Das neue Gerätehaus der Hemminger Feuerwehr im Gewerbegebiet nimmt Gestalt an. Foto: factum/Granville

Das neue Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Hemmingen nimmt Gestalt an. An diesem Donnerstag ist Richtfest, im Herbst will die Feuerwehr vom Ortskern ins Gewerbegebiet umziehen.

Hemmingen - Mindestens drei Mal pro Woche geht Marco Spera auf die Baustelle an der Konrad-Haller-Straße in Hemmingen. Im Gewerbegebiet entsteht für 3,7 Millionen Euroderzeit das neue Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr. Mit seinen Besuchen wolle der Mitte Februar wiedergewählte Feuerwehr-Kommandant Spera allerdings „keine Probleme aufdecken“. Ihn interessiert der Baufortschritt. „Ich bin erstaunt, wie schnell es vorangeht“, sagt er.

Der Hemminger Ortsbaumeister Josef Lang bestätigte in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses des Gemeinderats Speras Eindruck. Die Arbeiten lägen fast voll im Zeit- und Kostenplan, berichtete Lang. Aufgrund der Witterung gibt es eine Verzögerung von zwei Wochen, wegen Schwierigkeiten mit dem Baugrund wurde ein Mehraufwand von 20 000 Euro nötig.

Inzwischen steht der Rohbau beinahe, sodass Wehr und Gemeinde an diesem Donnerstag Richtfest feiern. „Der Neubau ist eine tolle Sache. Unsere Vorfreude ist riesig“, sagt Spera. Es sei das erste Mal in der fast 150-jährigen Geschichte der Wehr, dass sie ein Gebäude nur für sich bekomme. „Wir sind die glückliche Generation. Bislang haben wir unsere Standorte immer mit anderen teilen müssen, teils in Unterkünften, die Notlösungen waren.“ Seit mehr als 40 Jahren ist die Wehr in der 1974 eingeweihten und als Provisorium gedachten Unterkunft an der Seestraße im Untergeschoss des Kindergartens untergebracht. Spera ist zuversichtlich, dass die 100 Feuerwehrleute – darunter 58 Einsatzkräfte und 15 Jugendliche – im Herbst vom Ortskern ins Gewerbegebiet umziehen. „Wir haben schon viel gepackt. Der Umzug dürfte binnen einer Woche über der Bühne sein.“

Graue und rote Fassade und Fensterrahmen

Besonders freut sich Spera über mehr Platz auf der rund 4100 Quadratmeter großen Grundstücksfläche. Künftig kann die Wehr etwa viele Übungen auf dem eigenen Gelände abhalten statt bei der Gemeinde oder bei Privatleuten und Betrieben nach Möglichkeiten dafür suchen zu müssen.

Der Neubau ist in mehrere Blöcke gegliedert: An die Fahrzeughalle schließen sich der Übungsturm und zwei zweigeschossige Gebäudeteile an. Darin sind unter anderem Umkleide- und Sanitärbereiche, Büros und ein großer Versammlungs- und Schulungsraum. Die Fassade und Fensterrahmen werden in verschiedenen Rot- und Grautönen gestrichen. Dem hat der Technische Ausschuss zugestimmt.

Die Fassade wird mit eingefärbten Platten verkleidet, die im wesentlichen aus Zement und Holzfasern bestehen. Laut Ortsbaumeister Lang sei das zwar zunächst um rund ein Drittel teurer als der pure Anstrich, aber langfristig wirtschaftlicher. Der Hauptteil des vierteiligen Gebäudes erhält den roten Farbton, der Trakt mit Lager und Büros das Hellgrau, der Übungsturm bleibt in unverputztem Beton, um den Zweckbau zu betonen. „Das Gebäude wird sich zeitgemäß und doch auch modern in die Umgebung einbinden“, meint Lang. In der Woche nach Ostern beginnt der Innenausbau.

„Ehrenamt bei Laune halten“

Auch der Hemminger Bürgermeister Thomas Schäfer (CDU) ist froh, dass die freiwilligen Helfer endlich eine angemessene Bleibe haben. „Für die Feuerwehr muss man bestimmte Rahmenbedingungen schaffen“, sagt Schäfer. Mit knapp 60 Einsatzkräften sei Hemmingen sehr gut aufgestellt. Umso wichtiger sei es, „das Ehrenamt bei Laune zu halten“.

Schon 2008 hat Hemmingen darüber diskutiert, dass die Feuerwehr eine neue Unterkunft braucht. Damals habe die Gemeinde das Grundstück für die Holzheizzentrale verkauft – und dabei sei laut Bürgermeister überlegt worden, ob sich das übrig bleibende Nachbargrundstück für ein neues Feuerwehrmagazin eigne.

In die bald leeren Räume der Feuerwehr ziehen die Geräte des Bauhofs für den Winterdienst sowie die Ausrüstung des Roten Kreuzes. Die steht noch an den Wettenwiesen in einem Mietgebäude, aus dem das Rote Kreuz raus muss. Treffen werden sich die Retter weiterhin im Alten Rathaus. Der Kindergarten Seestraße bleibt vorerst im ersten Stock des Gebäudes.

Richtfest Die Feuerwehr feiert an diesem Donnerstag, 22. März, um 16 Uhr in der Konrad-Haller-Straße 7 in Hemmingen. Grußworte sprechen Bürgermeister und Kreisbrandmeister.

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