Nur einen Steinwurf von der B 312 und der B 27 entfernt wird in Aichtal zurzeit das neue Gewerbegebiet Südliche Riedwiesen erschlossen. Foto: Stadtverwaltung/oh

Die Stadt Aichtal will ihre Wirtschaftskraft stärken. Für 33 Grundstücke im neuen Gewerbegebiet Südliche Riedwiesen hat die Vermarktung begonnen.

Aichtal - Corona-Pandemie hin, trübe Konjunkturaussichten her: ein Ladenhüter sollten die Flächen im neuen Aichtaler Gewerbegebiet Südliche Riedwiesen trotz der wirtschaftlich an sich negativen Vorzeichen nicht werden. Die Stadt kann auf knapp acht Hektar Fläche ein echtes Filetstück anbieten , das sich zurzeit in der Erschließungsphase befindet. Das Areal kann in einer Region, in der Gewerbeflächen ausgesprochen rar sind, mit einer ebenso prominenten wie verkehrsgünstigen Lage aufwarten. Direkt an der B 312 und an der B 27 gelegen, sind es gerade mal zehn Minuten Fahrzeit zum Flughafen, zur Landesmesse und auf die A 8. Auch nach Stuttgart beziehungsweise nach Reutlingen oder Tübingen ist es nicht viel mehr als ein Katzensprung.

„Mit dem Projekt setzen wir einen echten Impuls. Denn eine gute wirtschaftliche Entwicklung bringt nicht nur Gewerbesteuer. Sie bedeutet auch soziale Sicherheit und Wohlstand für die Einwohner von Aichtal“, betont Bürgermeister Sebastian Kurz. Mit dem Gewerbegebiet Süd­liche Riedwiesen wolle man zum einen örtlichen Firmen die Möglichkeit zur Expansion bieten, aber auch neue Firmen ansiedeln, um weitere Arbeitsplätze zu schaffen und die Gewerbesteuereinnahmen der Stadt zu stabilisieren, ergänzt er.

Vier verschiedene Nutzungsbereiche

Auf den insgesamt rund 78 000 Quadratmetern stehen 33 Grundstücke zur Verfügung, die bereits in vier unterschied­liche Nutzungsbereiche, nämlich Produktion, Handwerk, Dienstleistungen und IT, unterteilt wurden. Was die Vermarktung angeht, die in dieser Woche begonnen hat, sind dem Gemeinderat und der Stadtverwaltung eine möglichst große Branchenvielfalt wichtig. Dies zeigt sich nicht zuletzt an der in Relation zur Fläche großen Grundstücksanzahl. Der neue Rathauschef will sich darüber hinaus für die Ansiedlung von hochwertigen Unternehmen, insbesondere aus der Biotech-Branche einsetzen. Dazu wird Kurz in regem Austausch mit der LBBW Immobilien Kommunalentwicklung (KE) stehen, die von der Stadt Aichtal mit der Entwicklung und der Trägerschaft sowie mit der Gesamtsteuerung der Baulandentwicklung, der Grundstücksneuordnung und der Vermarktung beauftragt worden ist.

Für die Stadt ist dieses Auslagern nach den Worten von Kämmerer Andreas Pautsch eine gute Wahl gewesen und „von der Kommunalaufsicht so genehmigt worden“. Das geschätzte Kostenvolumen von rund 16 Millionen Euro und mithin auch ein eventuelles Risiko trage zunächst die KE. Die Stadt müsste im Fall der Fälle nach fünf Jahren einen verbliebenen Rest zwar ablösen. „Aber ich bin mehr als zuversichtlich, dass es dazu nicht kommen wird“, sagt Pautsch. Bereits vor dem offiziellen Vermarktungsstart sei man von der hohen Nachfrage für die meisten der vier Bereiche geradezu überrollt worden.

Besichtigung ist auch online möglich

Stolz und zufrieden zeigt sich auch die vor Ort tätige Baufirma Schwenk. „Wir betrachten die Maßnahme als Referenzobjekt und freuen uns, dass die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten immer ziel­gerichtet und engagiert war“, lobt der Geschäftsführer Gerhard Schwenk. Durch den Auftrag hätten die Arbeitsplätze seiner Mitarbeiter in schwierigen Zeiten gesichert werden können, ergänzt er. Gemeinsames Ziel ist es, mit der Erschließung des Gewerbegebiets bis Ende des Jahres fertig zu sein. Bei guter Wetterlage könnte dies eventuell sogar schon früher geschehen, hofft Bürgermeister Kurz.

Besichtigt werden kann das Gewerbegebiet Südliche Riedwiesen in Aichtal ­natürlich auch. Das ist vor Ort möglich sowie unter www.aichtal-riedwiesen.de im Internet. Dort gibt es, neben einem Gesamtüberblick, konkrete Informationen zu den vier Einzelbereichen und zu den jeweiligen Grundstücken sowie zu den Bewerbungsformalitäten.