Sebastian Koch, ausgezeichnet als bester Europäischer Schauspieler, liest in Waiblingen Tolstois bekannte Novelle „Kreutzersonate“. Zu hören ist dann auch Beethovens Violinsonate für den Geiger Rodolphe Kreutzer. Foto: dpa/Arne Dedert

Die Pianistin Khatia Buniatishvili spielt ganz vorne mit in der Weltklasse – und kommt demnächst nach Waiblingen ins Bürgerzentrum. Das Veranstaltungsprogramm dort hat viele Höhepunkte zu bieten, zum Beispiel Lesungen mit Sebastian Koch und Christian Brückner.

Waiblingen - Beharrlichkeit zahlt sich aus: rund vier Jahre lang hat Jennifer Lindenberger vom Waiblinger Kulturamt nicht locker gelassen – die Belohnung dafür steht nun am 10. November auf dem Spielplan des Bürgerzentrums. Sie heißt Khatia Buniatishvili, ist 32 Jahre alt und hat für ihr Klavierspiel bereits etliche Preise eingeheimst, unter anderem ist sie zweifache Echo-Klassik-Preisträgerin. „Das ist Weltklasse in Waiblingen“, schwärmt der Kulturamtsleiter Thomas Vuk – und unter dem Motto wirbt die Stadt nun auch in mehreren S-Bahn-Linien in der Region für ihr Programm.

Das hat weitere musikalische Höhepunkte zu bieten, beispielsweise ein Jazzkonzert mit Cécile McLorin Salvant, die schon mehrere Grammys erhalten hat, in Deutschland aber noch als Geheimtipp gilt. Nachwuchstalenten eine Bühne zu bieten und sie an das Haus, sprich: Bürgerzentrum, zu binden, das hat sich nach Ansicht von Thomas Vuk bewährt. Manch einer oder eine kommt später, wenn er oder sie ein Star ist, gerne wieder. Vielleicht auch Aylen Pritchin, der Preisträger des diesjährigen Tschaikowski Wettbewerbs ist und am Nikolaustag mit dem Moscow Chamber Orchestra auftritt.

Robert Redfords deutsche Stimme liest „Moby Dick“

Musik plus Text gibt es am 24. April beim Auftritt der Schlagwerker von Elbtonal Percussion zusammen mit dem Hörbuch- und Synchronsprecher Christian Brückner zu hören. Letzterer hat Stars wie Robert de Niro, Robert Redford und Harvey Keitel ihre deutsche Stimme verliehen und liest in Waiblingen aus Herman Melvilles Roman „Moby Dick“. Musikalisch reiche die Bandbreite von Bach bis Radiohead, sagt Jennifer Lindenberger.

Eine besondere Lesung erwartet Zuschauer in der Reihe „Literatur Plus“: Am 31. Januar steht Robert Louis Stevensons Geschichte „Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ auf dem Programm. Die gruselige Novelle des schottischen Autors wird von professionellen Hörspielsprechern gelesen, während auf mehreren Leinwänden ein Scherenschnittfilm in Schwarz-Weiß läuft. Ein sehr packendes Erlebnis, sagt Jennifer Lindenberger.

Die Kreutzersonate mit Sebastian Koch

Im gleichen Monat, am 17. Januar, ist in der Literaturreihe der Schauspieler Sebastian Koch zu Gast. Er liest Leo Tolstois Novelle „Die Kreutzersonate“ und wird begleitet von dem Violinisten Erik Schumann und Anna Buchberger am Klavier. Zu hören ist die Violinsonate, welche Beethoven dem französischen Geigenvirtuosen Rodolphe Kreutzer widmete.

Bewusst legen die Programmmacher in der neuen Spielzeit wieder einen Schwerpunkt auf klassisches Sprechtheater: Goethes „Faust“, Euripides’ „Medea“ oder Oscar Wildes „Bunbury“ gehören dazu, zudem ein Stück für die ganze Familie: „Krabat“ von Otfried Preußler.

Das komplette Programm findet man hier.

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