das Restaurant 2024 geschlossen, so lange es renoviert wurde. Stavros Skopakis hat es im November übernommen. Er führt auch das Schützenhaus und ist seit mehr als 30 Jahren Gastronom. Foto: Ines Rudel

Zu schwäbischen Tapas werden im Saalbau saure Nierle, Linsen, Kutteln, Bratkartoffeln und Spätzle (16,90 Euro) kombiniert. Klein sind die Portionen nicht, zu den typisch verkochten Linsen wird Extraessig gereicht, die Spätzle sind selbst gepresst, die Kutteln, klassisch in Rotwein und Tomatenmark säuerlich gekocht, haben gut Biss, die Nierle sind durchgebraten und deftig. Großen Hunger braucht es für den Saalbau Spezial-Teller (29 Euro), so voll beladen, wie er ist, mit well done Filets von Rind, Schwein und Pute, mit sehr schmackhaften Maultaschen und Spätzle. Die sehr weichen Karotten, Blumenkohl und Brokkoli schmecken dann zu sehr nach alten Zeiten und Tiefkühltruhe. Das naturtrübe Clauß Kellerbier (0,33 Liter für 3,50 Euro) oder die weiße Cuvée von den Fellbacher Weingärtnern (0,2 Liter für 5,90 Euro) sind passende Getränke dazu.

Für die Schwoba Naschplatte (8,90 Euro) mit Ofaschlupfer und gefülltem Pfannkuchen sowie Apfelküchle reicht der Platz im Magen am Schluss nicht mehr, die Apfelküchle allein (6,90 Euro) müssen es zu Omas Ehren aber noch sein: Sie sind wunderbar knusprig und fruchtig.

Der Saalbau, Kirchstraße 4, Neuhausen auf den Fildern, 071 58 / 986 18 08. Geöffnet Montag, Donnerstag, Freitag und Samstag von 11 bis 14 und 17 bis 23 Uhr, mittwochs 17 bis 23 Uhr und sonntags 11 bis 23 Uhr. www.dersaalbau.de

Bewertung

Essen: 3 Sterne

Service: 5 Sterne

Atmosphäre: 4 Sterne

Legende: ***** = herausragend, ****= überdurchschnittlich, *** = gut, **= Luft nach oben, * = viel zu verbessern