Die Ludwigsburger Tafel will künftig noch mehr Bedürftige erreichen, sagt Geschäftsführer Hergen Blase. Foto: Simon Granville

14 Stationen soll das neue Mobil der LudwigsTafel in Ludwigsburg und vor allem im Umland ansteuern. Dafür ist das Team aber auf zusätzliche Unterstützung angewiesen.

Über mangelnden Zulauf können sich die Tafeln in der Region wahrlich nicht beschweren. Aber erreichen sie alle Bedürftigen? Das ist für Hergen Blase, den Geschäftsführer der LudwigsTafel, und sein Team kaum vorstellbar. Um in Ludwigsburg und Umgebung mehr Menschen mit geringem Einkommen mit vergünstigten Lebensmitteln zu versorgen, ist momentan ein besonderes Projekt in Arbeit.

 

Derzeit hat die LudwigsTafel vier Ausgabestellen: in der Pfarrstraße in der Ludwigsburger Kernstadt, in Grünbühl, in Eglosheim und in Kornwestheim. Doch das reicht nach Ansicht von Blase nicht aus. „Besonders für ältere Menschen, die wegen ihrer Einschränkungen den Nahverkehr nicht nutzen, und für Alleinerziehende, die unter Zeitdruck stehen, ist die Anreise zu mühsam und zu zeitintensiv“, sagt er. Zum Teil gibt es in den Tafelladen Wartezeiten von drei bis vier Stunden. Das sei für viele nicht machbar, erläutert der Geschäftsführer.

„Filiale auf vier Räder“ rollt ab Oktober

Daher kam dem Team der LudwigsTafel die Idee, eine „Filiale auf vier Rädern“ zu organisieren. Ab Oktober soll das neue Tafelmobil mehrere Stationen außerhalb der Ludwigsburger Innenstadt ansteuern. Von Montag bis Freitag wird der fahrende Tafelladen 14 Haltestellen bedienen.

„Gerade befindet sich der 7,5-Tonner im Bau“, erklärt Hergen Blase. Geplant ist, dass das Mobil erstmals am 13. Oktober seinen Betrieb aufnehmen soll. Bis dahin gibt es allerdings noch einiges vorzubereiten.

Nicht nur im Laden, sondern auch hinter den Kulissen sind viele Ehrenamtliche für die Tafel im Einsatz. Foto: Simon Granville

Die Finanzierung des Gefährts ist mittlerweile geklärt. Die Anschaffung und der Umbau des Fahrzeugs sind bereits bezahlt. Um das Projekt umzusetzen, ist die LudwigsTafel aber auf stärkere Unterstützung angewiesen. Zum einen fehlen zusätzliche Ehrenamtliche. Vier bis fünf weitere Personen werden an jeder der Haltestellen benötigt. Sie sollen Anträge entgegennehmen, Ausweise kontrollieren, die Lebensmittel ausgeben und kassieren. Die schon vorhandene Mannschaft an Ehrenamtlichen, immerhin 150 Menschen, sei nicht in der Lage, diese zusätzliche Arbeit zu schultern, sagt der Geschäftsführer.

An manchen Waren mangelt es

Zum anderen besteht die Herausforderung darin, weitere Lebensmittel für das Mobil zu beschaffen. Schon jetzt sammelt die LudwigsTafel pro Woche rund zehn Tonnen an Nahrung bei rund 40 Supermärkten und Bäckereien ein. Die Waren werden von den Helfern transportiert, gesichtet, sortiert, portioniert und verteilt. Jedoch handelt es sich vorwiegend um schneller verderbliche Produkte wie Obst, Gemüse, Backwaren und Molkereiprodukte. Haltbare Lebensmittel müssen durch private Spenden beschafft werden. Auch Drogerieprodukte sind meist Mangelware bei der Tafel.

Wie groß der Bedarf ist, den die fahrende Filiale künftig abdecken wird, ist nach Ansicht von Hergen Blase jetzt noch schwer zu beziffern. Im Landkreis Heilbronn, wo es ein solches Mobil bereits gibt, nutzen an den Haltestellen jeweils 30 bis 40 Kunden das Angebot, sagt er. Je nach der tatsächlichen Nachfrage werde die Tafel später Anpassungen vornehmen.

Fahrplan
Montags fährt das Mobil die Ludwigsburger Oststadt (11.30 Uhr, Eingang Ludwig-Jahn-Stadion), Grünbühl (12.30 Uhr, Quartiersplatz am Mehrgenerationenhaus) und Remseck (14 Uhr, Parkplatz Haus der Bürger) an. Dienstags hält es in Schwieberdingen (11.45 Uhr, Parkplatz am Bouleplatz), in Markgröningen (13.15 Uhr, Kirchplatz Bartholomäuskirche) und in Unterriexingen (14.30 Uhr, Kelterplatz). Mittwochs sind die Stationen in Möglingen (11.45 Uhr, hinter dem Bahnhof), Asperg (13.15 Uhr, Parkplatz Bushaltestelle Volksbank) und Tamm (14.45 Uhr, Parkplatz Sporthalle Egelsee), donnerstags in der Ludwigsburger Innenstadt (14 Uhr, Parkplatz Karlsplatz an B 27) und in Neckarweihingen (15 Uhr, Parkplatz Gemeindehalle). Die drei Haltestellen am Freitag sind in Geisingen (12.15 Uhr, Parkplatz Lugaufsporthalle), Beihingen (13.15 Uhr, Bahnhofstraße P&R-Parkplatz) und Pleidelsheim (14.30 Uhr, Parkplatz am Kinderhaus Regenbogen).

Spenden
Für das Tafelmobil werden ehrenamtliche Helfer, Lebensmittel- und Geldspenden benötigt. Interessierte können sich per E-Mail an info@ludwigstafel.de oder telefonisch unter 07141/92 64 73 melden. Die Bankverbindung und weiterführende Infos sind zudem unter https://tafel-ludwigsburg.de/ zu finden.