Gregorio Fellachidis und Lena Zimmerer lieben es, Gäste zu bewirten. Foto: /Stefanie Schlecht

Lena Zimmerer und Gregorio Fellachidis stecken viel Liebe in ihr neues Lokal Pasti in Holzgerlingen. Auf die Karte kommt, was die Gäste sich wünschen. Die beiden sind ein echtes Powerpaar.

Innerhalb einer Stunde stecken drei Leute ihre Köpfe durch die Tür, obwohl das Pasti an diesem Morgen eigentlich geschlossen hat. Ob sie sich mal umsehen dürfen, ob eine Geburtstagsfeier ausgerichtet werden könnte und ob ein Mittagessen angeboten wird, möchten sie wissen. Lena Zimmerer gibt gerne Auskunft und freut sich, dass das Pasti wenige Tage nach der Eröffnung schon von vielen Holzgerlinger Bürgerinnen und Bürgern wahrgenommen wird.

 

Frühstücken können Gäste bis nachmittags

Denn genau das wollen sie und ihr Mann Gregorio Fellachidis: Nah dran sein an ihren Gästen. Schon beim Einrichten ihres neuen Lokals, das in dem sanierten Fachwerkhaus an der Hinteren Straße 2 untergekommen ist, und auch bei der Eröffnungsfeier am ersten Februarwochenende sind die beiden mit vielen Leuten ins Gespräch gekommen. „Wir haben 100 Prozent Liebe entgegengebracht bekommen“, schwärmt die Gastronomin. „Wir haben gefragt: Was fehlt denn?“ So hätten sie erfahren, dass viele gerne mittags eine Kleinigkeit essen würden, auch zum Mitnehmen, dass Besucher des Wochenmarkts freitagnachmittags nach dem Einkauf einen Kaffee trinken möchten, dass gerne ausgiebig gefrühstückt wird und abends Cocktails und Rotwein gefragt sind. „So ist unsere Karte entstanden, weil wir auf die Holzgerlinger gehört haben“, sagt Lena Zimmerer und lacht beim Erklären der Speisekarte, die genauso bunt ist wie die Gäste.

Lena Zimmerer liebt es, zu dekorieren. Foto: sts/Stefanie Schlecht

Während die junge Mutter das Herz im Service ist, ist ihr Mann das Zentrum in der Küche. Der italienisch-griechische Schwabe ist gelernter Koch und hat jahrelang die italienische Pastaria Dolce Vita in Herrenberg betrieben. Um mehr Zeit für die Familie zu haben – das Paar hat zwei kleine Kinder im Alter von ein und zweieinhalb Jahren –, gab er das Lokal auf und baute vergangenen Sommer zusammen mit seiner Frau das Marktcafé in der Herrenberger Altstadt auf. Dort dreht sich alles um Eis und Cocktails, es fehlt aber Platz für eine Gastro-Küche. „Gregorio ist leidenschaftlicher Koch, für ihn geht es nicht ohne“, sagt Lena Zimmerer. Als ihr Vermieter in Herrenberg ihnen die Räume in Holzgerlingen anbot, sei das genau die richtige Sache gewesen, um den Koch wieder mehr an seinen geliebten Herd zu bekommen.

Und so hat das Paar innerhalb kürzester Zeit zwei Gastronomiebetriebe aus dem Boden gestampft. „Wir haben vier Babys in drei Jahren bekommen“, sagt Lena Zimmerer und lacht. Eine stressige Zeit? Sie schüttelt den Kopf. „Wir lieben, was wir tun. Am kräftezehrendsten war die Zeit ohne Gastro.“ Trotzdem ist beiden wichtig, dass auch viel Zeit für ihre Kinder bleibt, weshalb sie an einigen Tagen über Mittag schließen; außerdem gibt es Großeltern, die unterstützen. Familie und Gastronomie unter einen Hut zu bekommen – die beiden wollen zeigen, dass das geht.

Tiramisu darf im Pasti nicht fehlen

Die Speisekarte bezeichnet Lena Zimmerer als „europäisch und saulecker“. Unter der Rubrik „Kleines Feines“ gibt es unter anderem Bowls, Antipasti, Bruschetta klassisch oder „pasti signature“ mit Camembert, Rucola, Preiselbeeren, Honigsenf und Walnüssen. Gregorio Fellachidis bereitet alles selbst zu, auch das Basilikumpesto, die Dressings oder den veganen Kidneybohnen-Aufstrich. An den Wochenenden gibt es außerdem Omelette und Kaiserschmarrn. Auch Kuchen wollen sie anbieten – wenn Zeit bleibt, möchte Fellachidis sie selbst backen. Eine Sache wird es fest im Programm geben, auf die Stammgäste aus Pastaria-Zeiten sich sicherlich freuen werden – und Lena Zimmerer auch: „Ich liebe es, dass Gregorio wieder sein hausgemachtes Tiramisu machen wird“, sagt sie und verspricht, mit den Gästen zu teilen.