Nach längeren Gerichtsverfahren soll im April 2025 endlich mit der Erschließung des neuen Rutesheimer Gewerbegebiets „Gebersheimer Weg 2“ begonnen werden.
Dass Rutesheim am Gebersheimer Weg ein neues Gewerbegebiet entwickeln möchte, steht schon viele Jahre fest. „Wir brauchen Bauland, weil Bosch weggefallen ist“, sagt Bürgermeisterin Susanne Widmaier über die Pläne, deren Ursprung bereits vor ihrem Amtsantritt im Jahr 2018 datiert ist. „Wir brauchen Gewerbesteuer, weil wir hohe Investitionen wie beispielsweise die Nahwärme vor der Brust haben.“ Zudem wolle die Stadt einen weiteren Teil zum Klimaschutz beitragen, indem sie Arbeitsplätze vor Ort schaffe, um damit wiederum den Pendlerverkehr zu minimieren.
Und so hat der Gemeinderat dann auch kürzlich dem Beschluss bei einer Enthaltung zugestimmt, das insgesamt etwa 5,5 Hektar große Gebiet östlich und westlich des Kreisverkehrs, der das Ende der Liebigstraße markiert und in die Umgehungsstraße mündet, zu erschließen. Zugestimmt hat er auch der Entwicklung der Kosten, die im Jahr 2019 noch auf 2,8 Millionen Euro geschätzt wurden und sich mittlerweile bei etwa 2,9 Millionen Euro bewegen. Hinzu kommen Kosten in Höhe von etwa 500 000 Euro für die Sicherung einer Gasleitung, die sich durch das etwa 1,3 Hektar große Areal östlich des Kreisverkehrs, auch „Gebersheimer Weg 2“ genannt, zieht. Diese kleinere Fläche, die insgesamt sieben Grundstücke umfasst – vier davon sind in städtischer Hand, drei in privater – soll zuerst erschlossen werden. Die Arbeiten werden voraussichtlich von April 2025 bis November 2025 dauern. Dies bedeute in der Hauptsache den Bau der neuen Elly-Beinhorn-Straße (Widmaier: „Wir wollten eine innovative Person für ein Gewerbegebiet, in dem auch Innovation stattfinden soll.“) und eines „Bypasses“ für den Landkreis Böblingen entlang des nordöstlichen Viertels des Kreisverkehrs Gebersheimer Straße/Nordumfahrung. „Wir haben einige Interessenten, das Areal ist ja auch ein Sahnestück. Mit der Vergabe der Grundstücke haben wir allerdings noch nicht begonnen, weil momentan das Wohnquartier auf dem ehemaligen Bosch-Areal im Vordergrund steht“, sagt die Bürgermeisterin. Bewerbungen würden noch angenommen. Eine Erschließung der gegenüberliegenden etwa 3,7 Hektar großen Fläche, also „Gebersheimer Weg 1“, westlich der Nordumfahrung sei noch nicht vorgesehen, da diese davon abhängig sei, ob eine oder zwei Firmen angesiedelt werden und ob deshalb eine verlängerte Zufahrt hergestellt werden muss.
Schon vor einigen Jahren schien es so, als sei das neue Gewerbegebiet in trockenen Tüchern. Im Mai 2020 hatte der Gemeinderat den entsprechenden Bebauungsplan beschlossen. Doch eine Grundstückseigentümerin setzte wegen vermuteter Fehler im Bebauungsplan ein Normenkontrollverfahren in Gang. Im Raum stand unter anderem der Vorwurf, die Stadt habe nicht sauber abgewogen, ob es Alternativen zu diesem neuen Gewerbegebiet gibt. Nach fast zwei Jahren hatte der Verwaltungsgerichtshof Mannheim die Klage abgewiesen. Das Umlegungsverfahren für die Grundstücke war mit einem Antrag auf gerichtliche Entscheidung angefochten worden und endete letztendlich mit einem Vergleich.