So soll der neue Campus aussehen. Foto: Architekturbüro Pesch-Partner

Das fusionierte Neue Gymnasium Leibniz verliert Ende des Jahres seine Schulleiterin. Susanne Heß wird Rektorin an der Deutschen Schule Shanghai. Ihr Nachfolger wird die Baustelle des neuen, 67,3 Millionen Euro teuren Campus managen.

Stuttgart-Feuerbach - Die Fusion des Neuen und des Leibniz-Gymnasiums in Feuerbach ist vor gut einem Jahr über die Bühne gegangen. Eng zusammengearbeitet haben die beiden benachbarten Schulen schon seit Jahren, nun beschreitet man ganz offiziell gemeinsame Wege. Mit rund 1200 Schüler ist das Gymnasium an der Klagenfurter Straße das größte seiner Art in der Landeshauptstadt.

Wenn Rektorin Susanne Heß auf die vergangenen Monate zurückblickt, gerät sie ins Schwärmen: „Es funktioniert. Ich habe ein tolles Kollegium, das mit viel Elan und total unaufgeregt an die Sache herangegangen ist.“ Die Richtung stimmt. Deshalb ist Heß auch nicht um die gute Stimmung und das Gymnasium bange, wenn sie am 20. Dezember die Schule verlässt. Sie wird Rektorin an der Deutschen Schule in Shanghai. „Ich habe schon lange von einem Dienst im Ausland geträumt. Es hat aber nie gepasst“, sagt Heß. „Mein Mann und ich haben nun lange diskutiert und werden zum Jahreswechsel aufbrechen.“ Neun Jahre lang war sie Rektorin des Neuen Gymnasiums und vergangenes Jahr dann Schulleiterin des fusionierten Gymnasiums. „Feuerbach ist ein toller Standort. Ich kann ihn jedem nur empfehlen. Ich wäre gerne geblieben, wenn es eben nicht die Welt da draußen auch noch gäbe“, erklärt Heß. Wann die Rektoren-Stelle neu besetzt werden kann, ist noch unklar. „Die Stelle wurde im Septemberheft ,Kultus und Unterricht‘ ausgeschrieben. Das Stellenbesetzungsverfahren wird in Kürze beginnen und sehr zügig durchgeführt werden“, heißt es aus der Pressestelle des Regierungspräsidiums Stuttgart. Die Dauer eines Besetzungsverfahrens für eine Schulleiterstelle hänge von verschiedenen Parametern ab, unter anderem von solchen, auf die die Schulverwaltung eingeschränkt Einfluss hat – zum Beispiel Sitzungstermine von zu beteiligenden Gremien. „Deshalb kann zum aktuellen Zeitpunkt noch keine Aussage getroffen werden. Ziel ist es, die Stelle bei möglichst kurzer Vakanz mit der/dem am besten geeigneten Bewerberin/Bewerber zu besetzen.“ Es könnte also noch ein bisschen dauern. Das Problem dabei ist, dass der stellvertretende Schulleiter nicht einspringen kann, denn Daniel Krüger ist weg und seit diesem Schuljahr Rektor an einem anderen Gymnasium. „Diese Stelle wurde im Oktoberheft Kultus und Unterricht ausgeschrieben. Auch hier hängt die Dauer des Verfahrens unter anderem von der Bewerberlage ab“, heißt es beim Regierungspräsidium. „Allgemein kann jedoch festgehalten werden, dass die Neubesetzung der Stelle einer stellvertretenden Schulleiterin/eines stellvertretenden Schulleiters in der Regel weniger Zeit in Anspruch nimmt als die einer Schulleiterin/eines Schulleiters.“

Auf jeden Fall wartet auf die neue Schulleitung in den nächsten Jahren eine spannende Aufgabe. Ab 2021 werden die Bagger anrollen, um den Campus Feuerbach zu schaffen. Das Vorhaben für die Planer ist knifflig: Es besteht darin, einerseits den denkmalgeschützten Bonatz-Bau, in dem sich das Leibniz-Gymnasium befand, zu erhalten. Abgerissen werden muss dagegen das benachbarte und stark sanierungsbedürftige ehemalige Neue Gymnasium. Stattdessen soll eine Gesamtanlage aus neuem Schulgebäude, Mensa und Sporthalle entstehen. Zudem wird ein Schulboulevard mit Aufenthaltsflächen, Lesegarten und Rückzugszonen geplant. Das Herz der Anlage soll das neue Gebäude mit der Mensa im Erdgeschoss und einem grünen Klassenzimmer auf dem Dach sein.

„Die Fertigstellung des Gesamtkomplexes ist für 2027 geplant“, erklärt der Leiter des Hochbauamtes, Peter Holzer, auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Kosten für den Campus belaufen sich derzeit auf 67,3 Millionen Euro.

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