Schlafberatung, Klamotten, Fotografien, Eltern-Kind-Kurse – als Familie ändern sich die Bedürfnisse. Gut, wenn es vor Ort ein entsprechendes Netzwerk gibt. Weil ihnen ein solches im Kreis gefehlt hat, gründen berufstätige Mütter „Mama Rems-Murr-Kreis“.
Die Idee wurde quasi aus der Not heraus geboren: Nadja Ammann, Baby- und Familienfotografin, zog nach Spiegelberg und merkte dort als Schwangere beziehungsweise junge Mutter recht schnell, wie kompliziert es ist, Angebote für Mütter und Familien zu finden. „Sie erzählte, dass es extrem schwierig war, eine Übersicht zu finden, über alles, was es vor Ort gibt“, sagt Rebecca Faust, die in ihrem Laden „EmmyRoo Handmade“ selbst gefertigte und gebrauchte Kinderkleidung sowie Trageberatung und Barfußschuhe anbietet und mittlerweile viel mit Nadja Ammann zu tun hat.
Statt den Kopf in den Sand zu stecken, wird Nadja Ammann aktiv
Denn statt den Kopf in den Sand zu stecken oder sich ins entfernte Stuttgart zu orientieren, schrieb Nadja Ammann verschiedene Dienstleister im Kreis an – darunter auch Rebecca Faust – und schlug vor, ein gemeinsames Netzwerk zu gründen. „Sie fragte, ob wir anderen Lust hätten. Das war im Spätsommer 2023. Und Anfang diesen Jahres war dann schon die Gründung“, sagt Rebecca Faust.
Das war die Geburtsstunde von „Mama Rems-Murr-Kreis – Dein Netzwerk von Mamas für Mamas“. Beteiligt sind Lena Runft, Simone Steinforth, Yvonne Riff, Maria Depner, Nadja Ammann, Franzisca Hesse, Anja König, Melanie Burghardt, Conny Dantonello, Mara Zucker, Nicole Seibt – alles Mütter und Dienstleister, die unter anderem Kinderkleidung, Geburts- oder Schlafberatung, Fotografien und noch vieles mehr anbieten. „Es hat von Anfang an super geklappt zwischen uns allen. Das war die Grundvoraussetzung und dass man selbst auch Kinder hat und aus dem Kreis ist“, erklärt Rebecca Faust, die sich freut über den erfolgreichen Start des Netzwerkes. Auch wenn es eigentlich nicht über Winnenden hinausgehe solle, gebe es mittlerweile schon eine Warteliste über den ganzen Kreis.
Es gibt jede Menge zu tun für die berufstätigen, engagierten Mütter.
Heißt aber auch, es gibt jede Menge zu tun für die berufstätigen, engagierten Mütter. Alle ein bis zwei Monate finden Treffen statt und die Agenda ist lang. „Wir haben viele Ideen und auch schon jede Menge geschafft. Unseren Social Media-Auftritt, Infostände auf einem Basar und gerade planen wir einen Adventskalender, den es auf Instagram inklusive kleinem Geschenk von jedem Dienstleister geben wird. Es lohnt sich also, uns da zu folgen und unsere Dienstleistungen und Produkte zu nutzen und kaufen“, sagt Rebecca Faust.
Sie selbst kam ebenfalls durch eigene Bedürfnisse zu ihrem kleinen Laden. Rebecca Faust und ihr Mann fingen als frischgebackene Eltern an, sich mit Tragehilfen und Tragetüchern zu beschäftigen. „Mein erstes Kind war ein Schreikind und konnte nicht abgelegt werden.“ Rebecca Faust meldete sich deshalb zur Trageberatung an, fing Feuer und ließ sich später selbst zur Trageberaterin ausbilden. 2016 hat sie dann ein Gewerbe angemeldet und die Liebe zum Nähen mit der Liebe zum Tragen verbunden – im eigenen Online-Shop „EmmyRoo Handmade“.
Anfangs fertigte sie Bekleidung und Accessoires aus Tragetüchern an. Doch da ihr Nachhaltigkeit und die Verarbeitung von Naturmaterialien am Herzen liegen, nahm sie auch Produkte aus Wolle, Wolle-Seide und Biostoffen mit ins Sortiment. Windelfreibekleidung, Stillmode und Hygieneartikel für Mamas kamen hinzu. Recht schnell fand sie ihre Nische und eröffnete Anfang 2020 ihren eigenen Laden im Erdgeschoss des Wohnhauses in Althütte.
Und nun ist die tüchtige Geschäftsfrau und dreifache Mutter dazu noch ein Teil des neuen Mama-Verbunds im Rems-Murr-Kreis. „Die Idee war es, ein Netzwerk zu gründen, das sich um die Familie dreht und mit dem man sich gegenseitig unterstützen kann, damit Schwangere und Mamas alles was es gibt in der Region, auf einen Blick haben“, erklärt Rebecca Faust, die genau weiß, was es alles zu organisieren und zu besorgen gilt, als Mutter – noch dazu als berufstätige. Deshalb gehe es um Dienstleistungen vom Kinderwunsch bis zur Familie – alles organisiert von Müttern mit eigenem Business. „Dabei gilt, das Ganze ist ein Geben und Nehmen. Wir legen gegenseitig Flyer voneinander aus und unterstützen uns so“, sagt Rebecca Faust und beschreibt gleich noch das Logo: eine Art Blumenkranz beschriftet mit „Mama Rems-Murr-Kreis“, um den herum die Namen der Dienstleisterinnen und ihr Serviceangebot aufgelistet sind. „Am Anfang standen quasi nur das Logo und der Flyer. Mittlerweile haben wir schon viel auf die Beine gestellt.“ Unter anderem den besagten Adventszeit, der für Interessierte einen weihnachtlichen Anreiz bieten soll.
Tanzen als Auszeit aus dem stressigen Alltag mit Doppelbelastung
Weil gerade Frauen mit Doppelbelastung auch mal eine Pause vom Stress brauchen, planen die Mitglieder des Netzwerkes aktuell, die Veranstaltung „Mama geht tanzen“ nach Backnang zu holen und haben sich mit den Veranstaltern des Konzepts vernetzt. „Wenn man bedenkt, dass unser erster Auftritt nur mehrere Infostände auf einem Basar waren, planen wir jetzt echt immer größere Sachen“, sagt Rebecca Faust und verrät, dass noch Vieles in den Startlöchern stehe.